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Neue Halle für die Löwen
Zwei Tage nach dem so genannten „Diskototen“ fiel die Sporthalle des Vereins „Leipziger Löwen“ im Stadtteil Neustadt-Neuschönefeld einem Brandanschlag zum Opfer. Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder. Nun versucht der Verein den Wiederaufbau durch Spenden zu finanzieren.
Rotbraune Backsteine, hohe Fenster und eine barocke Fassade – so stellt man sich keine Turnhalle vor. Doch noch vor zweieinhalb Monaten trainierten die Mitglieder des Vereins „Leipziger Löwen“ in so einem Gebäude in der Konradstraße. Der Verein pachtete vor 13 Jahren das Gründerzeithaus von der Stadt Leipzig. In den letzten 10 Jahren wurde die Sporthalle liebevoll, mit viel Engagement der Mitglieder und Sponsoren saniert. Nach dem Brand fehlt den Sportclubs nun ihr Trainingsort. Der Verein spricht sich eindeutig für einen Wiederaufbau des historischen Gebäudes aus.
Kein Verein ohne Halle
Dieser soll durch die Versicherungssumme und mit Hilfe von Krediten in Eigenregie des Vereins realisiert werden. Tino Rose, Vorsitzender des Vereins, sieht zwei Möglichkeiten: „Das Szenario eins ist, die Stadt baut die Halle wieder auf, oder überlässt uns das Gebäude, damit wir es wieder aufbauen. Szenario zwei ist klar: Wenn das nicht passiert, werden wir sicherlich zum Ende des Jahres als Verein so nicht mehr existieren, weil uns die Geschäftsgrundlage fehlt. Ohne Halle können wir nicht arbeiten. Die Interimsstätten sind zwar nicht schlecht, aber dadurch, dass die Kinder da keine Trainingsbedingungen haben, gibt es schon einige Abmeldungen.“
Wichtiger Standpunkt
Damit das nicht passiert, macht sich auch die Stadt für eine gemeinsame Lösung stark. Anke Kästner von der SPD-Fraktion lobt die Integrationsarbeit, die der Verein mit seinem Sportangebot leistet. Die Turnhalle in der Konradstraße sei eine wichtige Anlaufstelle für viele Kinder und Jugendliche aus dem Bezirk. Der Meinung ist auch Siegrfied Schlegel, Sprecher für Stadtentwicklung der LINKEN. Er betont, dass der Standort in der „grünen Zone“ zwischen Rabet, Eisenbahn- und Konradstraße bleiben muss: "Wir haben von Anfang an mehrere Prämissen gesetzt. Erst einmal müssen Angebote für Kinder gemacht werden. Dieser Stadtteil ist uns insbesondere wegen des hohen Anteils von Mitbürgern mit Migrationshintergrund sehr wichtig. Die Wege gehen dahin, dass die Stadt in der Lage ist, dass Geld für eine größere Halle aufzubringen und die Versicherung auch keine Einwände hat."
Alte oder neue Halle
Dass am gleichen Standort eine neue Sporthalle entstehen muss, darüber sind sich der Verein und die Stadt einig. Die Frage ist, ob das alte Gebäude wieder aufgebaut wird oder eine moderne Mehrzweckhalle entsteht. Technisch wäre ein Wiederaufbau der alten Halle möglich. Dieser entspräche allerdings nicht modernen Standards, meint Ingo Sasama vom Stadtrat der Grünen. Eine neue Mehrfelderhalle würde ein größeres Sportangebot bieten.
Kinder statt Türsteher
Vor dem Brand trainierten in der Halle auch Mitarbeiter der Leipziger Security-Firmen. Daher ist es wahrscheinlich, dass der Anschlag auf die Sporthalle im Zusammenhang mit dem Leipziger Diskokrieg steht. Dass eine neue Sporthalle wieder Opfer eines Anschlags wird, schließt Tino Rose aber aus. „Also Fakt ist, dass es eine Brandstiftung war. Wenn es denn tatsächlich damit zusammenhängt, dass die Türsteher die Ursache sind, dann werden die sicherlich woanders trainieren. Sie haben sich selbst Trainingsstätten gesucht und möchten da nicht mehr trainieren, weil sie selber auch denken, dass es mit ihnen zusammenhängt und wollen uns als Verein mit den Kindern keinen Schaden zufügen." Bis eine Lösung gefunden ist, trainieren die Sportgruppen der Konradstraße vorübergehend in den Turnhallen der Grund- und Mittelschulen im Bezirk. Alle Beteiligten hoffen auf eine schnelle Entscheidung der Stadtverwaltung, so dass der Sportbetrieb so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden kann. (js)
Hören Sie hier den Beitrag von Kathrin Lemke




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