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Das Naturkundemuseum - Leipzigs kulturelles Sorgenkind
Das Leipziger Naturkundemuseum hat in diesem Jahr für reichlich Aufruhr gesorgt. Erst die Schließung, dann ein Zusammenschluss aller städtischer Museen und dann doch ein neues Museum mit neuem Standort. Schon im Jahr 2010 wurden zahlreiche Vorschläge zur Zukunft des Museums geäußert. Seitdem wird nach einem Masterplan für das Leipziger Naturkundemuseum gesucht.

Kein Geld, kein Konzept und ein marodes Gebäude - die Probleme des Naturkundemuseums beschäftigten uns im Jahr 2011. Seit längerer Zeit wird nun ein tragfähiges Konzept zur Weiternutzung des Museums gesucht. Die Zukunft des Naturkundemuseums war lange ungewiss. Eine Schließung wurde nach massiven Protesten zwar ausgeschlossen, aber wie die Zukunft genau aussehen soll, ist noch immer nicht sicher.
Auf der Suche nach dem Masterplan
Der Arbeitskreis "Naturkundemuseum" unter dem Vorsitz Michael Reinhardts gründete sich im Januar 2011 aus Leipziger Bürgern und versucht mit Hilfe eines wissenschaftlichen Beirats ein tragfähiges Konzept für das Museum zu entwickeln. Konkret geht es dabei um Fragen des Standortes, der inhaltlichen Ausrichtung, Finanzierung und Zuständigkeiten der Verwaltung. Diese Fragen sollen bis Herbst 2012 beantwortet sein.
Im August 2011 stellte der Arbeitskreis erste Ergebnisse in Sachen inhaltlicher Ausrichtung vor. Um das Angebot des Naturkundemuseums für die Leipziger Bürger und auch für die Touristen langfristig attraktiv zu gestalten, soll die zentrale Ausstellung in thematischer Nähe zum Bürger stehen. Dafür wird es unter anderem einen Teil geben, der sich mit den Lebensräumen der Region Leipzig befasst, wie zum Beispiel der Auwald und die Seen im Umland. Die Frage des Standortes und der Finanzierung blieben weiterhin ungeklärt.
Spendenaufruf des Fördervereins
Im September 2011 trat dann ein neues Problem im Leipziger Naturkundemuseum auf. Für Brandschutzmaßnahmen müssten 50.000 Euro investiert werden - Geld, das dem Museum fehlt. Durch die fehlende Brandsicherheit wurde sogar der Betrieb des Museums eingeschränkt. Doch ob die Stadt das Geld investieren würde, blieb fraglich. Daher wurde der Förderverein tätig und startete einen Spendenaufruf. Normalerweise ist die Instandhaltung des Gebäudes Aufgabe der Stadt, aber der Förderverein rechnete nicht mehr mit der Unterstützung und wollte so bei der Stadt ein Zeichen setzen. Auf diese Weise versucht der Förderverein das Geld für die Brandschutzmaßnahmen aufzubringen.
Finanzspritze der Stadt
Im Dezember 2011 bewilligte der Leipziger Stadtrat eine Finanzspritze in Höhe von 30.000 Euro für das Naturkundemuseum. Damit ist das Museum auch im Jahr 2012 gerettet. Die Fraktion DIE LINKE erstellte einen zusätzlichen Haushaltsantrag, da das eingeplante Geld für 2012 nicht für den ganzjährigen Betrieb des Naturkundemuseums ausreiche. Mit der Mehrheit im Stadtrat für diesen Antrag ist nun erst einmal die Schließung verhindert. Das Geld soll für temporäre Ausstellungen außerhalb des Museums genutzt werden.
Im Jahr 2012 wird weiter an der Frage des Standortes und der Finanzierung gearbeitet werden. Zum 100. Geburtstag des Naturkundemuseums soll dann der Masterplan endlich stehen. Die Vollendung des Projekts, also die Eröffnung des neuen Naturkundemuseums wird aber erst auf das Jahr 2015/2016 geschätzt.
Mehr zum Drama um das Naturkundemuseum im Jahresrückblick von mephisto 97.6-Redakteurin Sarah Klößer:



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