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Themenwoche Grenzgänger - Zwischen Ost und West

Mittwoch, 04. März 2009

Zwanzig Jahre ist der Fall der Mauer mittlerweile her. Viele Jahre trennte sie die Menschen in Ost- und Westdeutschland. Einige von ihnen konnten aber schon vor dem Mauerfall ganz legal die Grenzen in Richtung Westen überschreiten. Einer von ihnen war Wolfgang Espe.

Wolfgang Espe (r.) mit dem LKW-Modell Jelcz in Polen
Wolfgang Espe (r.) mit dem LKW-Modell Liaz in Frankreich (Fotos: W. Espe)
Lkw-Fahrer in der ehemaligen DDR

Durch Im- und Export innerhalb des geteilten Deutschlands war es nötig, dass Menschen die Grenzen aus beruflichen Gründen überschritten. Wolfgang Espe, 56 Jahre, aus Naunhof bei Leipzig fuhr seit Mitte der 70er Jahre Lkw. Nachdem er zuerst nur Waren in die ehemalige UdSSR lieferte, sollte er auch bald darauf nach West- und Nordeuropa fahren. Dazu musste er aber vorher einen Antrag auf einen Reisepass stellen.

Die Hürden des sozialistischen Regimes

Die Einschränkungen waren zahlreich und auch Wolfgang Espe hatte mit ihnen zu kämpfen. Dass er keine Westverwandtschaft hatte, war ohne Zweifel ein Vorteil. Dennoch musste er wider seinen Willen in die Partei eintreten und über ein Jahr warten bis er seinen Reisepass erhielt und in den Westen Europas fahren konnte. Die Idee im Westen zu bleiben, kam ihm dabei nie. Als Familienmensch hätte er seine Freunde und Verwandte nie zurück lassen können.

Reisen durch Europa

Nachdem er den Reisepass erhalten hatte, reiste er in die BRD, nach Frankreich, Großbritannien und Schweden. Von diesen Fahrten brachte er auch einige Kleinigkeiten mit nach Hause. Probleme an der Grenze gab es dabei nicht, solange die Waren nicht der sozialistischen Ideologie widersprachen.
Heute arbeitet Wolfgang Espe als Lagerist in einem örtlichen Baustoffhandel.
Die Entscheidung Lkw-Fahrer zu werden, würde er immer wieder treffen. Für ihn war es eine schöne und interessante Zeit, die er nicht missen möchte. (ak/ch/co)

Hören Sie hier einen Beitrag von Christoph Haustein und Anna-Maria Kümritz

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