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Kurt Biedenkopf bewertet das Wahlergebnis positiv

Montag, 31. August 2009

Die Sächsische CDU hat bei der Landtagswahl 40,2 Prozent erreicht. Damit liegt sie weit hinter den 58,1 Prozent, die Kurt Biedenkopf 1994 für die Union geholt hat. Doch der Ministerpräsident a.D. liefert im Interview mit mephisto 97.6 eine Erklärung, warum er das aktuelle Abschneiden dennoch gut findet.

Kurt Biedenkopf im Interview mit mephisto97.6-Redakteur Thomas Otto (Foto: Felix Hügel)
Obama hatte prozentual auch nicht mehr Wähler

Als Kurt Biedenkopf 1990 zum ersten Mal zum sächsischen Ministerpräsident gewählt wurde, gingen noch 72,8 Prozent der Sachsen zur Wahlurne. 2009 waren es lediglich 52,2 Prozent. Kurt Biedenkopfs Kommentar: "Zur Wahl des amerikanischen Präsidenten gehen prozentual auch nicht mehr Wähler." Und auch die Schweiz habe keine höhere Wahlbeteiligung.  

Die Sachsen wüssten, wohin sie wollen

Die Beteiligung steige, wenn es spannende und wichtige Fragen zu entscheiden gebe, erklärt der Ministerpräsident a.D. Das sehe man zum Beispiel im Saarland. Dort sei ein Konflikt ausgebrochen, an dem Persönlichkeiten beteiligt waren, die im Saarland ein großes Gewicht hatten, was zu der hohen Mobilisierung geführt habe. Der sächsische Wahlkampf sei viel ruhiger gewesen. "Die Leute wussten im Grunde, wo sie hin wollten und das haben sie auch zum Ausdruck gebracht", so Biedenkopf.

Kein NPD-Einzug in den Landtag 2014?

Dass seine Union nicht mehr so gut dasteht, wollte er nicht einfach so stehen lassen. Die CDU habe zwar an Stimmen verloren, dafür habe die FDP aber an Stimmen gewonnen. Beide Parteien rekrutierten ihre Stimmen im bürgerlichen Lager. "Was ich eindrucksvoll finde, ist, dass wir inzwischen ein bürgerliches Lager haben, das bei 50 Prozent liegt, das Linke-Lager dagegen bei 20 Prozent", meint Biedenkopf. Dass die NPD fast vier Prozent verloren hat, freut Biedenkopf aber besonders, der Rückgang sei außerordentlich ermutigend. Seine Prognose: "In den nächsten Landtag wird sie nicht einziehen, denn die Leute sind inzwischen dahinter gekommen, dass die Partei keinen praktischen Nutzen für Sachsen hat.“ (fh)

 

Die Wahlergebnisse in Sachsen von 1990 bis 2009

Beteilig.

CDU

SPD

Linke

FDP

GRÜ

NPD

Sonst.

14.10.1990

72,8

53,8

19,1

10,2

5,3

5,6

-

6,0

11.09.1994

58,4

58,1

16,6

16,5

1,7

4,1

-

2,9

19.09.1999

61,1

56,9

10,7

22,2

1,1

2,6

-

6,5

19.09.2004

59,6

41,1

9,8

23,6

5,9

5,1

9,2

5,3

30.08.2009

52,2

40,2

10,4

20,6

10,0

6,4

5,6

6,8

 

 

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