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Studentenproteste im Seminargebäude – Ein Ende wie beim Abitur?
Die Überraschung ist groß, wenn man morgens an seinem Unigebäude ankommt und feststellt, dass alle Eingänge versperrt sind und die Veranstaltungen ins Wasser fallen. So erging es den Studenten der Universität heute früh als sie beim Seminargebäude vor verschlossenen Türen standen.
Vorgeschichte
Über 50 Tage der Besetzung sind nun vorbei. Die Protestierenden wollten zum Dialog anregen, die Studienbedingungen diskutieren und auf Missstände bei der Umstellung auf Bachelor und Master aufmerksam machen.
Vormittäglicher Ausnahmezustand
Der krönende Abschluss kam dann heute früh. Alles wirkte, als ob zukünftige Architekturstudenten ihr Abitur feiern. Fahrstühle, Räume, Gänge und Fluchtwege waren versperrt. Stuhlpyramiden und Berge von Tischen machten ein Durchkommen unmöglich.
Als Konsequenz wurde das Seminargebäude verschlossen, denn für den Fall einer Notsituation hätte es keine Fluchtwege gegeben. Alle Hausmeister und Handwerker der Universität mussten ihre Arbeit liegen lassen und wurden ins Seminargebäude geordert. Aufräumen stand auf dem Plan.
Eine Pointe ohne Sinn?
Gegen 10.00 Uhr war das Gebäude wieder begehbar für die Studenten, aber verärgert waren viele von Ihnen dennoch. Ganz besonders jene, bei denen heute Vormittag eigentlich eine Klausur oder Examensprüfung auf dem Plan gestanden hätte. Ein Student spottete höhnisch, dass er demnächst sein Wohnheimzimmer besetzen würde um für bessere Wohnbedingungen zu protestieren. Effektiver fände er eine Besetzung der Verwaltung. Die ganze Aktion ein Widerspruch in sich? „Ja“ sagt eine andere Studentin und kritisiert die Aktion heftig. Jene, die studieren wollen und wichtige Vorbereitungen, beispielsweise für ein Examen, mitnehmen müssen, würden daran gehindert. Sinn und Zweck war es, gegen die schlechten Studienbedingungen zu demonstrieren, nun legen die Demonstranten selber den Studienbetrieb lahm.
Der Schatten der Zukunft
Abgesehen von der vielen Arbeit für die fleißigen Aufräumer, entstand kein weiterer Sachschaden. Inwiefern die Demonstranten einen Erfolg verzeichnen können bleibt allerdings unklar. Besonders in Anbetracht der bundesweiten Bildungsstreiks vom 15.-19.Juni 2009 ist es fragwürdig, ob die heutige Aktion nicht vielleicht die Akzeptanz zukünftiger Proteste schmälert. (rk)




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