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Einheitswanderweg

Kunst gegen den Verfall

von Mechthild Puhlmann
Dienstag, 07. September 2010

Hannah Kappes und Jan Schilling sind als Team Ost auf dem Einheitswanderweg unterwegs und haben Station in Kirschau im Lausitzer Bergland gemacht. Eine Gruppe Künstler will den ehemaligen Textilstandort kulturell wiederbeleben – zum Beispiel mit einem Schrottkarrenkino.

Die Jugendstil-Kuppel gehört zu einer Villa in Kirschau, in der sich Künstler zum Arbeiten und Team Ost zum Übernachten einmietete. (Foto: Hannah Kappes/Jan Schilling)

Kirschau im Landkreis Bautzen war einmal ein gefragter Ort für die Textilindustrie. Im 19. Jahrhundert haben sich in dem unscheinbaren Dorf einige Industrielle angesiedelt und Kirschau zu einem ansehnlichen Reichtum verholfen. Davon zeugen heute noch die Villen auf den Hügeln ringsum und der Name "Dorf der goldenen Dächer", den Kirschau seitdem trägt.

Ein Neubeginn nach der Wende

In der DDR mussten die Industriellen gehen und die Volkseigenen Betriebe kamen. In Kirschau wurden weiter Tücher, Teppiche und die Decken produziert, aber die Fabrikantenvillen blieben leer – bis die Wende kam. Die Textilbetriebe in Kirschau fanden keine neuen Investoren und mussten nach und nach schließen. Dem Dorf drohte der wirtschaftliche und kulturelle Verfall. Das Künstlerlabel ObArt hat sich im letzten Jahr in Kirschau angesiedelt, um dem Ort und der Region kulturell wieder auf die Beine zu helfen.

Kunst im ländlichen Raum Das Schrottkarrenkino in Kirchau. (Foto: Hannah Kappes/Jan Schilling)

Das Label ist mit seinen Projekten einzigartig in der Region. Beispielsweise dient eine der alten Villen nun Künstlern aus dem sächsischen Oberland als kreative Herberge. In Kirschau selbst hat eine ganz besondere Attraktion erhalten: ObArt hat ein Autokino aus ausgedienten Autos gebaut. Jeden Freitag und Samstag können sich Besucher für 10 Euro in einer der alten Karren einmieten und das Flair eines besonderen Autokinos genießen.

Hören Sie hier den Radiobeitrag von Hannah Kappes:

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