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Leipzig – ein Kinderspiel!

Dienstag, 09. März 2010

Buntes Leipzig: Der MDR-Turm ist hellblau und hat rosa Fenster, die Thomaskirche hat einen türkisfarbenen Turm und einen lila Eingang und der Marktplatz ist orange. Auf dem Boden sind rote und gelbe Plättchen verteilt. Bei roten Plättchen bekommt der Spieler eine schwierige Frage, bei gelben eine leichte. Weiter kommt nur, wer die richtige Antwort weiß.

Klein aber fein: Leipzig als buntes Spiel

Bunter Unterricht

Ausgedacht haben sich dieses Spiel sieben Schüler der Apollonia-von-Wiedebach Mittelschule in Connewitz im vergangenen Schulhalbjahr. Es entstand im Rahmen des Projekts „Buntes Leipzig“ im Deutsch als Zweitsprache-Unterricht. Die Jugendlichen kommen aus verschiedenen Ländern, so z.B. Indonesien, Russland und China, und leben erst seit eineinhalb Jahren in Deutschland.

Foto: Julia MaasDer Hauptbahnhof im Miniaturformat

Spannung, Spiel und: viel zu tun

Unter der Leitung von Anne Klein und Anja Wellna, die an der Uni Leipzig Deutsch als Fremdsprache studieren, planten die Schüler das Spiel, um es dann in die Tat umzusetzen. Bei einer Exkursion in das Spielezentrum Ludothek ließen sie sich inspirieren. Aus Pappe, Moosgummi und Filz bastelten sie das Spielbrett, verschiedene Leipziger Gebäude und sogar Bäume. Für die Fragen dachten sie sich fünf Kategorien aus: Leipzig, Interkulturelles, Bildungswege, Pantomime und Technik und Spiel. Anschließend recherchierten sie in der Leipziger Stadtbibliothek und interviewten einen Mitarbeiter des Referats für Migration und Integration.

In Leipzig haben zirka neun Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund. An der Apollonia-von-Wiedebach Schule sind es 25 Prozent.

Das Projekt Buntes Leipzig wurde von der Robert Bosch-Stiftung und dem Internationalen Bund Leipzig gefördert.

Lerneffekte auf mehreren Ebenen

Die Projektleiterinnen Anne Klein und Anja Wellna sind davon überzeugt, dass die Schüler bei der Projektarbeit sehr viel gelernt haben. Einerseits hätten sich die Deutschkenntnisse verbessert, so z.B. die Aussprache, die Rechtschreibung und das Vokabular. Andererseits hätten die Jugendlichen auch andere wichtige Kompetenzen geschult, also beispielsweise, wie man sich in einer Gruppe abspricht, wie man zu Ideen kommt, wie man ein solches Projekt plant und umsetzt, usw. Nebenbei erfuhren die Jugendlichen natürlich auch etwas über das Leben in Deutschland. Wie heißt der deutsche Bundespräsident? Welche Länder grenzen an Deutschland? Wie heißt ein bekanntes deutsches Weihnachtslied?

Die Schüler selbst finden, dass die Projektarbeit interessanter war als normaler Unterricht und dass sie dabei viel Neues erfahren haben. Ein Schüler betrachtet das Spiel kritisch und meint, mit mehr Zeit hätte es noch schöner werden können. Dem Spaß beim Spielen tut das aber keinen Abbruch. Los geht’s am Sportforum. Wer beginnt, wird durch eine Runde „Schnick-Schnack-Schnuck“ entschieden. Das Ziel ist der Marktplatz, wer dort als erster ankommt, gewinnt aber nur, wenn er es schafft, sich ein Gummibärchen in den Mund zu werfen.

Hören Sie hier einen Beitrag von Julia Maas:

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