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Das lange Interview mit Kay Gräfrath vom Conne Island

"In alter Punker-Manier haben wir das Gerümpel aus dem Fenster gehauen"

von Viktoria Hänsel
Mittwoch, 19. Oktober 2011

Seit 20 Jahren gibt es schon das Conne Island an der Koburger Straße und zählt zu den bekanntesten Kulturbetriebe der Stadt. Moderator Christoph Kotschate sprach mit Kay Gräfrath, Mann erster Stunde, über die Anfänge, Musik zwischen Punk- und Oi-Konzerten und wie sich das Conne Island im Laufe der Zeit verändert hat.

Im frischrenovierten Backstagebereich vom Conne Island: Kay Gräfrath und Moderator Christoph Kotschate (Foto: Viktoria Hänsel)

"Gestern Nacht stürmten über 60 zum Teil vermummte Chaoten das Leipziger Rathaus." – titelte die Bildzeitung im März 1991. Anlass: Sie wollten die Schließung von Leipziger Kulturhäusern verhindern. Heute wird dieser Tag oftmals als Geburtsstunde eines der bekanntesten Kulturbetriebe der Stadt bezeichnet: Die Rede ist vom Conne Island.

Seit 20 Jahren existiert in Leipzig das Conne Island, eines der bekanntesten Kulturbetriebe in der Stadt. Kay Gräfrath ist Mann der ersten Stunde und war früher einmal Gastrochef im Conne Island. Die Zeit nach der Wende war auch für ihn eine bewegende Zeit, denn "unsere größte Aufgabe bestand dann erst mal darin, den ganzen Ostmief aus dem Haus zu bekommen. Dafür kam alles rein, was vorher nicht sein durfte: Punk, Hardcore, Hiphop und die ersten Technopartys der Stadt." Zudem war von Anfang an das Conne Island auch als politische Plattform angedacht, eben ein Zentrum für Musik, Kultur und auch Politik.

Zwar hat sich Kay Gräfrath etwas aus dem Conne Island zurückgezogen, jedoch kümmert er sich nach wie vor um das Band-Booking und sitzt montags im Plenum, bei dem alle Entscheidungen im Konsens getroffen werden. "Es kann gut sein, dass wir dann mal ein halbes Jahr über die Erhöhung der Teepreise streiten", erzählt Kay mit einem Lachen.

Pünktlich zum Geburtstag erhielt das Conne Island von innen und außen eine Generalsanierung. "Jetzt funktionieren endlich auch mal die Toiletten", sagt Kay.  Doch der neue Anstrich wird nicht lange so frisch bleiben, denn ohne Punkigkeit ist das Conne Island nur halb so gut. Wer die Wände mit neuen Graffitis schmücken darf, ist zwar noch nicht klar, aber laut Kay wird der Punk und die Kunst an den Wänden bald wieder im Conne einkehren.

Worüber Moderator Christoph Kotschate mit Kay Gräfrath noch gesprochen hat, können Sie hier im langen Interview nachhören!

Das Buch zur Geschichte: "Conne Island 20 yrs. Noch lange nicht Geschichte" erschienen im Verbrecher Verlag und kostet 12 Euro

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