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Lauf, Schabe, lauf!

Mittwoch, 25. März 2009

Sie krabbeln an Boden und Wänden entlang, verstecken sich in Ritzen und Spalten – Schaben. Für viele Menschen sind diese kleinen, dicken, schwarz-bräunlichen Tiere ekelhaftes Ungeziefer. Die Teilnehmer am sechsten internationalen Schabenrennen in der Leipziger Kneipe "Staubsauger" sehen das anders.

Schaben können ganz schön sportlich sein.
Frühe Führung

Und los geht’s! Sieben Schaben starten in das Rennen. Zwei Meter müssen sie zurücklegen, jede auf ihrer eigenen Laufbahn. Die Paten der Schaben haben sich um die Bahn versammelt und feuern ihre Schabe an. Graf Schabula geht gleich in Führung; die dickste Schabe, Winnetou, legt sich derweil erst einmal auf den Rücken.

Rennleiter Rocco "Core Schrecke" kennt die Tricks, mit denen Schaben vor dem Wettkampf fit gemacht werden können:  "Man muss die selber in die Hand nehmen und schön warm halten. Sie haben dann so ne gute Aufwärmtemperatur, und dann gehn sie ab wie Schmidts Katze."

Exotische Haustiere

Mit am Start: Schabinator, Barack O'Schaba und Schabst. Die kleine Insekten kommen aus Argentinien und sind etwas größer als die deutschen Kollegen, die deshalb hier nicht an den Start gehen dürfen. Rocco züchtet die kleinen Tierchen bei sich zu Hause. Dort hat er aber noch viel mehr exotisches Getier, zum Beispiel: Vogelspinnen, Albinofrösche, Ratten und andere Insekten.

Idee aus Russland

Ursprünglich hielt er die Schaben als Futtertiere für seine anderen Lieblinge. Dann sah er einen Fernsehbericht über ein Schabenrennen in Russland – und wollte es gleich selbst ausprobieren. Im Zuge der internationalen Woche gegen Rassismus sollte es nun zu einem neuen Duell zwischen den aus aller Welt stammenden Krabbelteiere kommen. Nach kaputter Laufbahn und einem tragischen Todesfall vor zwei Jahren fand nun bereits das sechste Schabenrennen im "Staubsauger" statt. Günter, der kleinen Schabe, blieb damals mitten auf der Strecke die Luft aus.

Aber auch sonst schaffen es nicht alle Tiere ins Ziel. "Manchmal haben se Bock und manchmal eben nicht", erklärt Rocco lakonisch. So oder so wird nur der Gewinner weitergezüchtet, "die Restlichen werden dann verfüttert und kommen zu den Fröschen oder zu den Spinnen oder irgendwo rein, wer gerade Hunger hat."

Neuer Weltmeister: Graf Schabula

Aus der Bahn entkommt eine Schabe aber nur selten. Und wenn, dann gilt: keine Panik. Gefunden wird jede. In Leipzig können die tropischen Schaben sowieso nicht lange überleben und zum Vermehren finden sie auch keinen geeigneten Partner. Diese Ehre wird jetzt nur dem neuen Schabenweltmeister gebühren: Graf Schabula!!! Er war von Anfang an der heimliche Favorit des Rennens. Und auch Patin Betty hat ihn "gleich ins Herz geschlossen."

Das nächste Duell der kleinen Insekten wird voraussichtlich in zwei Monaten stattfinden. Jeder ist herzlich willkommen, mit und ohne eigene Schabe im Gepäck. (ee)

Hören Sie hier den Beitrag von Patrizia Fritsche

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