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Stadtrat diskutiert

Privatisierung von HL komm und perdata

von Jonas Böhm
Mittwoch, 25. Januar 2012

Es ist wieder eines der großen Themen des Stadtrates: Der Verkauf von perdata und HL komm an private Investoren. Auf diesem Weg soll die verschuldete LVV konsolidiert werden. Ein umstrittenes Vorhaben.

Der Stadtrat vom 25. Januar 2012 (Foto: Astrid Wulff)

Eine detaillierte Aufschlüsselung der städtischen Unternehmen und Beteiligungen finden Sie auf der Website der LVV.

Mitte Dezember vergangenen Jahres trat Oberbürgermeister Burkhard Jung vor die Presse, um seine neuesten Ideen für die geplante Entschuldung der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV) vorzustellen. Ursprünglich, so jedenfalls hat es der Stadtrat im Februar 2011 entschieden, sollten die Schulden der LVV unter anderem durch eine Teilprivatisierung der kommunalen Tochtergesellschaften HL komm und perdata getilgt werden. Da die dazu eingegangenen Angebote der Stadt nicht hoch genug waren, geht die Diskussion in eine neue Runde. Inzwischen sollen beide Betriebe komplett an private Investoren verkauft werden. Nach Ansicht von Jung und seinem Finanzbürgermeister Torsten Bonew, aber auch LVV-Geschäftsführer Josef Rahmen, ist der Verkauf von perdata und HL komm die einzige Möglichkeit die LVV aus den roten Zahlen herauszubringen. Daher bat Jung die Ratsmitglieder in der heutigen Sitzung (Mittwoch, 25.01.2012) dem Verkauf von perdata zuzustimmen.

Ein Übernahmeangebot der Firma Versatel ist noch bis zum 31.01.2012 gültig und soll nun vom Stadtrat angenommen werden. Für perdata gibt es Interesse vom IT-Unternehmen arvato systems.

Über die Website der Stadt können Sie auch die Vorlage zur "Strategischen Neuausrichtung des LVV – Konzerns" einsehen.

Gegenwind aus den Betrieben

Die beiden Aufsichtsräte der Stadtwerke und LVV hatten sich zuvor gegen die Privatisierung der beiden Tochterunternehmen ausgesprochen. So auch die Belegschaft: Auf einer einberufenen LVV-Betriebsversammlung vor zwei Wochen gab es viele emotionale Worte. „Dass keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden sollen, ist für die meisten keineswegs eine Beruhigung. Die Kolleginnen und Kolleginnen wissen aus Veränderungsprozessen der letzten zwei Jahrzehnte leidvoll, was Umorganisationen, Geschäftsprozessoptimierungen, Sozialpläne, Beschäftigungspakte et cetera bedeuten.“, so Ines Jahn vom ver.di-Bezirk Leipzig-Nordsachsen im Vorfeld der Veranstaltung.

Audio: Reporter Felix Gebhardt aus dem Stadtrat

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