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Kettcar - Zwischen den Runden
Kettcar sind zurück und sie haben ihr neues Album mitgebracht. Veröffentlicht wird es am Freitag den 10. Februar. Und dabei handelt es sich um alles andere als ein Kinderspielzeug. Nein Kettcar kämpfen. Und zwar gegen die Norm. Wo andere Bands ihren Fans, oder gewollten Fans, nach dem Mund reden, machen Kettcar nur das, was sie selber wollen. Und das bedeutet, die Tiefgründigkeit der Banalität zu beschreiben.

Liebe ist das was man tut
Egal um welches Thema es geht, Kettcar schaffen es immer einen noch anderen Dreh zu finden. So besingt Marcus Wiebusch unter anderem Krankheiten, Liebe und Freundschaft. Allein die Liebe ist Thema in drei Songs auf „Zwischen den Runden“, wird aber jedes Mal anders behandelt. Wo der Opener „Rettung“ noch davon erzählt, dass Liebe nicht das ist, was man fühlt oder sucht, sondern das was man tut, beschreibt „In deinen Armen“ wie verzweifelt das Ende einer Beziehung sein kann. Wer jetzt meint, das klingt trotzdem schnulzig, der unterschätzt Marcus Wiebuschs Fähigkeit mit einfachen Worten Geschichten zu erzählen.
Ganz deutlich wird das beim letzten Song auf der Platte. In „Zurück aus Ohlsdorf“ besingt der Frontmann der fünf Hamburgerdie Zeit, die er mit einem Freund verbracht hat, der mittlerweile verstorben ist. Ob das Lied Fakt oder Fiktion ist, kann nur Wiebusch selbst beantworten, denn die Art und Weise wie subtil er dieses heikle Thema vorträgt und wie gekonnt er es schafft den Hörer mitzunehmen ohne ihn zu deprimieren ist beeindruckend.
Diskographie:
2002: Du und wie viel von deinen Freunden
2005: Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen
2008: Sylt
2010: Fliegende Bauten (Live)
2012: Zwischen den Runden
Wiebusch und Bustorff - Die Kooperation
Textlich kann „Zwischen den Runden“ also ohne Probleme an die Vorgängeralben anschließen. Und das erstaunt dann doch, denn dieses Mal stammen fünf Songs aus der Feder des Basiten Reimer Bustorff. Normalerweise war Sänger und Gitarrist Marcus Wiebusch dafür zuständig doch die Band hat sich dazu entschlossen sich das Songwriting diesmal zu teilen. Und das war eine gute Idee, denn Wiebusch und Bustorff ergänzen sich prima. Selbst für eingefleischte Kettcar- Fans ist es schwer einen qualitativen Unterschied der Texte zu erkennen. Alle Lieder gehen nahtlos ineinander über und bilden ein schönes homogenes Bild.
Vom Indie- Sound zum Popklang
Das liegt aber nicht zuletzt auch an der Musikalischen Gestaltung der Platte. Kettcar haben für „Zwischen den Runden“ stärker mit Streichern oder orchestralen Besetzungen gearbeitet. Damit gehen sie vom rockigen Indie- Sound zu lupenreinem Popklang über. Außerdem haben sie alle Lieder kurz gehalten. Keiner der zwölf Songs hat eine Spielzeit von vier Minuten. Auch das unterscheidet „Zwischen den Runden“ von seinen Vorgängern, wenn man zum Beispiel an „Landungsbrücken raus“ vom Debütalbum „Du und wie viel von deinen Freunden“ mit einer Dauer von knapp fünf Minuten denkt.
Tour Termine:
01.03. Dresden - Alter Schlachthof
02.03. Leipzig - Haus Auensee
09.03. Magdeburg - AMO
11.03. Berlin - Columbiahalle
Die bisher ruhigste Platte
Mit „Zwischen den Runden“ haben Kettcar ihre bisher ruhigste Platte produziert. Doch das heißt nicht, dass sie langsam müde werden. Trotz der Verpackung überrascht und begeistert der Inhalt wie bei allen Kettcar Alben. Mit einer herausragenden Leistung schafft es die Band aus banalen Themen komplexe Bilder zu erschaffen, die begeistern, verzaubern und staunen lassen. Dabei beeindruckt vor allem die Koexistenz von Liebe, Freundschaft, Tod, Verzweiflung, Utopismus und Gentrifizierung auf einem Album ohne einen nennenswerten Bruch zwischen den Songs zu erzeugen.
Webseiten:
Offizielle Homepage
Grand Hotel van Cleef
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