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Ein Thomaner, ein Schatz!
Friedrich der Große
Er gilt als erster Aufklärer auf dem Thron und schöngeistiger Herrscher. War Friedrich der Große das wirklich, oder war er ein Herrscher und Feldherr wie jeder andere zu seiner Zeit?

Am 24.01.1712 - also genau vor 300 Jahren - wurde Friedrich II geboren. Er wurde später Friedrich der Große genannt und hinterließ der Nachwelt einen reichen Nachlass an künstlerischen, philosphischen und geschichtlichen Werken. Ebenso etablierte er seinen Staat Preußen als europäische Großmacht neben Russland, Österreich, Frankeich und Großbritannien. Nach seinem Ablehnen wurde er zu verschiedenen Helden- und Feindbildern stilisiert. Heute gilt er gemeinhin als erster Aufklärer auf dem Thron und Intellektueller.
Das Buch zum Weiterlesen: "Der Große: Friedrich II. von Preußen" von Jürgen Luh
Lebenslauf
24.01.1712: Geburt Friedrichs II. in Berlin als Sohn Friedrich Wilhelms I. und Sophie Dorothea von Hannover
Kindheit: Friedrich II. ist als ältester überlebender Sohn Kronprinz. Er interessiert sich für Musik, Künste und Philosophie. Sein Vater lehnt all das ab und erzieht ihn streng und autoritär. Friedrich nimmt heimlich Flötenunterricht und rebelliert auch sonst gegen seinen Vater.
1730: Friedrich versucht aus der strengen Obhut seines Vaters nach England zu fliehen - erfolglos. Sein Freund und Mittwisser Katte wird auf Befehl des Vaters hingerichtet. Friedrich wird mit Festungshaft in Küstrin bestraft.
1732: Friedrich darf zu seiner Familie zurückkehren. Ihm wird der Befehl über ein Regiment übertragen. So lernt er das Kriegshandwerk von der Pike auf kennen.
12.06.1733: Hochzeit mit Elisabeth-Christine von Braunschweig-Bevern, die Friedrich II. nicht liebt. Nach seiner Thronübernahme verstößt er sie. Die Ehe bleibt kinderlos. Mögliche Gründe dafür sind eine Geschlechtskrankheit des Königs, seine mögliche Homosexualität oder schlicht das Missfallen an Elisabeth-Christine.
1738: Friedrich II. komponiert seine erste Symphonie.
1739: Friedrich II. verfasst den Antimachiavell.
1740: Tod des Vaters und Thronübernahme. Als eine der ersten Amtshandlungen schafft Friedrich II. die Folter ab.
1740-1742: Erster Schlesischer Krieg. Der österreichische Kaiser Karl VI. stirbt ohne männlichen Thronfolger. Seine Territorien sind begehrt. Friedrich erkämpft Schlesien für sich.
1744-1745: Zweiter Schlesischer Krieg. Friedrich II. fürchtet um den dauerhaften Besitz Schlesiens und erkämpft es sich erneut.
1745-1747: Bau des Schlosses Sanssouci in Potsdam nach Entwürfen Friedrichs II.
1756-1763: Dritter Schlesischer Krieg (Siebenjähriger Krieg). Friedrich kommt einem gemeinsamen Angriff der europäischen Großmächte auf Preußen zuvor und eröffnet mit seinem Einmarsch in das Kurfürstentum Sachsen den Siebenjährigen Krieg. Unter großen Verlusten in seiner Armee, der Zerstörung des Landes und durch "das Wunder des Hauses Brandenburg" kommt er nur knapp an der Niederlage vorbei.
Alter: Friedrich überwacht auf Reisen den Aufbau des Landes, das durch den Krieg geschunden ist. Mit zunehmdenem Alter wird er immer zynischer und einsamer. Seine liebsten Gefährten sind seine Windhunde.
17.08.1786: Friedrich II. stirbt im Alter von 74 Jahren auf Schloss Sanssouci. Sein letzter Wunsch ist eine Beisetzung in der Gruft auf Sanssouci, bei kleinstem Gefolge. Trotzdem wird er zunächst in der Potsdamer Garnisonkirche an der Seite seines Vaters beerdigt.
Hören Sie hier den Beitrag von Kathrin Krüger:



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