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Spazieren gegen Rechts

Montag, 20. April 2009

Eine Gruppe Spaziergänger in Reudnitz. Das ist an einem Sonntag nichts ungewöhnliches. Ungewöhnlich ist aber deren Beschäftigung, sie kümmern sich um Aufkleber und Graffities mit rechtem Inhalt: Überkleben, abkratzen, abwaschen und Stelle markieren. Ein lehrreicher und aktiver Sonntagsspaziergang also.

Benzin gegen Graffities
Und mit Handarbeit
Statt Graffittie bleibt ein Zettel
Zahlen und Symbole

Ein Hakenkreuz erkennen alle, die am Stadtrundgang teilnehmen, es ist das auffälligste Symbol, das der Lauge aus Benzin zum Opfer fällt. Andere Symbole sind schwerer zu erkennen: Der Schattenriss von Rudolf Hess, Stellvertreter Hitlers und seit seinem Selbstmord im Gefängnis von den Rechten zum Märtyrer stilisiert, zum Beispiel. Oder die Codes: 18, 28, 88, die dem Alphabet entsprechend für AH, BH, HH stehen und damit Abkürzungen für "Adolf Hitler", "Blood and Honor" (verbotenes rechtsextremes Netzwerk) und "Heil Hitler" darstellen.

Benzin gegen Aufkleber und Sprüche

Die Bürgerinitiative "Buntes Reudnitz" lud zu diesem ungewöhnlichen Spaziergang ein. Gerade in Reudnitz, wenn auch nicht allein dort, bringen Rechte ihre Parolen, Symbole und Aufkleber an. Sie zu erkennen, ist der erste Schritt ihrer Verhinderung. Der zweite, den die Bürgerinitiative in die Aktion einschloss, war die Beseitigung dieser Kommentare. Mit Benzin gingen die Teilnehmer gegen Graffities vor, mit einem Spachtel gegen die Poster. An Orten, an denen ein Bild oder Symbol entfernt wurde, hinterlassen sie einen Zettel, dass an dieser Stelle zuvor rechtsextreme Mitteilungen gestanden hatten. Damit außer den Teilnehmenden auch andere aufmerksam werden.

Mehr zum Spaziergang gegen Rechts:
Buntes Reudnitz
Noch mehr zu rechten Codes:
Das Versteckspiel

Hören Sie hier einen Beitrag von Anja Datan

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