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Urheberrechtsgesellschaft zum Urteil gegen kino.to
Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hat im April Strafantrag gegen kino.to gestellt. Heute wurde nun der Hauptadministrator des illegalen Internet-Filmportals kino.to vom Amtsgericht Leipzig zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. mephisto 97.6 hat mit der GVU-Sprecherin Christine Ehlers über das Urteil und den Kampf gegen Raubkopierer gesprochen.

Sind Sie zufrieden mit dem Urteil?
Ich finde das Urteil hart, aber gerecht. Wir dürfen nicht vergessen, dass kino.to wahnsinnig hohe Nutzerzahlen hatte und viel unternahm, um sich vor den Rechteinhabern zu schützen. Zum Schluss war kino.to mit mehreren Millionen Besuchern pro Tag auf Platz 43 der meistbesuchten Internetseiten, noch vor tagesschau.de und anderen Newsportalen. Das war für die Filmwirtschaft natürlich ein Riesenproblem, zumal dort auch Kinofilme angeboten wurden, die aktuell im Kino laufen. Für die Verwertungskette ist das besonders schädlich.
Betrachten Sie das Urteil als Präzedenzfall?
Ja. Die Betreiber des Portals behaupteten immer, ihre Seite sei nur eine Art Suchmaschine und deshalb legal. Das Verfahren zeigte deutlich, dass das nicht stimmt und die Leute hinter kino.to auch die Hoster mit den Filmen betrieben. Außerdem hat der Richter heute klargestellt, dass bereits das Verlinken von urheberrechtlich geschützen Werken auf der Portalseite unter die sogenannte „öffentliche Zugänglichmachung“ fällt und damit illegal ist. Das Urteil hilft also, die rechtliche Situation von solchen Portalseiten besser zu bewerten.
Kino.to ist seit Sommer abgeschaltet. Sind andere Anbieter in die Lücke gesprungen?
Zuerst mal gab es eine Art Schock. Dann aber wurden unheimlich viele neue Portale gegründet, von denen einige bereits wieder eingegangen sind. Andere wie z.B. kinox.to haben sich fest etabliert. Die Seite hat heute zusammen mit movie2k.tv in etwa die gleichen Nutzerzahlen wie vorher kino.to.
Gehen Sie gegen diese Seiten ebenfalls vor?
Ja, wir ermitteln weiter, aber die Betreiber unternehmen eine ganze Menge um sich vor der Strafverfolgung zu schützen. Die Domain von kino.to ist die von dem Inselstaat Tonga. Die Zulassungsstelle dort gibt uns überhaupt keine Auskünfte, wer eine bestimmte Domain angemietet hat. Daher versuchen wir, das System über die Hoster und die Werbepartner zu knacken. Es funktioniert ja nur, weil an verschiedenen Stellen Werbebanner und Abofallen platziert sind, über die dann viel Geld eingenommen wird. Vor Gericht hat sich übrigens herausgestellt, dass kino.to von einem Österreicher, der hinter dem Usenet-Portal Firstload steht, monatlich mehrere 100.000 Euro bekommen hat. Dieser Mann scheint noch eine Ebene über kino.to zu stehen. Wir prüfen jetzt, inwieweit er auch zu anderen Portalen und kriminellen Seiten wie z.B. Abofallen in Beziehung steht. Diese Person kennen wir schon, haben aber von Deutschland aus momentan keine Handhabe, weil er in Österreich ist.
Das ganze Interview mit Christine Ehlers von der GVU hören Sie hier:



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