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Etwas ernstere Ausgehtips zu einem etwas wärmeren Wintertag...
Verbales Duell
Vor genau zwei Wochen wurde Barack Obama als 44. Präsident der Vereinigten Staaten in sein Amt eingeführt. Obwohl nicht nur das amerikanische Volk froh war, Obamas Vorgänger George W. Bush los zu sein, gelang diesem noch ein würdiger Abschied. Anders erging es vor 35 Jahren Präsident Richard Nixon. Nach der Watergate-Affäre musste Nixon zurücktreten – als erster und bislang einziger Präsident der USA. In dieser Woche kommt ein Film in die Kinos, der eine Interviewreihe zwischen Nixon und dem Briten David Frost nachzeichnet, die 1977 weltweites Aufsehen erregte.

Amerika 1977: Richard Nixons Ruf ist nach der Watergate-Affäre ruiniert. Drei Jahre nach dem vorzeitigen Ende seiner Präsidentschaft versuchen er und seine Berater noch immer, Nixons Ansehen wiederherzustellen. Zur selben Zeit versucht David Frost, ein britischer Talkshowmoderator, sich einen Namen jenseits seichter TV-Unterhaltung zu machen. Und wittert seine Chance in einer exklusiven Interviewreihe mit Richard Nixon. Dafür bietet er Nixon eine halbe Million Dollar. Doch scheinen Frosts Berater die Sache ernster zu nehmen als Frost selbst.
Frost geht es bei den Nixon-Interviews vor allem um seinen persönlichen Erfolg als Journalist. Die Recherchearbeit und Vorbereitung der Fragen überlässt er sorglos seinen drei amerikanischen Beratern. Für den ambitionierten Jim hat der Erfolg von Frosts Interviews eine ungleich größere Tragweite.
Das amerikanische Volk braucht eine Verurteilung, ohne wenn und aber. Die Integrität unseres politischen Systems, die Demokratie als unser Ideal ist in ihren Grundfesten schon abhängig davon. Falls die Menschen Jahre später rückblickend sagen, dass es dieses Interview war, mit dem es Richard Nixon gelungen ist sich wieder reinzuwaschen, wäre das das schlimmste Verbrechen von allen.
Genau diese Gelegenheit wollen Nixons Berater wahrnehmen: Sie glauben, dass sie mit David Frost, einem einfältigen Moderator schräger Fernsehshows, leichtes Spiel haben. Ihr Plan: eine halbe Million Dollar einstreichen, gleichzeitig den Ruf Richard Nixons wiederherstellen.
Gemeinsam mit dem Drehbuchautor Peter Morgan ist dem Regisseur Ron Howard mit „Frost/Nixon“ eine authentische Rekonstruktion der brisanten Interviewreihe zwischen David Frost und Richard Nixon gelungen. Die Glaubwürdigkeit des Films ist in besonderem Maße den starken Schauspielern zu verdanken. Frank Langella spielt den allseits unbeliebten Richard Nixon als gealterten, sehr redegewandten Staatsmann.
So ist es kaum verwunderlich, dass Frank Langella für seine Rolle als gebrochener Ex-Präsident für einen Oscar nominiert ist. Doch auch Michael Sheen geht in seiner Rolle des zunächst sehr naiven und oberflächlichen David Frost mit dem ständigen selbstverliebten Grinsen voll auf. Am Ende hängt sein Wandel vom sorglosen TV-Entertainer zum knallharten Journalisten - typisch amerikanisch - von einem einzigen Anruf ab und vollzieht sich somit etwas plötzlich.
Kerstin Ruskowski


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