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		<title>mephisto 97.6: Podcast</title>
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		<description>Beiträge des Leipziger Radiosenders mephisto 97.6</description>
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			<title>mephisto 97.6: Podcast</title>
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  <title>An den Grenzen des Kinos</title>
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  <description>An Anfängen und Enden, an Wenden und Umbrüchen halten die meisten kurz inne und fragen sich wo sie sind, wohin sie wollen und was sie eigentlich tun. Das machen wir nicht nur Silvester, sondern auch am Ende unserer Zeit mit Super8 - dem Kinomagazin. Was kann Kino sein und wo liegen vielleicht auch die Grenzen? Guy Debord ist ein filmischer Grenzgänger. </description>
  <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Stimme 1: &quot;Nur in einer vor-revolutionären Periode ist die Liebe gültig.&quot;<br />Stimme 2: &quot;Dich lieben nicht alle, du lügst! Die Kunst beginnt, verbreitet sich und verschwindet, weil unzufriedene Menschen über die Welt der offiziellen Ausdrucksweisen und die Festspiele ihrer Armut hinausgehen.&quot;<br />Stimme 3: &quot;Sag mal, hast du mit Francoise geschlafen?&quot;<br /><br />In dem Film &quot;Geheul für Sade&quot; von Guy Debord wechseln sich vier Stimmen ab und sprechen monoton und emotionslos unzusammenhängende Sätze. Solche Sätze sind der einzige Bestandteil des Films, denn ein Bild, oder was der Zuschauer als Bild erwartet, gibt es nicht. Die Leinwand ist weiß. Und zwischendurch gibt es immer wieder Pausen des Schweigens von 30 Sekunden bis zu fünf Minuten. Am Ende wird vor dem Abspann ganze 24 Minuten nichts gezeigt. Währenddessen wird die Leinwand vollkommen schwarz. Ein Film also, der abwechselnd eine schwarze oder weiße Leinwand zeigt, ohne Geschichte, ohne Musik, dafür verwirrende Texte und lange Pausen der Stille. Eine Stille, die im Kinosaal unerträglich werden kann und das Publikum auf sich selbst aufmerksam machen soll. Denn wenn die Leinwand keinen Grund gibt hinzuschauen, wird der Kinosaal als ganzer zur Bühne und das Publikum folgt nicht nur den Gedanken der Protagonisten, sondern fragt sich selbst:<br /><br /><br />-Was ist das denn? Das ist doch kein Film!<br />-Was mache ich hier? Und wozu habe ich bitte Geld ausgegeben?<br />-Was isst die da vorne denn so laut ihr Popcorn! <br />-Ist das Kunst?<br />-Wenn das für mich kein Film ist, was ist dann ein Film? <br />-Wenn ich Geld ausgebe, um ins Kino zu gehen, bezahle ich dann den Künstler für eine Dienstleistung?<br />-Wie blöd, alle sitzen hier und starren auf die Leinwand. Wie eigentlich bei jedem Film. Obwohl es hier ja nichts zu sehen gibt.<br />-Ist das Kino ein Ort der Unterhaltung oder der Kunst und Kultur? Oder ist vielleicht auch Unterhaltung Kunst? Oder Kunst Unterhaltung?<br /><br />Guy Debord selbst hat die Gesellschaft als eine Gesellschaft des Spektakels gesehen: eine passive Gesellschaft, die nur konsumiert. Durch Filme wie &quot;Geheul für Sade&quot; wollte er die Gesellschaft wachrütteln. Soweit Debords Theorie. Guy Debord war ein französischer Situationnist. Als solcher versuchte er, Situationen zu konstruieren, die die Kunst mit dem Lebensalltag vermischen und dadurch das Leben selbst zur Kunst werden lassen.<br />Der Film &quot;Geheul für Sade&quot; wurde 1952 im Pariser &quot;Kinoclub der Avantgarde&quot; uraufgeführt. In Guy Debords Buch &quot;Gegen den Film&quot; heißt es:<br />&quot;Fast gleich am Anfang und nicht ohne Gewaltanwendung wurde die Vorführung vom Publikum und den Leitern des Kinoclubs unterbrochen.&quot;<br />Ob das für Debord eine erschütternde Niederlage war, oder ob es genau die Reaktion war, die er hervorrufen wollte, bleibt offen. Seine folgenden Filme haben jedenfalls neben der Textspur auch eine Bildspur. Was ein Film ist und was Kino ist, das wird nur an den Grenzen sichtbar. Und die sind heute wohl gar nicht so anders als sie es schon 1952 waren. Denn die Reaktionen auf diesen Film in einem Kino wären heute sicher ähnlich. Daher werden solche Filme wohl eher in Galerien gezeigt und somit von allgemein an Kunst Interessierten gesehen.<br /><br /></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><i>Von Sarah Nieber</i></p>]]></content:encoded>
  <category>Super 8</category>
			
  <pubDate>Wed, 25 Feb 2009 11:56:00 +0100</pubDate>
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  <title>Schön war's: eine Retrospektive</title>
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  <description>Super8 - Ihr Kinomagazin auf mephisto 97.6 wird Geschichte. Obwohl Sie natürlich weiterhin bei uns über die aktuellen Filme und alle Themen rund um das Kino informiert werden, verabschieden wir uns von Super8, dem allwöchentlichen halbstündigen Kinomagazin. </description>
  <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><em>Von Kerstin Ruskowski</em></p>]]></content:encoded>
  <category>Super 8</category>
			
  <pubDate>Wed, 25 Feb 2009 11:47:00 +0100</pubDate>
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  <title>Got Milk?</title>
  <link>http://mephisto976.uni-leipzig.de/sendungen/super-8/beitrag/artikel/got-milk.html</link>
  <description>Got Milk? ist in den USA ein erfolgreicher Werbedauerbrenner der Milchindustrie. Auch viele Prominente hielten schon ihren Milchbart für die Kampagne in die Kamera. Ein Prominenter Amerikaner, der wie kein anderer auf die Kampagne gepasst hätte, wäre Harvey Milk. Allein schon des Namen wegens. Der bekennende Homosexuelle bewarb sich in den 70ern um einen Sitz im Stadtrat von San Fransico und wurde zur Ikone der Schwulenbewegung. Gus van Sant hat Harvey Milks Leben nun porträtiert. Kerstin Ruskowski hat &quot;Milk&quot; schon gesehen. </description>
  <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><i>Mein Name ist Harvey Milk und ich will Euch rekrutieren. Ich will Euch rekrutieren für den Kampf zur Erhaltung Eurer Demokratie. Brüder und Schwestern, Ihr müsst Euch outen! Outet Euch vor Euren Eltern, outet Euch vor Euren Freunden, wenn sie tatsächlich Eure Freunde sind.<br /></i><br />1972 künden diese Worte von dem Aufbruch in eine neue Zeit. Denn trotz freier Liebe und Hippie-Bewegung sind gleichgeschlechtliche Liebesbeziehungen in den USA verpönt.<br />Anfang der 70er Jahre zieht Harvey Milk mit seinem ungleich jüngeren Freund Scott nach San Francisco. Doch in der Castrostreet, einer irisch-katholischen Nachbarschaft, stößt das schwule Pärchen auf wenig Gegenliebe. Das ist der Moment, in dem Harvey Milk beschließt, nicht nur sein Leben zu verändern.</p>
<p class="bodytext"><br /><i>Ich brauch ne Veränderung.<br />Ja. Hey, Du bist jetzt 40.<br />40 Jahre alt und ich hab noch nichts getan, worauf ich stolz wär.<br />Iss weiter solchen Kuchen und Du bist fett sobald Du 50 wirst.<br />Sofern ich jemals 50 werde.</i></p>
<p class="bodytext"><br />Fortan kämpft Milk für die gesellschaftliche Akzeptanz von Schwulen. Und zwar im großen Stil: Sein Ziel ist ein Sitz im Stadtrat. Er findet schnell Mitstreiter, die ihn im Wahlkampf und mit Demonstrationen unterstützen.<br /><br /><i>Civil rights and civil war. Gay rights now! Civil rights and civil war. Gay rights now!</i><br /><br />Zwar gelingt es nicht auf Anhieb, doch 1977 wird Harvey Milk als erster Schwuler in den Stadtrat von San Francisco gewählt. Sein Privatleben leidet allerdings unter seinem beruflichen Erfolg: Scott, der ihn von Anfang an unterstützt hat und mit dem ihn eine starke Liebe verbindet, trennt sich von ihm. <br />Eines Abends schleicht der junge Latino Jack vor der Fensterscheibe von Milks Wahlkampfzentrale herum. Diego Luna, bekannt aus „Y tu mamá también“ gibt der Figur des Jack etwas schizophrenes. Jack ist fordernd, anstrengend und nervig. Und vom ersten Moment an ahnt man, dass diese Liebesgeschichte zwischen dem schwulen Politiker und dem durchgeknallten Latinojungen ein böses Ende nehmen wird. Der Schauspieler Diego Luna verschmilzt geradezu mit seiner Rolle des aufgesetzten Klischeeschwulen. <br /><br /><i>Ist das alles für Dich, Harvey? Bist Du so berühmt, ja? Echt?<br />Nein, so ist das hier eigentlich immer. Gefällt’s Dir?<br />Ja.<br />Die neue Mrs. Milk. Ich geb ihm ne Woche.</i><br /><br />Auch Sean Penn überzeugt als facettenreicher Harvey Milk – bisweilen unsicher und auf die Unterstützung seiner Freunde angewiesen, mimt Penn Harvey Milk als einen Mann zwischen menschlichen Bedürfnissen, alltäglichen Problemen und beruflichem Erfolg, der zur Leitfigur der amerikanischen Schwulenbewegung wird.<br />Cleve Jones, der im Film von Emile Hirsch gespielt wird, gehörte zu Harvey Milks engsten Freunden. Als Student der Politikwissenschaft war Jones als berater der vielleicht wichtigste Teil von Milks Wahlkampfteam. Heute setzt sich Jones noch immer für Homosexuelle und für Aidskranke ein. Dass das Leben seines Freundes Harvey Milk nun verfilmt wurde, ist für ihn besonders wichtig.<br /><br /><i>Ich möchte, dass die Leute wissen, dass er ein gewöhnlicher Mann war. Er war kein Heiliger, er war kein Genie, sein persönliches Leben war oft in Unordnung. Er starb mittellos. Und trotzdem – mit seinem Beispiel und seinen Taten hat er ganz sicherlich die Welt verändert.</i><br /><br />Der Regisseur Gus van Sant hat mit „Milk“ das Leben des ersten bekennend schwulen Stadtrats von San Francisco porträtiert. Doch auch 30 Jahre nach dem öffentlichen Engagement Harvey Milks ist das Thema noch genauso aktuell und heiß diskutiert: Gleichgeschlechtliche Ehen wurden 2004 zunächst erlaubt und dann in einigen Bundesstaaten, unter anderem in Kalifornien, wieder verboten – per Volksentscheid.</p>
<p class="bodytext"><i>Von Kerstin Ruskowski</i></p>]]></content:encoded>
  <category>Super 8</category>
			
  <pubDate>Tue, 17 Feb 2009 19:51:00 +0100</pubDate>
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  <title>Sinnfreie Filmgimmicks</title>
  <link>http://mephisto976.uni-leipzig.de/sendungen/super-8/beitrag/artikel/sinnfreie-filmgimmicks.html</link>
  <description>So glamourös und pressewirksam Filmfestspiele auch sind, die Milch der Produzenten machen sie auch nicht fett. Mittlerweile nutzen die großen Hollywood-Studios alle Werbestrategien, um ihre Filme dem Publikum bekannt zu machen. Seinen sie auch noch so absurd. Judith Biedermann hat sich die „interssantesten“ angeschaut.
</description>
  <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Man nehme 200g Mehl, die gleiche Menge gemahlene Haselnüsse, Eier, Natron, eine Prise Salz, je 250 Gramm Butter und braunen Zucker, Zartbitterschokolade und natürlich Old English Fudge, Whiskey-flavoured. Das ganze ergibt nach 10 Minuten bei 200 Grad, Whiskey-Fudge-Cookies. Drovers Lieblingskekse, die er sich nach getaner Arbeit mehr als verdient hat. <br />So steht es jedenfalls im Backbuch zum Weihnachtsblockbuster <i>Australia</i>. Der „Ich-hatte-eine-Farm-in-Afrika“-Version für Down Under. Hugh Jackmann und Nicole Kidman versuchten sich Ende vergangenen Jahres im Australien-Epos dramatisch ineinander zu verlieben. Doch karamell-klebrige Cookies aßen sie dabei nie. <br />Für die Kinowerber war das aber gar kein Problem. Schließlich stand Weihnachten vor der Tür. Und was würde da besser passen, als Plätzchen-Rezepte und Film zu verbinden? Kernig-gehaltvolle Kekse für die Männer, rosenwasser-süße und zartschmelzende Plätzchen für die Frauen. <br />Die <i>Australia</i>-Weihnachtsbäckerei war geboren, ein sieben Rezepte umfassendes Heftchen, das als Gimmick, als Werbegag in den Kinos auslag. <br />Eine Idee ungleich gehaltvoller als die angepriesene Mandelbutterbällchen, dennoch wirksam. <br />Die Weihnachtsausgaben der Frauenzeitschriften immerhin gehören zu den auflagenstärksten des Jahres. Welche gute Hausfrau bäckt nicht an Weihnachten oder tauscht Rezepte. Word-of-Mouth, also Mundwerbung von Bäckerin zu Bäckerin ist garantiert. <br />Doch bleibt bei allen Werbestrategien die Grundfrage: Was hat das noch inhaltlich mit dem Film zu tun?<br />Es ist mir natürlich klar, dass mittlerweile nichts unversucht gelassen wird, um Filme zu vermarkten. Virales Marketing auf youtube, gut gestreute Gerüchte auf aintitcool.com und weltweite Werbekampagnen. Bei großen Hollywood-Produktionen fließen mittlerweile gut ein Drittel des Budgets in Werbung und Vermarktung. Bei <i>Australia </i>mit einem geschätzten Budget von 130 Millionen Dollar könnten so immerhin 44 Millionen veranschlagt werden. Da sollte der Zuschauer doch eigentlich auch qualitativ hochwertige Werbung und Vermarktungsideen erwarten können?<br />Doch <i>Australia </i>ist kein Einzelfall. Für die Comicverfilmung <i>The Spirit</i> gab es als Publikumsgeschenke Hüte, denen jedes Partyhütchen Konkurrenz gemacht hätte und Medaillons, zu denen man am Automaten für 50 Cent auch noch einen Kaugummi dazu bekommen würde. <br />Als der jüngste James Bond in die Kinos kam, gab es unter anderem Kaffeetassen. Kaf-fee-tassen! Haben sie James Bond jemals Kaffeetrinken sehen? Und nach zwei vollen Tassen, war der Henkel auch schon ab. Neben inhaltlichem Fehltritten, also auch noch qualitative Mängel. Und das bei Werbebudgets im oberen zweistelligen Millionenbereich. <br />Vielleicht wohnt der Finanzkrise hier ihr Gutes inne, wenn sie weitere sinnlose und überteuerte Werbung in der Filmindustrie verhindert. Man sollte das Geld lieber direkt in den Film stecken und mit dem eigentlichen Produkt und nicht den Werbegeschenken überzeugen. So bleiben uns vielleicht Thermobecher zu <i>Ice Age 3</i>, Bibel-Sonderausgaben zu <i>Illuminati</i> oder Spanischkurse für <i>Terminator 4</i> erspart.</p>
<p class="bodytext"><i>Judith Biedermann</i></p>]]></content:encoded>
  <category>Super 8</category>
			
  <pubDate>Tue, 17 Feb 2009 19:48:00 +0100</pubDate>
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  <title>Effi Briest und die Berlinale</title>
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  <description>Bereits letzten Donnerstag wurde in Berlin wieder der rote Teppich ausgerollt und damit war die 59. Berlinale eröffnet. Neben Stars wie Clive Owen und Tilda Swinton, kommen auch die deutschen Schauspieler, um mit ihren Filmen Premiere zu feiern. So auch Julia Jentsch und Sebastian Koch, die Hauptdarsteller der Neuverfilmung des Fontaneromas „Effi Briest“.
Unsere Kinoredakteurin Anna Wollner hat den Film schon gesehen und berichtet aus Berlin.
</description>
  <content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded>
  <category>Super 8</category>
			
  <pubDate>Tue, 10 Feb 2009 18:54:00 +0100</pubDate>
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  <title>Festival oder nicht Festival, das ist hier die Frage...</title>
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  <description>Wie viel Kino braucht eine Stadt? Und vor allem: Wie viel Rummel rund ums Kino und den Kinofilm kann eine Stadt wie Leipzig vertragen? Die Auswahl an Filmfestivals ist kaum noch zu überblicken. Was der normale Kinogänger, oder auch der überzeugte Cineast davon hat, kommentiert Super8-Redakteur Michael Bartel.</description>
  <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">„Mach doch mal was zu diesen ganzen Filmfestivals hier in Leipzig – einen Kommentar oder so.“ – Das waren die Worte der verantwortlichen Redakteurin für diese Sendung. So einen richtig schönen, bissigen Kommentar wollte sie haben - geschrieben mit spitzer Feder. Einen Aufreger über die vielen aus dem Boden schießenden Filmtage. <br />Und damit war es da - mein Problem. Doch zuerst die Fakten: Es ist schier unmöglich die in Leipzig organisierten Filmfestivals beziehungsweise Filmtage zu zählen. Einige starten hoffnungsfroh und werden dann im nächsten Jahr doch nicht mehr veranstaltet. Andere haben sich fest etabliert: <br /><br />Darunter an erster Stelle das Dokfilm-Festival, die Argentinischen Filmtage oder die schwul-lesbische Filmreihe. Kein Genre, keine Region und keine Volksgruppe scheint zu klein oder unbedeutend, als das sie nicht für den Leinwandkosmos taugen würde – wie der jüngste Spross in dieser Reihe beweist: Die Bayerischen Filmtage. Der Kreativität der Veranstalter jedenfalls sind keine Grenzen gesetzt.<br /><br />Und wer soll bei diesem anarchischen Wildwuchs den Überblick behalten? Es scheint ja ganz nach dem Motto zu gehen: „Jedem Tierchen sein Pläsir’chen“. Und außerdem: Spricht nicht alles dafür, dass bei soviel Masse, am Ende alles andere als Klasse herauskommt? Und genau jetzt kommen wir zurück zu meinem Problem: Ich kann an dieser Anarchie, an dem Durcheinander nichts Negatives finden, nichts Herumkritteln oder zynisch zuspitzen. <br /><br />Ganz im Gegenteil: Filmfestivals sind eine riesige Fundgrube. Ich selbst stoße immer wieder auf Filme die mich begeistern und lange Zeit nicht mehr loslassen. Filme, die ich mir in einer regulären Vorstellung nicht angesehen und damit verpasst hätte. Und auch generell gilt, dass Independentfilme, die auf kleinen Festivals das Laufen lernen, später sogar einen Oscar gewinnen. Wie „Pans Labyrinth“, eine fantastische Geschichte des heute zu Recht gefeierten mexikanischen Filmemachers Guillermo del Toro. Oder „Die Geschichte vom weinenden Kamel“, ein Dokumentarfilm über eine mongolische Hirtenfamilie, der für einen Oscar nominiert wurde.<br /><br />Es ist eben doch keine Region, kein Genre und kein Thema zu klein, als das es nicht für die Leinwand taugen würde. Und wo können Enthusiasten und Neugierige besser zusammen kommen als auf einem Festival? <br /><i><br />Michael Bartel<br /></i></p>]]></content:encoded>
  <category>Super 8</category>
			
  <pubDate>Tue, 10 Feb 2009 18:50:00 +0100</pubDate>
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  <title>Pfiat di</title>
  <link>http://mephisto976.uni-leipzig.de/sendungen/super-8/beitrag/artikel/pfiat-di.html</link>
  <description>Bayern mitten in Sachsen? Da legs di nieder! Die Schaubühne Lindenfels präsentiert seit letzter Woche die ersten Bayrischen Film- und Gastrotage in Leipzig.</description>
  <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die ersten Bayrischen Film- und Gastrotage in Leipzig, eine Veranstaltung, die sich als kultureller Austausch versteht. Auf dem Programm stehen fünf Filme aus dem Land der Lederhosen und natürlich gibts fettige Grillhaxn mit Weizenbier. Das mussten wir gleich mal testen und haben einen sächsische Reporterin und einen bayrischen Reporter in die Schaubühne geschickt. Alexandra Falk und Jan Schilling über Weizenbier und die sächsisch-bayrische Völkerverständigung.</p>]]></content:encoded>
  <category>Super 8</category>
			
  <pubDate>Tue, 10 Feb 2009 18:39:00 +0100</pubDate>
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  <title>Rächer mit roter Krawatte</title>
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  <description>Es ist noch kein Ende in Sicht: Nach Spider Man, Hulk und Batman kommt nun die nächste Comicverfilmung in die Kinos. Doch dieses Mal ist es kein DC- oder Marvel-Superheld, sondern der Held eines Zeitungscomicstrips aus den 40er Jahren. Die Rede ist von &quot;The Spirit&quot;.</description>
  <content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><i>The Spirit</i> – so heißt der mysteriöse Kämpfer gegen die Unterwelt von Central City. Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein ganz normaler Mann im schwarzen Anzug. Einzig auffällig sind seine schwarze Maske und die rote Krawatte. Doch&nbsp;<i>The Spirit</i> hat übermenschliche Kräfte und scheint unsterblich zu sein: Verletzungen heilen bei ihm binnen kürzester Zeit. Nur einer kennt sein Geheimnis und das ist ausgerechnet sein schlimmster Feind: der Octopus. Sein Ziel:&nbsp;<i>The Spirit</i> vernichten und die Herrschaft über Central City an sich reißen. Beim Kampf von Gut gegen Böse dürfen natürlich auch schöne Frauen nicht fehlen.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;">Nach der ersten Einstellung ist klar, wer hier seine Finger im Spiel hat: die Farben meist in schwarz, weiß und rot gehalten, Schatten in der Totalaufnahme und eine hochkarätige Besetzung – wer jetzt an <i>Sin City</i>, <i>300</i> und Frank Miller denkt, liegt goldrichtig. Miller verewigt sich mit <i>The Spirit</i> nicht nur als Drehbuchautor und Regisseur, sondern sogar in einer kleinen Gastrolle. Die Comicvorlage lieferte dieses Mal allerdings nicht Miller selbst, sondern ein Comicstrip, der wöchentlich von 1940 bis 1952 in verschiedenen amerikanischen Zeitungen erschien. Miller bleibt dem Muster seiner vorigen Filme treu und setzt auch hier vielfach auf plumpe gedankliche Monologe.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;">Frank Millers Comicverfilmungen haben einen ganz eigenen Stil, der sie von Filmen wie Hulk oder Spiderman unterscheidet. Bei Spiderman und Co. sind die Bösen in der Regel gar nicht ausschließlich böse, sondern vielschichtige Charaktere mit einleuchtenden Motiven für ihr Handeln. Doch genau darauf verzichtet <i>The Spirit</i> – wie es übrigens auch die meisten Comics tun: Hier kämpft der knallharte Einzelgänger gegen die Bösen, die einfach das machen, was sie wollen, ohne lange Erklärungen. So zum Beispiel auch gegen Scarlett Johansson alias Silken Floss, die Helferin des Octopus.<i></i></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;">Zeitweise glaubt man, ein Theaterstück zu sehen: Da hüpft Samuel L. Jackson als Spirits Widersacher eben noch als Samurai verkleidet herum und im nächsten Moment in SS-Uniform. Doch skurrile Ideen allein machen noch keinen herausragenden Film. Zwar ist Frank Millers&nbsp;<i>The Spirit</i> eine außerordentlich mutige Comicverfilmung, aber auf einen spannenden Plot wie in <i>The Dark Knight</i> oder <i>Spiderman</i> kann man lange&nbsp; warten. Gemessen an Millers vorigen Werken <i>Sin City</i> und <i>300</i>, zieht <i>The Spirit</i> trotz Hollywoodgrößen wie Eva Mendes, Scarlett&nbsp; Johansson oder Samuel L. Jackson den Kürzeren.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><i>Gregor Teggatz</i></p>]]></content:encoded>
  <category>Super 8</category>
			
  <pubDate>Tue, 03 Feb 2009 19:30:00 +0100</pubDate>
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  <title>Verbales Duell</title>
  <link>http://mephisto976.uni-leipzig.de/sendungen/super-8/beitrag/artikel/verbales-duell.html</link>
  <description>Vor genau zwei Wochen wurde Barack Obama als 44. Präsident der Vereinigten Staaten in sein Amt eingeführt. Obwohl nicht nur das amerikanische Volk froh war, Obamas Vorgänger George W. Bush los zu sein, gelang diesem noch ein würdiger Abschied. Anders erging es vor 35 Jahren Präsident Richard Nixon. Nach der Watergate-Affäre musste Nixon zurücktreten – als erster und bislang einziger Präsident der USA. In dieser Woche kommt ein Film in die Kinos, der eine Interviewreihe zwischen Nixon und dem Briten David Frost nachzeichnet, die 1977 weltweites Aufsehen erregte.</description>
  <content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Amerika 1977: Richard Nixons Ruf ist nach der Watergate-Affäre ruiniert. Drei Jahre nach dem vorzeitigen Ende seiner Präsidentschaft versuchen er und seine Berater noch immer, Nixons Ansehen wiederherzustellen. Zur selben Zeit versucht David Frost, ein britischer Talkshowmoderator, sich einen Namen jenseits seichter TV-Unterhaltung zu machen. Und wittert seine Chance in einer exklusiven Interviewreihe mit Richard Nixon. Dafür bietet er Nixon eine halbe Million Dollar. Doch scheinen Frosts Berater die Sache ernster zu nehmen als Frost selbst.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Frost geht es bei den Nixon-Interviews vor allem um seinen persönlichen Erfolg als Journalist. Die Recherchearbeit und Vorbereitung der Fragen überlässt er sorglos seinen drei amerikanischen Beratern. Für den ambitionierten Jim hat der Erfolg von Frosts Interviews eine ungleich größere Tragweite.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><i>Das amerikanische Volk braucht eine Verurteilung, ohne wenn und aber. Die Integrität unseres politischen Systems, die Demokratie als unser Ideal ist in ihren Grundfesten schon abhängig davon. Falls die Menschen Jahre später rückblickend sagen, dass es dieses Interview war, mit dem es Richard Nixon gelungen ist sich wieder reinzuwaschen, wäre das das schlimmste Verbrechen von allen.</i></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Genau diese Gelegenheit wollen Nixons Berater wahrnehmen: Sie glauben, dass sie mit David Frost, einem einfältigen Moderator schräger Fernsehshows, leichtes Spiel haben. Ihr Plan: eine halbe Million Dollar einstreichen, gleichzeitig den Ruf Richard Nixons wiederherstellen.<i></i></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Gemeinsam mit dem Drehbuchautor Peter Morgan ist dem Regisseur Ron Howard mit „Frost/Nixon“ eine authentische Rekonstruktion der brisanten Interviewreihe zwischen David Frost und Richard Nixon gelungen. Die Glaubwürdigkeit des Films ist in besonderem Maße den starken Schauspielern zu verdanken. Frank Langella spielt den allseits unbeliebten Richard Nixon als gealterten, sehr redegewandten Staatsmann.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">So ist es kaum verwunderlich, dass Frank Langella für seine Rolle als gebrochener Ex-Präsident für einen Oscar nominiert ist. Doch auch Michael Sheen geht in seiner Rolle des zunächst sehr naiven und oberflächlichen David Frost mit dem ständigen selbstverliebten Grinsen voll auf. Am Ende hängt sein Wandel vom sorglosen TV-Entertainer zum knallharten Journalisten - typisch amerikanisch - von einem einzigen Anruf ab und vollzieht sich somit etwas plötzlich.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Kerstin Ruskowski</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left: 36pt; text-indent: -18pt; line-height: 150%;"><i></i></p>]]></content:encoded>
  <category>Super 8</category>
			
  <pubDate>Tue, 03 Feb 2009 19:30:00 +0100</pubDate>
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  <title>Pierre Brice zum 80. Geburtstag</title>
  <link>http://mephisto976.uni-leipzig.de/sendungen/super-8/beitrag/artikel/pierre-brice-zum-80-geburtstag.html</link>
  <description>Cowboy und Indianer: Das hat früher jeder gespielt. Und wer wollte man sein? Natürlich das Vorbild aus dem Sonntagnachmittagsfilm: der rechtschaffene Old Shatterhand oder noch lieber der edelmütige Winnetou. 
Pierre Brice hat mit seiner Darstellung des Apachenhäuptlings ganze Generationen geprägt. Am Freitag wird der Franzose 80 Jahre alt. </description>
  <content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Die weite Prärie. Am Horizont zwei einsame Reiter. Aufrecht und erhaben, Bärentöter und Henrystutzen am Sattel des einen, die Silberbüchse auf den Knien des anderen. Old Shatterhand, der Bärenbezwinger aus Europa und Winnetou, der letzte Apachenhäuptling. Blutsbrüder bis in den Tod. Ihre bedingungslose Freundschaft prägte ganze Generationen. Edelmütig und rechtschaffen, nobel und tapfer wurden sie für viele zu Helden der Kindheit. Vor allem Winnetou war nie ein Mann vieler Worte. Doch was er sagte, hatte Gewicht.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">1962 entdeckte der Produzent Horst Wendlandt Pierre Brice auf der Berlinale und wusste sofort, dass er seinen Winnetou gefunden hatte. Nur der Franzose Brice konnte mit der Indianer-Figur des Karl May zunächst nichts anfangen. Nachdem er jedoch eine französische Ausgabe der deutschen Abenteuerromane gelesen hatte, sagte er zu. Zwei Wochen später begannen die Dreharbeiten in Jugoslawien – und die Karriere von Pierre Brice.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Lange schwarze Haare, blaue Augen, Stirnband und vornehme Zurückhaltung. Das verhaltene Spiel Brices, der traurige die-Verantwortung-für-einen-ganzen-Stamm-tragende Blick und der edle Charakter prägen das Bild der Deutschen vom Indianer, dem „edlen Wilden&quot;, bis heute. Keiner, außer Winnetou, lehrte ganze Generationen Werte wie Vergebung, Großmut, Gerechtigkeit, Frieden und Freundschaft mit so viel Pathos.</p>
<p class="MsoBodyText2">In sieben Jahren verkörperte Pierre Brice elf Mal den Winnetou. Sein Bild zierte in dieser Zeit 56mal das Titelblatt der BRAVO. Der Bravo Otto erhielt wegen Pierre Brice die Form eines Indianers und wurde ihm für seine Rolle des&nbsp; Apachenhäuptlings allein zwölf Mal verliehen. </p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Zwar war Pierre Brice als Darsteller des Winnetou ein Megastar. Doch blieb sein Erfolg hauptsächlich auf Deutschland und vor allem die Rolle des Indianers begrenzt. Nachdem er Ende der 60er Mokassins und Lederkluft an den Nagel gehangen hatte, folgten nur noch unbedeutende Rollen in Filmen und Fernsehserien.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Pierre Brice selbst, sagte in einem Interview anlässlich seines 80. Geburtstags, dass die Rolle des Winnetou seine Karriere ruiniert habe. Er hätte nach dem dritten Teil, auf dem Höhepunkt seiner Karriere mit Winnetou aufhören sollen. Er hätte jede Rolle bekommen.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Doch das Publikum wollte ihn nur in der Rolle des Winnetou sehen, löste zum dritten Teil 1965 sogar eine landesweite Protestwelle aus, um den Filmtod des Häuptlings zu verhindern. Erfolgreich. Winnetou und Pierre Brice verbindet auch heute noch eine nicht enden wollende Blutsbruderschaft.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><i>Judith Biedermann</i></p>]]></content:encoded>
  <category>Super 8</category>
			
  <pubDate>Tue, 03 Feb 2009 19:30:00 +0100</pubDate>
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