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Themenwoche Darwin: Wer war das eigentlich?

Montag, 09. Februar 2009

2009 ist international zum Darwin-Jahr erklärt worden. Denn wir feiern nicht nur den 150. Jahrestag der Veröffentlichung seiner Evolutionstheorie, sondern auch seinen 200. Geburtstag. Charles Darwin – ein Mann, der Theologie studierte und dann die Bibel in Frage stellte. Ein Brite, der ganz nach britischer Art Heiratsentscheidungen traf und ein Wissenschaftler mit einem außergewöhnlichen Haustier.

Gemälde Charles
Darwin aus dem
Jahr 1840
Schöpfungstheorie - widerlegt

Als er von seiner fünfjährigen Reise mit der HMS Beagle wieder heim kehrte, hatte er ein ungewöhnliches Souvenir im Gepäck: die Riesenschildkröte Harry. Charles Darwin hatte sie von den Galapagos Inseln mitgebracht. Und mit ihr eine Theorie. Doch es sollte noch über zwanzig Jahre dauern bis Charles Darwin sein Hauptwerk "Die Entstehung der Arten" veröffentlichte. Für seine Thesen erntete er nicht nur großes Interesse, sondern auch scharfe Kritik. Vor allem aus christlichen Reihen. Es war nahezu ein Skandal, denn mit seinen Thesen zur Evolution widersprach Charles Darwin der biblischen Schöpfungslehre.

„Ich kann es kaum begreifen, wie jemand, wer es auch sei, wünschen könnte, die christliche Lehre möge wahr sein; denn wenn es so ist, dann zeigt der einfache Text dass die Ungläubigen, und ich müsste zu ihnen meinen Vater, meinen Bruder und nahezu alle meine besten Freunde zählen, ewige Strafen verbüßen müssen. Das ist eine abscheuliche Lehre.“

Wallace und Darwin - zwei revolutionäre Denker

Pikant ist auch die Tatsache, dass Darwin die Evolutionstheorie nicht allein aufgestellt hat. Der mittellose Wissenschaftler Alfred R. Wallace sendet Darwin fast zeitgleich einen Artikelentwurf zu, in dem er zum Teil wortgleich die Thesen zur Artenentstehung formuliert. Darwin und Wallace einigen sich darauf, dass erste Texte zeitgleich veröffentlich werden.

Vom Medizinstudenten zum Theologen

Dass Darwin einmal eine solche Berühmtheit erlangen würde, war für seinen Vater vermutlich eine Überraschung. Der hielt ihn für gewöhnlich, eher sogar noch für unterdurchschnittlich. Kein Wunder, denn seine Karriere verlief nicht so geradlinig wie man meinen könnte: das Medizin-Studium brach Darwin ab – die Operationsmethoden und das Sezieren waren ihm zuwider. Daraufhin studierte er eher lieblos Theologie.

„Ich war aber in dieser Zeit allmählich dahin gekommen, einzusehen, daß dem alten Testament - mit seiner offensichtlich falschen Weltgeschichte, mit seinem babylonischen Turm, mit dem Regenbogen als Zeichen und seiner Art, Gott Gefühle eines rachedurstigen Tyrannen zuzuschreiben - nicht mehr Glauben zu schenken sei als den heiligen Schriften der Hindus oder dem Glauben irgendeines Wilden.“

Damals war Biologie noch Bestandteil der Theologie. Einzig dieses Fach fesselte Darwin. Zwar machte er seinen Abschluss, doch er begann sich zunehmend mit Naturwissenschaften zu beschäftigen. Schließlich trat er als wissenschaftlicher Begleiter des Kapitäns Robert Fitzroy auf der HMS Beagle seine Forschungsreise an.

Heiratsentscheidung per Liste

Auch privat dominiert Darwins Pragmatismus. Vor der Ehe machte er eine Liste, aufgeteilt in Pro und Kontra. Für eine Heirat spricht "der beständige Gefährte und Freund im Alter ... besser als ein Hund allemal... ". Gegen eine Heirat vermerkt er: "weniger Geld für Bücher" und "schreckliche Zeitverschwendung".

Das schien Charles Darwin trotzdem nicht abgeschreckt zu haben. Am 29. Januar 1839 heiratete er seine Cousine Emma Wedgwood mit der er zehn Kinder bekam.

Ein Erbe für die Menschheit

Im Laufe seines Lebens hat Darwin seine Thesen zur Evolutionstheorie immer mehr vertieft. Er gilt als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler, da er mit seinen Forschungen nachhaltig die Biologie, Theologie, Philosophie und andere Geisteswissenschaften sowie für den Bereich des Politischen und Sozialen beeinflusste.
Charles Darwin starb am 19. April 1882 im Alter von 73 Jahren in seinem Haus in England.

Aus Harry wurde Harriet

Die Schildkröte Harriet hingegen hat Darwin überlebt. Nachdem sie einige Zeit in Darwins Heimat Großbritannien verbracht hat, verschlug es sie nach Australien. Dort hat man festgestellt, dass Harriet eine "sie" war. Vorher lautete ihr Name Harry. Sie starb erst vor drei Jahren im Australia Zoo im Alter von 176 Jahren.
Ob die Riesenschildkröte Harriet wirklich mit Darwin von der HMS Beagle kam, ist bis heute allerdings nicht eindeutig nachgewiesen. (co)

Hören Sie hier den Beitrag von Stefanie Gerressen, gesprochen von Madelaine Meier

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