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„Save me“ Kampagne fordert Leipziger „ja“ zur Flüchtlingsaufnahme

Freitag, 18. Dezember 2009

„Deutschland sollte jedes Jahr ein Kontingent an Flüchtlingen aus den Erstzufluchtsstaaten aufnehmen und dauerhaft integrieren“ fordert die Leipziger „save me“ Initiative und will den Leipziger Stadtrat dazu bewegen, die Aufnahme von Flüchtlingen im Rahmen eines Resettlement-Programmes zu beschließen.

Kristin Heinig gehört zum
festen Kern der Leipziger
„save me“ Kampagne
und setzt sich für eine
regelmäßige Aufnahme
von Flüchtlingen in
Deutschland ein. (Foto:
N. Jukschat)
Resettlement-Programm hilft Flüchtlinge aufzunehmen

Verfolgung, Hunger, Krieg, Elend – über 10 Millionen Menschen sind nach Angaben des Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) weltweit auf der Flucht. Viele von ihnen sind in Flüchtlingslagern gestrandet, leben oft Jahre in einem Dauer-Übergangsstadium unter unmenschlichen Bedingungen. Ihnen versucht der UNHCR mit dem sogenannten Resettlement-Programm zu helfen. Zahlreiche Länder wie die USA, Schweden, Norwegen oder Neuseeland und Australien nehmen daran Teil. Sie haben sich bereit erklärt, eine bestimmte Anzahl dieser Flüchtlinge aufzunehmen und ermöglichen ihnen so ein neues Leben anzufangen. Da Deutschland bislang noch nicht mit macht, setzt sich die bundesweite „save me“ Kampagne für eine Änderung ein. In über 40 Städten gibt es inzwischen lokale Initiativen.

Leipziger „save me“ Initiative

Auch in Leipzig trifft sich seit Anfang des Jahres regelmäßig eine Gruppe engagierter Menschen, die sich für eine deutsche Beteiligung am Resettlement–Programm des UNHCR einsetzen. Ihr Ziel ist es, in Form eines Stadtratsbeschlusses ein offizielles Bekenntnis der Stadt Leipzig zu einem solchen Programm zu bewirken. München, Aachen und Erfurt sind drei von rund 20 deutschen Städten, die sich bereits für die Aufnahme und dauerhafte Integration von Flüchtlingen ausgesprochen haben.

Stadtratsbeschluss symbolischer Akt

Die Stadtratsbeschlüsse, auf die die Kampagne abzielt, bedeuten jedoch noch nicht, dass in Deutschland tatsächlich ein Resettlement-Programm durchgeführt wird. Diese Entscheidung muss auf Bundesebene fallen. Den lokalen Initiativen geht es vielmehr um ein Signal von unten. Sie wollen zeigen, dass die Bürger Verantwortung übernehmen wollen und bereit sind, Flüchtlinge aufzunehmen. Es geht um ein symbolisches Zeichen aus den Reihen, die sich später konkret um die Flüchtlinge kümmern müssen.

Bereits zahlreiche Unterstützer

Gut 15 Vereine und Organisationen, darunter der Leipziger Flüchtlingsrat, das sächsische Antidiskriminierungsbüro oder das Netzwerk für Demokratie und Courage Leipzig sowie rund 100 Privatpersonen unterstützen die Leipziger Kampagne bereits. Jetzt stehen die ersten Gespräche mit den politischen Gremien auf dem Programm. (Nadine Jukschat)


Hören Sie hier den Beitrag von Nadine Jukschat:

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