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"It will Happen" – zwei Wochen studentischer Protest
Knapp 300 Studenten besetzten vor zwei Wochen das geisteswissenschaftliche Zentrum. Unter dem Motto "It will happen" protestieren sie gegen die Bedingungen an der Universität. Auch das neue Seminargebäude wurde besetzt. Doch was ist übrig vom Besetzungswillen der ersten Tage?

Besetzung des Neuen Seminargebäudes
"Niemand hat die Absicht das NSG zu besetzen - Mit dem Wissen wächst der Zweifel - Wo der Standort trompetet, geht die Freiheit flöten." Mit diesen Slogans machen die protestierenden Studenten auf Transparenten am Neuen Seminargebäude auf ihre Kritik am Bachelor-Master-System aufmerksam. Vier Räume haben die Studenten außerdem vor knapp zwei Wochen besetzt um eine Bühne für ihren Protest zu etablieren. Seitdem wird im und um das Neue Seminargebäude demonstriert, diskutiert und Flagge gezeigt. Die Hauptkritikpunkte der Studenten liegen dabei in den Studienbedingungen an der Universität – angefangen von überfüllten Seminaren, über Lehrkräftemangel bis zur Verschulung der Lehre.
Grundsatz: basisdemokratisch
Am 29. April findet ab 9:00 Uhr eine Kundgebung vor dem neuen Seminargebäude (Universitätsstraße 1) statt. Danach wird ein Demonstrationszug zum Bundesverwaltungsgericht ziehen. Dort finden ab 10:30 Uhr weitere bundesweit organisierte Kundgebungen und Aktionen statt, die die Konkurrenz im Bildungssystem darstellen sollen.
Die Forderungen der Studenten öffentlichkeitswirksam und effizient zu kommunizieren, scheint sich allerdings schwierig zu gestalten. Einerseits müssen die meisten Protestler selber ihre Seminare und Vorlesungen besuchen und können nur zeitweise die Proteststände betreuen. Anderseits bestanden die Protestveranstalter von Anfang an darauf, ohne explizite Forderungen in die Aktion zu gehen. Basisdemokratisch, mit Diskussionen und Workshops, wollen sie so eine einheitliche Linie finden. Dass dies aber bei vielen verschiedenen Meinungen nicht einfach ist, merken auch die Teilnehmer der Diskussionsrunden. "Daraus Forderungen abzuleiten, ist sehr schwierig. Und vor allen Dingen müssen diese Forderungen von der breiten Mehrheit getragen werden und deshalb ist ein Diskussionsprozess erforderlich."
Erste Ergebnisse
Neben den täglichen Workshops und Diskussionsrunden finden zurzeit abendliche Plenumssitzungen statt. Ein erstes Ergebnis hat es aber schon gegeben, betont Jeremia, Student der Politikwissenschaft im zweiten Semester. "Einzelne kleine Gruppen werden sich jetzt Themen herausgreifen und diese fundiert bearbeiten. Dabei werden sie zum Beispiel die Gesetzeslage überprüfen, die dahinter steht. Außerdem sollen jetzt die Anwesenheitslisten boykottiert werden. Dafür wird jetzt ein Programm ausgearbeitet."
Noch kein Protestende vorgesehen
Weitere Informationen zum Thema gibt es auf den Seiten der Protesttage.
Ein Ende der Proteste und der Besetzung der Räume im Neuen Seminargebäude steht aber noch nicht fest. Man wolle so lange wie nötig weiter diskutieren und so zu Ergebnissen kommen. Diese sollen dann sowohl an die Universitätsleitung, als auch an die Landesregierung Sachsens gerichtet werden. Doch sollten sich die Protestler nicht einigen, könnte sich die ganze Aktion im Stadium endlosen Grundsatzdiskussionen festfahren. (co)
Hören Sie hier einen Beitrag von Alexander Hertel




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