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Ben Howard - "Every Kingdom"
Er singt englisch, er surft und er weiß mit der Klampfe Lagerfeuerromantik zu erzeugen. Jack Johnson? Nein! Ben Howard gilt es sich zu merken. Der aus einer Kuhbläke im Südwesten Englands stammende Junge sitzt eben nicht unter wiegenden Palmenblättern und musiziert zum Sonnenuntergang. Ben Howard ist viel mehr geprägt von den rauen Wellen der englischen Küste.

„Every Kingdom“ ist ein Traum
Ein bodenständiger junger Mann, der schon durch die Plattensammlung seiner Eltern mit besten musikalischen Perlen versorgt wurde - Simon & Garfunkel, The Rolling Stones, Joni Mitchell und John Martyn sind noch heute seine Vorbilder.
Kurz vor dem Abschluss seines Journalismus-Studiums schmeißt er die Uni, um Vollzeitmusiker zu werden. Sein Debüt-Album „Every Kingdom“ ist seit vergangener Woche in Deutschland auf dem Markt und erfüllt scheinbar spielend mehr und mehr Herzen mit der derzeit so nötigen Wärme. Durch zahllose überzeugende Auftritte bei diversen internationalen Festivals und Support-Konzerten konnte sich der sympathische Blondschopf die nötige Aufmerksamkeit verschaffen. Unter Vertrag ist Ben Howard derzeit bei Island Records, einem Major-Label, welches mit John Martyn und Nick Drake schon britische Songwriter-Größen der ersten Stunde unter Vertrag hatte. Verwunderlich ist es da nicht, dass Ben Howard den Britischen Folk als seine musikalische Herkunft sieht. Melodisch flirtet er ab und an mit dem Pop, legt dabei seine Indie-Attitüde niemals ab. Selber sagt er, dass Popmusik nicht schlecht ist, es jedoch oftmals an „heart and soul and passion“ mangelt, was für ihn der Unterschied zwischen guter und schlechter Musik ausmacht. Mit „Black Flies“ beweist er leidenschaftlich, dass dramaturgische Tiefe und weinerlicher Gesang nicht immer zusammen gehören müssen um Gänsehaut zu erzeugen.
„Ich bin ein ziemliches Klischee“
Der Vergleich mit seinen teilweise surfenden Musikerkollegen ist wirklich nur auf den ersten Blick angebracht. „Every Kingdom“ kommt nicht eintönig daher, klingt nicht immer gleich. Ben Howards einschmeichelnde Stimme lässt mit Songs wie „Only Love“ und „Gracious“ eher Vergleiche zu Bon Iver und Damien Rice anstellen. Die typischen Singer-Songwriter Themen in „Every Kingdom“ sind keine große Überraschung. Verlorene und gewonnene Liebe sowie alle Problemen, die man eben so hat im Leben. Dennoch, „Every Kingdom“ ist anders.
Tracklist
1. Old Pine
2. Diamonds
3. The Wolves
4. Everything
5. Only Love
6. The Fear
7. Keep Your Head Up
8. Black Flies
9. Gracious
10. Promise
Ben Howard ist ein neuer Seestern, der da aus den scheinbar unendlichen Tiefen des Singer-Songwriter Ozeans aufgetaucht ist. Niemals klingen seine von Trauer, Angst und Schmerz handelnden Texte dramatisch oder gar weinerlich. Selbst im sehr melancholisch anmutenden Song „Black Flies“ schweift er von dieser Linie nicht ab. Der manchmal rauen, britischen Nüchternheit geschuldet - Liebeskummerhymnen gibt es auf „Every Kingdom“ nicht. Ben Howard besticht durch sein Können an der Gitarre. Als wäre sie Teil seines Körpers, beherrscht er alle Techniken an und mit ihr. Bringt er doch Songs wie „Promise“, „Everything“ oder „Gracious“ mit facettenreichen Zupf- und Schlagmustern erst zum aufleben. Gleichzeitig begeistert er mit seiner wenn nötig rauen Stimme, die scheinbar niemals an Intensität verliert.
Bourne und Bond
Ben Howard allein ist der Erfolg nicht zu verdanken. India Bourne und Chris Bond bringen beide erst musikalische Elemente mit, die „Every Kingdom“ so viel facettenreicher machen, als das bei einem reinen Gitarrenalbum möglich ist. India Bourne untermalt „Every Kingdom“ liebevoll mit dem Cello, kann aber auch Bass. Mit ihrem hellen Gesang bildet sie ein passendes Gegenstück zu der mitunter rauen Stimme von Ben Howard. Chris Bond komplettiert das Trio, bleibt dabei aber mit Bass oder Schlagzeug dezent im Hintergrund. Alle drei zusammen, beleben mit ihren Stimmen in energiegeladenen Refrains und setzen bei Titeln wie „Diamonds“ und „Keep Your Head Up“ atmosphärische und euphorische Akzente.
„Surfin` USA“ ... und Europa
18. April 2012 Kesselhaus - Berlin
21. April 2012 Beatpol - Dresden
22. April 2012 Muffathalle - München
Zahllose Live-Auftritte und eine funktionierende Mund-zu-Mund Propaganda haben Ben Howard in Großbritannien eine Fanbase verschafft. Nun ist er auf guten Wellengang angewiesen, damit seine Platte auch im restlichen Europa ein Erfolg wird. Auf seiner anstehenden Europa-Tour wird Ben Howard mit „Every Kingdom“ am 18. und 21.04. in Berlin und Dresden zu erleben sein. Neben der Europa-Tour will er in diesem Jahr auch den Schritt üben den großen Teich wagen und ganz im Stile von „Surfin` USA“ das amerikanische Publikum für sich erobern. Ob Ben Howard neben den Wellen vor England auch seine derzeitige Erfolgswelle dauerhaft zu reiten versteht, bleibt noch abzuwarten. Zu wünschen ist es den drei sympathischen Briten auf jeden Fall.



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