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Das Familiengeheimnis des Jan Raiber
Die Suche nach der Wahrheit ist oft kompliziert. Vor allem in der Verwandtschaft gibt es manchmal ungelüftete Familiengeheimnisse. Der Leipziger Jung-Regisseur Jan Raiber hat sein persönliches Familiengeheimnis gelüftet und den Weg dahin verfilmt. Die Dokumentation „Alle meine Väter“ lief im Februar auf der Berlinale.

Jan Raiber wurde im thüringischen Nordhausen geboren und wuchs in Leipzig auf. Nachdem er den Zivildienst abgebrochen hatte, machte er eine Ausbildung zum Cutter. Das wurde ihm jedoch schnell zu langweilig: "Man ist als Regisseur nicht mehr nur der Ausführende und der 'Knöpfchendrücker'. Man hat mehr Einfluss auf das Ganze. Man sitzt als Cutter dann schon manchmal da und denkt sich: Was für ein Mist, den du da versuchst zu retten. Irgendwann hat man dann das Gefühl, man hätte dieses und jenes ganz anders gemacht. Und irgendwann macht man es einfach mal anders." Wie man es anders macht, hat Jan Raiber an der baden-württembergischen Filmakademie in Ludwigsburg gelernt.
Jan Raiber hat noch nicht einmal den Abschluss der Filmhochschule in der Tasche – trotzdem war auf der Berlinale 2010 bereits sein erster Dokumentarfilm zu sehen. „Alle meine Väter“ lief in der Rubrik „Perspektive Deutsches Kino“.
Der Film zeigt Jan Raibers Suche nach seinem leiblichen Vater. Der Regisseur hat mephisto97.6-Moderatorin Vera Wolfskämpf verraten, welche Schwierigkeiten es bei der dem Projekt gab, wann die Kamera ausgeschaltet werden musste und wie die Suche ausgegangen ist.
Auf der Berlinale hat der sehr persönliche Film Jan Raibers ein zumeist positives Echo bekommen. Aber es gab auch kritische Stimmen: Exhibitionismus und „Inszenierung“ des eigenen Schicksals waren Vorwürfe. Aber Jan Raiber weiß: "Wenn man etwas beobachtet, dann verändert man das Beobachtete. Ich habe das natürlich auch gemerkt. Ich sage ja auch nicht, dass alles auch ohne Kamera so passiert wäre. Ich hatte aber schon das Gefühl, dass ich meine Mutter mit der Kamera auch in irgendeiner Form schütze."
mephisto97.6-Moderatorin Vera Wolfskämpf hat Jan Raiber gefragt, wie er Cutter und später Regisseur wurde. Er hat verraten, warum alle Menschen bescheuert sind und was das mit der Mensa der Filmakademie Ludwigsburg zu tun hat.
Hören Sie hier das lange Interview mit Jan Raiber.




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