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Frisch Gepresst: Broken Bells - Broken Bells

von tv
Sonntag, 07. März 2010

Ein Musterbeispiel für einfache Musik-Mathemathik: Produzent Danger Mouse PLUS „The Shins“-Sänger James Mercer IST GLEICH großartige Musik. Die neue Band der beiden heißt "Broken Bells". Das Album trägt der Einfachheit halber den gleichen Namen und ist unsere CD der Woche.

Musikredakteur Thomas Voigt mit der schicken "Broken Bells"-CD (Foto: pw)

Variable Danger Mouse

Egal, wo Brian Burton - alias Danger Mouse - seine Finger im Spiel hat, es ist immer ein Genuss für Ohr und Seele. Das hat er bewiesen als Produzent der Gorillaz, Beck, The Black Keys oder Martina Topley-Bird, aber auch als Musiker seiner Bands Gnarls Barkley, DANGERDOOM und Joker’s Daughter. Bei Broken Bells ist er auf beiden Seiten tätig. Schon mal eine gute Voraussetzung.

Variable Mercer

James Mercer ist seinerseits bekannt als Frontmann und Kopf der Band "The Shins". Ihre vier Alben bescherten ihnen einen hohen Status in der Indie-Szene, aber nach dem letzten Album "Wincing the Night Away" hatte Mercer erst einmal Lust, in eine musikalisch andere Richtung zu gehen. Auf dem dänischen Roskilde-Festival traf er just Burton, dem auch nach Veränderung war. Zwei Dumme - eine Gedanke. Sie beschlossen, den neuen Weg gemeinsam zu bestreiten.

Links

Offizielle Internetseite
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Video zu "The High Road" 

Formel des Debüts

Um es kurz zu fassen: mit Broken Bells führen Burton und Mercer ihre beiden Erfolgsgeschichten gemeinsam fort. Gleich beim ersten Hören merkt man, dass sich hier zwei Musiker gefunden haben, die zusammenpassen, wie Trommel und Schlagstock. Verspielte Synthesizer treffen auf Singer-Songwriter-Elemente, Drum-Computer musiziert mit Akustik-Gitarre. Die zehn Lieder bewegen sich zwischen Synthi-Pop und Indie-Rock.

Relation beider Seiten

Broken Bells schaffen ein charakteristisches Klangbild, dessen personelle Zusammensetzung herauszuhören ist. So finden sich sowohl schnellere Nummern (Vaporize, Sailing to Nowhere), die klar den Einfluss von Burton erkennen lassen. Typisch ist das übersteuerte Schlagzeugspiel oder der kräftige Einsatz der Hammond-Orgel. Die ruhigeren Lieder (Citizen, October) sind eindeutig Mercer zuzuordnen. Verträumte Melodien, auch mal ein Chor, und alles einen Tick luftiger und „indie-poppiger“. Genau dieser Gegensatz macht den Reiz des Duos aus. Das Album klingt trotzdem homogen und wie aus einen Guss.

Linearität Veränderung

Besonders beeindruckend sind die Tiefe und der Detailreichtum der Lieder. „Mongrel Heart“ beginnt zum Beispiel mit einem einfachen Beat, dazu klimpert ein Piano und Mercer wird von Backing-Vocals begleitet. Es stoßen ein sphärischer Synthesizer, Orgel und Gitarre dazu. Alles ist genaustens eingesetzt und keineswegs überladen. Im Mittelteil bricht das Lied plötzlich ein. Es verbleibt der synthetische Soundteppich, auf dem nun Streicher und eine unglaublich tolle mexikanische Trompete spielen. Diese Momente machen das Album kurzweilig und abwechslungsreich.

Konstante Erfolg

Mit ihrem Debüt haben Broken Bells alles richtig gemacht. Burton und Mercer haben ihre musikalischen Vorlieben perfekt gemischt und dabei ihre Wurzeln nicht vergessen. Im Interview mit dem britischen Musikmagazin NME deuteten sie bereits an, dass es einen Nachfolger geben wird. Es scheint als sei die Rechnung auch für die beiden aufgegangen. (tv)'

 

 

Hören Sie hier das Studiogespräch mit Thomas Voigt:

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