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Blood Red Shoes, ägyptische Revolution und die Insel Leipzig
Bald nur noch Streetworker aus Pappe?
Mit lebensgroßen, blauen Figuren aus Pappe wollen die Streetworker der freien Jugendhilfevereine auf die Kürzungen im Bereich der Sozialen Arbeit aufmerksam machen. Wenn immer weniger Geld bereitgestellt werde, könnten bald keine echten Menschen mehr auf Leipzigs Straßen unterwegs sein, die den Kids Hilfestellung leisten – so die Befürchtungen.

„Streetwork 2.016- Nicht von Pappe!?“ lautet das Motto, unter dem sich die fünf Leipziger Vereine der Jugendhilfe zusammengeschlossen haben. Damit in Zukunft nicht Pappfiguren die Jugendlichen unterstützt, haben sie sich frühzeitig mit dem Problem auseinandergesetzt. Ergebnis ist unter anderem die heutige Aktion.
Aktion auf dem Markplatz
Die fünf freien Vereine der mobilen Jugendhilfe sind:
- Mobile Jugendhilfe e.V.
- Machtlos e.V.
- CMJV Leipzig e.V.
- Projekt Südpol des Jugendhauses Leipzig e.V.
- Streetworker der Heilsarmee Leipzig
Das Aus von Leipziger Angeboten der mobilen Jugendhilfe soll um jeden Preis abgewendet werden. Die Aktion auf dem Leipziger Marktplatz am Freitagnachtmittag sollte dafür den Auftakt geben. Die 14 anwesenden Streetworker wollen eine qualitativ hochwertige Arbeit abgeben, aber auch anständig dafür bezahlt werden. „Wir haben genug von dem Gefühl, nur ein lästiger Kostenfaktor zu sein,“ sind sich die Vereinsvertreter einig. An Vorbeilaufende wurden deshalb Handzettel verteilt, das nasse Wetter hielt vermutlich die Leute vom Stehenbleiben ab.
Die geringe Aufmerksamkeit der Passanten fand Katrin Zschuckelt vom Verein Mobile Jugendhilfe Leipzig e.V. aber nicht schlimm, denn „es geht heute auch darum, sich untereinander kennen zu lernen“. Denn die fünf Vereine arbeiten ja sonst nicht so eng zusammen. „Da ist ganz gut sichtbar, dass wir uns da alle einig sind, obwohl wir ganz unterschiedliche Träger sind. Aber wir sind alle unterwegs, mobil, und da sind wir uns ganz einig, das das genau unsere message sein soll“, fügte Dorit Roth, Sozialarbeiterin beim CVJM in Leipzig, hinzu.
Kampf ums Geld
Seit Jahren setzen sich die Streetworker für mehr Geld und bessere Bedingungen ein. Vergangenes Jahr sind deswegen rund 10.000 von ihnen nach Dresden zum Landtag gefahren, um eindringlich gegen eine Mittelkürzung zu protestieren. Das hat die Regierung allerdings nicht abgehalten, die Pro-Kopf-Pauschale für die Jugendhilfe von 14,30 auf 10,40 Euro zu senken.
In Leipzig fehlen dadurch mindestens 350.000 Euro. Der Stadtrat hatte den Betrag zwar mit einem Aufstocken des Jugendhilfeetats versucht auszugleichen – was zur Folge hatte, dass das Geld an anderer Stelle gekürzt werden musste.
Das jüngste Opfer der sächsischen Kürzungspolitik ist der Dresdner Verein Sächsische Landjugend e.V., der zum Jahresende schließen wird. „Unter diesen Bedingungen kann der Verein perspektivisch nicht weiterhin für die Jugendlichen in den ländlichen Räumen tätig sein,“ teilt der Verein auf seiner Internetseite mit. Das soll in Leipzig verhindert werden.
Auswirkung der Mittelkürzungen
"Wir haben Bedenken, dass sich die Kürzungen in der Jugendhilfe bis ins Jahr 2016 auswirken könnten“, sagte Katrin Zschuckelt vom Verein Mobile Jugendarbeit Leipzig e.V. „Angesichts der sozialen Umstände – Armutshauptstadt, Kriminalitäts- und Drogenhochburg – wäre es fatal, die Jugendhilfe so weit runter zu kürzen.“ Nach eigener Aussage müssen die fünf Projekte im Vergleich zu 2009 mit über 27.000 Euro weniger auskommen.
Das mache sich vor allem in der Arbeitszeitverkürzung bemerkbar, 1.881 Stunden weniger stünden dann den Vereinen zur Verfügung. „Das ist viel, wenn sie das auf eine 40 Stunden Woche runterrechnen,“ ordnete Zschuckelt die Zahl ein. Wer schnell im Kopfrechnen ist, kommt auf 199 Stunden im Jahr, die dann nur noch für jeden der Leipziger Vereine übrig bleiben würden.
mephisto 97.6-Reporterin Vanessa Raab hat mit Katrin Zschuckelt vom Verein Mobile Jugendhilfe Leipzig e.V. über die Aktion gesprochen:



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