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Frisch Gepresst: Hot Chip - One Life Stand
Für alle, die sich immer gefragt haben, warum in der letzten Zeit Leute freiwillig wie Computer-Nerds rumlaufen, gibt eine einfache Antwort: Es ist der Einfluss von der Band Hot Chip. Sie waren mit die ersten, die überdimensionierte Horn-Brillen, zerfledderte Tragebeutel und einen halb abwesenden Blick zum Trend erklärt haben. Doch der „Hot-Chip-Schick“ hat sicherlich nicht grundlos um sich gegriffen. Schließlich machen die 5 Briten allerfeinste Elektro-Musik, die wegweisend ist. Ihr neues Album "One Life Stand" ist unsere CD der Woche

Elektro-Biedermeier?
„One Life Stand“ ist das vierte Studioalbum von Hot Chip. Doch eigentlich kann man gar nicht von einem richtigen „Studioalbum“ sprechen: Denn einige der Songs haben die Briten wie früher im eigenen Schlafzimmer aufgenommen. Und das, obwohl die Jungs spätestens seit ihrem letzten Werk „Made in the Dark“ als Superstars des Elektro-Pop gefeiert werden. Es ist beruhigend zu sehen, dass sie nicht hemmungslos abgehoben sind; der Albumtitel „One Life Stand“ verrät, dass sie einen festen Stand im Leben haben. Das hört man deutlich auf den 10 Tracks der neuen Platte: Hot Chip haben sich mehr Zeit für das Songwriting und die Produktion genommen. So klingen die Songs weniger verspielt, durchdachter und reifer. Auch privat geht es bei der Band derzeit ruhiger zu: Weniger Touren, dafür die ersten Hochzeiten und Vaterschaften. Langweilig oder bieder sind Hot Chip aber noch lange nicht. Auch die Musik vom neuen Album wird dank griffiger Beats und stampfender Bässe die Tanzflächen der Clubs füllen.
Links:
Offizielle Webseite von Hot Chip
Hot Chip bei myspace
Video zur ersten Single
Gut getuned
Wer Hot Chip nicht kennt, mag sich fragen, ob da die Stimme von einem Mann oder einer Frau ertönt – und ob es mit diesem leicht blechernen Klang denn so seine Richtigkeit hat. Ja, hat es: Denn Hot Chip sind große Fans vom so genannten Auto-Tuning. Da geht es nicht um schnelle Autos. Auto-tune ist ein Musikeffekt, mit dem man Tonhöhen stark verändern kann. So wird aus jeder tiefen Männerstimme eine hohe, androgyne Sirene – daran muss man sich erst gewöhnen. In Liedern wie „I feel better“ kommt der Autotune-Effekt voll zur Geltung: Alexis Taylor und Joe Goddard singen eine eingängige Melodie. In Verbindung mit hymnischen Synties klingt das Lied schon fast nach House- oder Trance-Musik! Hot Chip rutschen aber zum Glück nicht zu weit in diese Sparte ab. Dank ausgefeilter und kreativer Produktion präsentieren sie auch mit ihrem neuen Album wieder erstklassige Musik. (hk)




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