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Gedenkveranstaltung

Eine Universität bekennt sich

von Jonas Böhm
Montag, 30. Mai 2011

Lange Zeit hatte Leipzig deutschlandweit die älteste Universitätskirche. Vor 43 Jahren wurde dem mit der Sprengung der Paulinerkirche durch das DDR-Regime ein Ende gesetzt. Dazu gab es heute eine Gedenkveranstaltung im Innenhof der Universität Leipzig.

Die Baustelle des Paulinums aus Sicht des Campusinnenhofes (Bild: M.Ruge)
Blick auf die Universitätskirche St. Pauli am Karl-Marx-Platz (heute Augustusplatz) (Bild: Rössing, Roger & Rössing, Renate, Eigenes Werk, CC)

Am 30. Mai 2011 jährt sich die Sprengung der Universitätskirche St. Pauli zum 43. Mal. Erstmals beteiligte sich nun auch die Universität Leipzig an der jährlichen Gedenkveranstaltung, die um 11 Uhr im Campusinnenhof ausgerichtet wurde. Eine wichtige Geste, wenn man bedenkt, dass die Universität selbst damals ihre Zustimmung zur Sprengung des ehemaligen Paulinums gegeben hatte. Am 16. Mai 1968 stimmte die Universitätsleitung, eine Woche vor der Stadtverordnetenversammlung, einem neuen Bebauungsplan zu, nach dem die Universitätskirche gesprengt werden sollte. Ein Beschluss, der trotz vereinzelter Proteste am Ende des Monats umgesetzt wurde.

Lange Geschichte

Dabei blickte das Gebäude auf eine lange Geschichte zurück. 1231 begannen Dominikanermönche, die sich kurz zuvor in Leipzig angesiedelt hatten, mit dem Bau einer Klosterkirche am heutigen Augustusplatz. Im Zuge der Reformation wurde der Orden 1539 aufgelöst und das Kloster ging in die Hand des Landesfürsten über, der den Gebäudekomplex schließlich 1543 der Universität übergab. Zwei Jahre später erhielt die Kirche durch den Reformator Martin Luther in einem Gottesdienst die evangelische Weihe. Während der Völkerschlacht 1813 wurde die Kirche als Gefangenenlager und Lazarett genutzt. Außerdem erfuhr sie im 19. Jahrhundert eine Vielzahl an Um- und Neubauten.

Auch heute steht die ehemalige Universitätskirche wieder ganz im Zeichen des Umbaus. An ihrer Stelle soll das Paulinum entstehen, das universitäre Institute, eine Aula sowie einen Andachtsraum vereinen soll.

Ulrich Stötzner ist Vorsitzender des Paulinervereins. Er hat als Zeitzeuge die Sprengung miterlebt und darüber im Interview mit mephisto 97.6 Redakteurin Laura Janke gesprochen.

Marcel Ruge war außerdem bei der Gedenkveranstaltung vor Ort und hat sich unter den Teilnehmern umgehört:

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