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In the Land of Blood and Honey – Von, mit und über Angelina Jolie
Angelina an der Front, Anke Engelke im Rücken – während vorne Angelina Jolie Rede und Antwort zu ihrem Regiedebüt „In the Land of Blood and Honey“ stand, berichtete Anke Engelke aus dem Hintergrund für ein öffentlich rechtliches Fernsehformat über die Pressekonferenz. Doch bleiben wir bei Jolie: Die ließ sich ordentlich Zeit, bis sie sich die Ehre gab, vor die Fotografen trat und sich der Berlinale-Szene präsentierte. Die Pressekonferenz galt als das Highlight schlechthin und der Saal platzte dementsprechend aus allen Nähten. Und der Film? Der wurde zwar nicht zur Nebensache, ist im Kontext des gesamten Festivals aber auch nicht das Epizentrum bester Kino-Unterhaltung…

Angelina Jolie sorgt in diesem Jahr nicht nur wegen ihrer Arbeit für Furore. Schon ihre bloße Anwesenheit auf der Berlinale gilt als Medienspektakel und machte auch Festivaldirektor mächtig stolz. Kein Wunder also, dass die Pressekonferenz zu Angelinas Filmdebüt „In the Land of Blood and Honey“ begehrt und gut besucht war. Wenn sich ein Weltstar die Ehre gibt und plötzlich im selben Raum steht, ist das aufregend, wie auch Schauspielerin Alma Teric erzählte: „Als ich Angelina das erste Mal gesehen habe, konnte ich nichts anderes sagen als ‚Hi!‘“ Die Ehrfurcht vor der Frau mit den markanten Lippen – dieses Motto machte sich nicht nur bei den Schauspielern und Mitwirkenden des Films breit. Auch die Konferenz selbst litt unter dem Interesse an der Anfängerin in Punkto Regie. Jeder wollte die Jolie, es gingen kaum Fragen an die anderen, größtenteils serbischen Darsteller. Und das obwohl in diesem Fall wirklich alle Teammitglieder mit dabei waren. Schade, schade, aber absehbar war das natürlich.
Wer von dem Film Glamour und Hollywood-Flair erwartet, wird (zum Glück) enttäuscht. Es geht um eine Liebe in Zeiten des Serbien-Konflikts, den Krieg und die Moral. Platz für Kitsch bleibt da wenig, Angelina spielt mehr mit düsteren, staubigen Szenerien, Bedeutungsschwere und dem erhobenen Zeigefinger. Wenn auch mit einer künstlerischen Variante davon, wie sie dann selbst erklärte: „Es ist immer eine Frage der Kunst, wenn man Filme über Krieg macht. Aber wir haben die Verantwortung, genau die Realität zu zeigen.“ Und sie mahnt: „Es ist kein Dokumentarfilm!“ Dass es also bei dem Spielfilm um ein immer noch topaktuelles Thema geht, wissen auch alle Beteiligten. Angelina Jolie betont das, bedankt sich sogar für Fragen, die eine politische Konnotation und einen entsprechenden Subtext beinhalten.
Und apropos Subtext: Wenn die Schauspieler zu Wort kommen, scheint es, als wäre das Ganze abgesprochen, ganz in Richtung Meinungslosigkeit und Lobhudelei des großen Stars. Die Bedeutungsschwere des Films setzt sich auch in der Pressekonferenz fort. Stellung will hier niemand beziehen, weder die Hauptdarstellerin noch die Jolie: „Ich will, dass sie ehrlich schreiben, wie sie den Film gesehen haben. Deswegen beziehe ich kaum Stellung zum Krieg, auch nicht innerhalb des Films!“ Aufmerksame dürften hier jedoch stutzig werden: Wer den Film sieht, weiß, dass er durch seine Härte durchaus eine Stellungnahme umfasst. Und die ist natürlich gegen den Krieg und natürlich gegen das, was den Menschen in der Situation passiert. Und ganz ehrlich: Etwas anderes hatten wir von Angie – wie ihre Schauspieler sie auch während der Konferenz zufällig nennen – auch nicht erwartet.



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