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Wavves - "King of the Beach"

von Judith Kleibs
Montag, 26. Juli 2010

Passend zum Sommer kommt unsere CD der Woche aus San Diego, Kalifornien: Wavves legen ihr drittes Album „King of the Beach“ vor.

(Foto: Coop)
Nathan Williams, der Do-It-Yourself-König

Wavves waren ursprünglich ein Ein-Mann-Projekt, das der damals 22jährige Nathan Williams 2008 ins Leben rief. Sein erstes selbstbetiteltes Album hatte er noch mit seinem Laptop aufgenommen und alle Instrumente selbst eingespielt. Nach seinem Erscheinen Ende 2008 löste es einen kleinen Hype aus. Die krachige Unbekümmertheit, mit der Williams losmusizierte, kam unter anderem beim Online-Musikmagazin Pitchfork sehr gut an.

Die mediale Aufmerksamkeit sollte dann 2009 in einer Tour gipfeln. Allerdings kam es nicht dazu. Denn beim Primavera Sound Festival 2009 in Barcelona verkrachten sich Williams und sein damaliger Drummer Ryan Ulsh derart, dass Flaschen aus dem Publikum flogen und der Auftritt abgebrochen werden musste. Williams, der bei dem Auftritt unter Drogeneinfluss gestanden hatte, und Ulsh trennten sich daraufhin und die Tour wurde abgesagt. Anschließend entschuldigte sich Williams in seinem Blog und gestand Alkohol- und Drogenprobleme ein. Nach diesem Zwischenfall schien der Hype erst einmal vorbei zu sein, hätte Williams nicht so ein Händchen für großartige Melodien.

„King of the Beach“ bezeichnet Williams als sein „Nevermind“
Links:
Wavves bei myspace

Nach einem weiteren selbstproduzierten Album - „Wavvves“ - in anderer Besetzung sind Wavves inzwischen zu einem Trio angewachsen und kommen nun mit 12 neuen Songs daher. Diese tragen so vielsagende Titel wie „Idiot“, „Mickey Mouse“ und „Post Acid“. In vielerlei Hinsicht steht „King of the Beach“ für grundlegende Veränderungen bei Wavves. Mittlerweile sind auch die anderen beiden Bandmitglieder mit in den Songwriting-Prozess eingebunden, obwohl Mastermind Nathan Williams noch immer das Zepter in der Hand hält. Es ist außerdem die erste professionell produzierte Wavves-Platte, aufgenommen in einem Studio in Mississippi. Doch vieles ist auch gleich geblieben. Die Mischung aus Surfmusik, Garage und Punk macht noch immer den Sound von Wavves aus. Und wie die beiden Vorgängeralben handelt auch „King of the Beach“ von Gras rauchen, Langeweile, Selbstzweifeln und der Ziellosigkeit eines typischen Post-Teenager-Daseins. Man könnte es also auch als passenden Soundtrack für eine Generation zwischen Sinnsuche, Desillusion und Hedonismus bezeichnen.

Fazit

Mit „King of the Beach“ zeigt das Trio Wavves um Mastermind Nathan Williams, dass es mit minimalen Mitteln sehr unterhaltsame und eingängige Songs kreieren kann, die aber auch Ecken und Kanten haben. Zwar klingen Wavves weniger dreckig und rüpelhaft als auf den ersten beiden Alben, von ihrer charmanten Unbekümmertheit haben sie aber nichts verloren. „King of the Beach“ steht für Spaß haben, allerdings mit einer gehörigen Portion Nihilismus. Diese Mischung macht dieses Album so hörenswert.

Derzeit sind Wavves live auf Tour zu erleben. Am Montag, den 26.7. spielen sie im Sweat Club in Leipzig.

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