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Literaturprojekt Kraftfelder
Schwarz ging es am Wochenende zu. Hunderte Anhänger der Schwarzen Szene strömten zum Wave-Gotik-Treffen nach Leipzig. Was die aufwendig gestylten Menschen mit Hang zu dunklen Farben das restliche Jahr beschäftigt, vermitteln Kulturprojekte wie das Literaturprojekt Kraftfelder.

„Diese andere Schönheit: nicht bloß blond gebräunt, Strähnchen und hellblaues Kleidchen. Es gibt auch diese andere Schönheit, die überhaupt nix mit einer Trauer zu tun hat. Also was Tiefgründigeres.“
Katrin Hetzel
Das Buch „Insomnia“ der drei Kraftfelder wird bald in dem Leipziger Verlag Edition Paper One erscheinen. In den nächsten Monaten stellen sie ihr Buch in weiteren Lesungen vor. Im Juni auch wieder in Leipzig. Bis dahin können sich alle Interessierten einen Teil des Werkes täglich von 14 bis 20 Uhr in einer Ausstellung im Kunstgeist, in der Oststraße 6, ansehen.
Eine Fotografin, eine Schauspielerin und ein Autor
sitzen im Johannapark unter einem Baum. Katrin Hetzel, Susann-Isabel Prinke und Tristan Rosenkranz haben sich vor einem Jahr zum Literaturprojekt Kraftfelder zusammengeschlossen. Kennen gelernt, haben sie sich über das Internet. Aus der Natur schöpfen sie Kraft, deshalb haben sie auch den Park als Treffpunkt gewählt.
Mitte Juni erscheint ein Buch
Es wird den Titel „Insomnia“ – schlaflos tragen. Die Idee dazu entstand nach langen Gesprächen zwischen Tristan Rosenkranz und Susann-Isabel Prinke, unter anderem auch im Johannapark. Die Fotografin Katrin Hetzel liefert die Bilder. Auszüge aus diesem Buch wurden am Samstag im Rahmen des Wave-Gotik-Treffens vorgestellt.
Auch wenn sich die drei in dieser Szene bewegen, möchten sie doch ungern in eine Schublade gesteckt werden. Ihnen gehe es um ein Lebensgefühl, sagt die Schauspielerin. Die Wurzeln ihrer Kunst sieht sie allerdings doch eher in der Schwarzen Szene als anderswo.
Widersprüche und Tiefgründigkeit
Mit ihren Texten und Bildern versuchen sie das Leben mit seinen Abgründen und Widersprüchen zu ergründen. Dabei sprechen sie nicht nur Anhänger der Szene an. Sie wollen hinter Fassaden schauen.
Tiefgründigkeit ist etwas, von dem alle drei sagen, dass es sie verbände. Trotzdem oder gerade deswegen wirken alle drei sehr fröhlich und lebensbejahend. Jetzt, so verabschieden sie sich, würden sie erst einmal weiter die Sonne und einen Kaffee genießen. (mz)
Foto: Caroline Elz
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