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Blood Red Shoes, ägyptische Revolution und die Insel Leipzig
Ersatzleistungen von LVB vorgestellt
Mit dem 30. April 2011 steht sie still: Die S-Bahnlinie 1 zwischen Hauptbahnhof und Miltitzer Allee. Wie die Fahrgäste trotzdem zwischen Grünau und Zentrum von A nach B kommen, gab die LVB am Mittwoch mit dem neuen Ersatzverkehr bekannt.

Hauptsächlich auf Busse gesetzt
Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) kümmern sich um Straßenbahnen und Busse, der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) ist für das Regionalbahnnetz verantwortlich und damit auch für die Leipziger S-Bahnen. Letzterer bekommt nun weniger Geld. Insgesamt 10 Millionen Euro wurden vom Wirtschaftsministerium eingestrichen. Generell gingen laut ZNVL die ausgeschütteten Mittel von Sachsen und die fälligen Infrastrukturkosten immer weiter auseinander. Daraufhin beschloss der Verband am 16. Februar eine Reihe von Kürzungen. Unter anderem sollte Ende April die S1, die über Lindenau direkt nach Grünau führt, für zweieinhalb Jahre eingestellt werden.
S1 ab Ende April ausgesetzt
ZVNL
Der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig wurde 1994 im Zuge der Bahnreform gegründet, in der die Organisationen des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) von Bund auf Länder überging. Dafür schließt er Verträge mit Verkehrsunternehmen (z.B. DB Regio), die den Nahverkehr SPNV betreiben.
Heißt das, Grünau muss auf der Strecke bleiben? Das zumindest befürchten viele Anwohner. Um dem entgegenzuwirken hat der ZVNL mit der LVB einen Vertrag über einen Schienenersatzverkehr ausgehandelt, der den Zweckverband rund 3 Millionen Euro kostet. Mit einem Ersatzverkehr aus Bussen möchte die LVB die S1 kompensieren. So wird die nördliche Buslinie 80 vom Busbahnhof Lindenau bis zum Bahnhof Plagwitz verlängert. Zusammen mit der Linie 80E, die allerdings schon an der Plautstraße wieder abzweigt, erreicht sie dann einen 10-Minuten-Takt. Innerhalb Grünaus wurde Mitte März die Linie 66, der so genannte "Grünolino", eingerichtet. Bisher fährt dieser nur stündlich, ab dem 30. April soll er dann alle 30 Minuten fahren.
Aktuelle Fahrzeiten können nicht erreicht werden
Die S-Bahnstrecke soll hauptsächlich durch diese Busverbindungen von Grünau in die nord-, nordwestlichen Bezirke ersetzt werden. "Die kurzen Fahrzeiten der S-Bahn können über das Straßennetz nicht erreicht werden.", gab die LVB allerdings bekannt. Ein direkter Ersatz zwischen Grünau und dem Hauptbahnhof wird auch nicht eingerichtet, da dort ein "ausreichendes Straßenbahnangebot" gegeben sei, so die LVB. Außerdem wird die Linie 15 mit einer zusätzlichen Bahn verstärkt. Bis 2013 müssen mit diesem Konzept insgesamt 17 zusätzliche Fahrer beschäftigt werden.
Proteste gegen S-Bahn-Stilllegung
Ausführliche Informationen über den Ersatzverkehr für die S1 finden Sie hier auf der Homepage der LVB.
Die Aussetzung der S1 sorgte im Vorfeld für massive Kritik - sowohl aus der Politik als auch bei den Bürgern. Eine Initiative sammelte insgesamt 12.000 Unterschriften, die für den Erhalt der Strecke warben. Doch sie konnten die Entscheidung nicht mehr verhindern. Für die Anwohner in Grünau wäre das der Idealfall gewesen. Antje Kowski vom Quatiersmanagement Grünau zeigte sich jedoch verständnisvoll gegenüber der ZVNL und ihren Kürzungen. "Ich denke, dass immer noch viele Bürger in Grünau erbost über die Einstellung der S1 sind. Aber in der heutigen Zeit mit den wenigen Mitteln müssen auch Kompromisse gefunden werden. Und was uns allen besonders wichtig ist, dass natürlich die S-Bahn in zwei Jahren wiederkommt.", so Kowski. Besonders wichtig war ihr die Einrichtung der Linie 80E, da sie wichtige Stationen wie das Arbeitsamt abdeckt. Insgesamt seien die Ersatzleistungen eine Anerkennung der Bürgerinitiative, die wirklich dafür gekämpft habe. "Es kann immer mehr sein, aber ich denke, hier stand im Fokus wirklich die Erreichbarkeit und Mobilität der Menschen zu erhalten und das war einfach auch das, was maximal ging."
Hören Sie hier mephisto 97.6 - Reporter Marcel Ruge im Gespräch mit Moderatorin Anne Eichhorn über die Ersatzleistungen der LVB:



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