Programmvorschau
Online-Redaktion
Tel.: 0341 / 97 37 976
Fax: 0341 / 97 37 999
online(ät)mephisto976.de
Pistenfahrplan
Blood Red Shoes, ägyptische Revolution und die Insel Leipzig
Les Bien-Aimés
Die Geliebten. Oder doch die Liebenden? Vielleicht auch ganz ohne Liebe. Mutter und Tochter sorgen mit ihren amourösen Abenteuern für reichlich Durcheinander in "Les Bien-Aimés". Der altmodische Film bildet in diesem Jahr unter anderem den Abschluss der Französischen Filmtage in Leipzig.

Alles beginnt mit einem Paar Schuhe
Die deutsche Version des Films trägt den Titel "Beloved" und kommt am 8. Dezember 2011 in die Kinos. Den Trailer dazu gibt es hier.
Die junge Madeleine stiehlt ein rotes Paar Schuhe, mit dem sie plötzlich eine besondere Aufmerksamkeit erfährt. "Meine Mutter wäre wahrscheinlich keine Prostituierte geworden, wenn sie die roten Schuhe nicht gestohlen hätte". Das erzählt Véra, die Tochter, die zu dem Zeitpunkt noch nicht geboren war. Bald lernt Madeleine einen jungen Arzt aus Tschechien kennen, sie verliebt sich, zieht mit ihm nach Prag und bekommt ein Kind mit ihm, die kleine Véra. Als Jaromil sie betrügt, geht sie zurück nach Paris und stürzt sich in die nächste Ehe. Diese stellt sie jedoch auch nicht zufrieden und so hören die kleinen Liebesabenteuer mit ihrem Ex-Mann Jaromil, der ab und an in Paris ist, nie auf.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
Die Zeit springt: die kleine Véra ist nun selbst erwachsen, ihre Mutter Madeleine hat mit ihren Liebschaften nicht aufgehört. Und so hat auch Véra ein ähnlich freizügiges Liebesleben. In London trifft sie auf den schwulen Henderson, in den sie sich verliebt. Keine einfache Liebe, denn Henderson hat Aids. Und da ist auch noch ihr bester Freund, der sie liebt, mit dem sie aber nur kurze Affären hat. Ihre Mutter, die selbst neben ihrer Ehe noch immer mit Véras Vater schläft, ist ihr in der Situation keine große Hilfe. Beiden Frauen, Mutter und Tochter, geht es nur um eins: die Erfüllung in der Liebe. Doch die ist nicht nur glücklich, wie man in dem Film erfahren muss.
Ein Porträt zweier Frauen
Madeleine und Véra sind auch im wirklichen Leben Mutter und Tochter. Die beiden Hauptrollen werden gespielt von Catherine Deneuve und ihrer Tochter Chiara Mastroianni. Der Regisseur Christophe Honoré stellt in seinem Film zwei gegensätzliche Frauenbilder gegenüber: die Frauen der 60er Jahre, die alles tun, um den Mann, den sie lieben zufrieden zu stellen und die etwas schwermütigeren Frauen der 80er Jahre.
Beide Frauen sorgen aber im Film mit ihren Liebschaften für Durcheinander. Es geht ihnen um die Erfüllung in der Liebe, und trotzdem ist nie nur ein Mann im Spiel, sondern immer gleich mehrere. Erst am Ende des Films wird klar: wirklich geliebt haben sie nur einen.
Nicht nur bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes, auch bei den Französischen Filmtagen in Leipzig bildete "Les Bien-Aimés" den Abschluss.



Beitrag empfehlen / kommentieren
Kommentar abgeben