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Gottesdienst im Leipziger Paulinum
41 Jahre nach der Sprengung der Paulinerkirche fand am Sonntag der erste Gottesdienst im neuen Gebäude statt. Das neue Paulinum soll sowohl akademisch, als auch musikalisch und religiös genutzt werden.

Mit dem Blick auf die Streitigkeiten der vergangenen Monate ist es fast ein kleines Wunder, dass am gestrigen zweiten Adventssonntag der erste Gottesdienst in der Universitätskirche Sankt Pauli stattfand. Die Diskussionen zwischen dem Freistaat Sachsen und Architekt Erick Van Egeraat um die Bauausführung sind noch nicht beendet. Aber zumindest was die Nutzung des Neubaus angeht, hat sich der Status der Universitätskirche nun geklärt.
Aula, Konzertsaal, Kirche
Der Freistaat hat das Paulinum offiziell dem Paulinerverein e.V. zur Nutzung überlassen. Damit wahrt das Land einerseits seine Verpflichtung zu religiöser und weltanschaulicher Neutralität. Andererseits trage man der historisch gewachsenen Dreifachnutzung des Gebäudes Rechnung, äußerte sich Jost Brüggenwirth, der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung "Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig" gestern in einer Presseerklärung. Dank der Initiative des Landes Sachsen konnte der Gottesdienst stattfinden.
In Zukunft soll das Paulinum aber auch als Aula für universitäre Veranstaltungen, als Konzertsaal und natürlich als Universitätskirche genutzt werden.
Raum für Wissenschaft und Religion
Auch rechtlich ist dieser Status als akademisch und religiös genutztes Gebäude nun ansatzweise geklärt. Der Paulinerverein e.V. beruft sich auf ein Buch von Helmut Goerlich und Torsten Schmidt aus dem Berliner Wissenschaftsverlag: "Res sacra in den neuen Bundesländern" beschäftigt sich explizit mit den Rechtsfragen zum Wiederaufbau der Universitätskirche in Leipzig.
Das sogenannte res sacra, die "heilige Sache", begründe seit Martin Luther die Vereinbarkeit des akademischen und des religiösen Nutzungszweckes.
Religiöse Widmung bleibt erhalten
Nach evangelischem Kirchenrecht wurde die Paulinerkirche als religiöses Gebäude eingesegnet. Diese Widmung sei demnach auch durch den Abriss nicht verlorengegangen, erklärte der Paulinerverein im Oktober diesen Jahres. Dementsprechend trete die Widmung als religiöses Gebäude beim Wiederaufbau wieder in Kraft.
Am gestrigen ersten Gottesdienst nahmen rund 700 Besucher teil. Über einen Monitor konnten die Feierlichkeiten auch auf dem Augustusplatz verfolgt werden. (Mechthild Puhlmann; Fotos: Sebastian Müller, Peter Komarowski)
Hören Sie hier einen Hörfunkbeitrag von Peter Komarowski:












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