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Vielfalt der Völker – Ausstellung zur Leipziger Ethnologie

Montag, 08. Februar 2010

Teufelsmasken, mystische Holzfiguren aus den ehemaligen deutschen Kolonien und historische Forscher-Notizen – solche Exponate und noch viel mehr sind im Grassi Museum zu sehen. Die Ausstellung „Auf der Suche nach Vielfalt. Ethnografie und Geografie in Leipzig“ widmet sich drei Leipziger Forschern, die Ikonen auf dem Gebiet der Ethnologie waren. Dazu zählen Alphons Stübel (1835-1904), Friedrich Ratzel (1844-1904) und Karl Weule (1864-1926).

Wissenschaftliche Arbeiten von Karl Weule
Geschichte der Leipziger Völkerkunde
 

1869 wurde das Museum für Völkerkunde zu Leipzig gegründet und gehört seit 1991 zu den staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Die Gründung wurde durch eine Spendensammlung ermöglicht. Aufgrund dieser Spenden war es möglich die private Sammlung Klemm aus Dresden zu erwerben. Sie bildete die Grundlage des Museums. Die Sonderausstellung zeigt aus dieser Sammlung zum Beispiel eine historische Schamanentrommel.

 

 

Eine Ikone der Ethnografie

Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist der Ethnologe Karl Weule. Er war seit 1914 Direktor des ethnografischen Seminars und des Forschungsinstitutes für Völkerkunde. 1920 hatte er den ersten ordentlichen Lehrstuhl für Völkerkunde in Deutschland inne. Weule sorgte 1908 unter anderem mit seinem Werk „Negerleben in Ostafrika“ für die besondere Popularität der Völkerkunde auch fernab gebildeter Schichten. Der Begriff Neger war zur damaligen Zeit die gebräuchliche Bezeichnung der Forscher für die Menschen in Afrika. Der Ethnologe beschreibt die Lebensweise, die Riten und Gebräuche ostafrikanischer Völker. Eine Ausgabe des Werkes liegt in der aktuellen Ausstellung.

Mit Masken die Welt erklären

Außerdem zeigt das Museum für Völkerkunde historische Masken aus dem heutigen Tansania und Mosambik. Sie brachte Karl Weule 1906 von seiner Expedition nach Ostafrika mit. Die Masken stellten Tiere oder Menschen dar, zudem finden sich die so genannten Teufelsmasken. Diese symbolisieren die Ahnen und haben nichts mit Dämonen zu tun. Die Masken wurden für rituelle Tänze oder zur Initiation der Jugendlichen in der Erwachsenenwelt verwendet. Die Jungen mussten einige Tage außerhalb ihres Dorfes verbringen und waren auf sich allein gestellt. Die Männer des Dorfes haben sie anhand der Masken zum Beispiel auf die Jagd vorbereitet. (Claudia Schittelkopp)

 

Link zum Museum für Völkerkunde: www.mvl-grassimuseum.de

 

Hören Sie hier den Beitrag von Claudia Schittelkopp:

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