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Exotik im Grassimuseum: Ozeanien-Ausstellung im Völkerkundemuseum wird eröffnet
Eintauchen in fremde Kulturen – Das Leipziger GRASSI Museum für Völkerkunde komplettiert seine Sammlung zum 140. Geburtstag. Besucher können jetzt Rundgang durch alle Teile der Welt machen.

GRASSI Museum für Völkerkunde
Das Museum für Völkerkunde in Leipzig ist eine Einrichtung der Staatlichen Ethnographischen Sammlung Sachsens. Das Museum eröffnete am 26. November 2005 den ersten Teil seiner Dauerausstellung im GRASSI.
Öffnungszeiten
Di-So von 10 – 18 Uhr
Mo geschlossen
Eintritt: 6€, ermäßigt 3€, Familie 10€ (bis 16 Jahre freier Eintritt)
Website: Link
Reise um die ganze Welt
Auf mehr als 4000 Quadratmetern werden Exponate aus der ganzen Welt ausgestellt. Die Weltreise führt über Amerika, Asien, den Orient nach Europa und nach Australien. Zu den Ausstellungsstücken gehören unter anderem Schmuck, Waffen und Kleidung aus Südostasien, Handwerkskunst und Teppiche aus dem Orient oder Holz-Plastiken aus Afrika. Das Einzigartige an der Dauerausstellung ist, dass für jede Region der Erde ein eigenes Haus aufgebaut und ausgestellt wird, so Ute Uhlemann, Pressesprecherin des GRASSI Museums für Völkerkunde. „In Amerika gibt es ein Tipi, in der Mongolei eine mongolische Jurte und in Indien haben wir auch ein Lehmhaus bauen lassen. Damals waren auch indische Baumeister da, die extra für uns ins Museum gekommen sind.“
Ozeanien – von Australien bis zur Osterinsel
Das GRASSI Museum hat aus 30.000 Gegenständen ausgewählt und präsentiert von heute an die beeindruckensten Exponate der Bewohner Ozeaniens auf über 500 Quadratmetern. Exotische Ausstellungsstücke kommen von den Eingeborenen Australiens, Neuguineas und Polynesiens. Begrüßt werden die Besucher von einem lebensecht gestalteten Tiwi-Tänzer mit typischer Gesichtsbemalung und Kleidung bei einer Begräbnis-Zeremonie. Australische Tüpfel- und Sand-Kunstwerke werden genauso ausgestellt wie prachtvolle Flecht- und Webmatten oder Holzskulpturen aus Melanesien.
Tuvalu
Der Inselstaat Tuvalu besteht aus neun kleinen Koralleninseln im Pazifischen Ozean. Ungefähr 9000 Einwohner zählen die Riffinseln, wobei bereits 3000 Tuvaluer nach Neuseeland ausgewandert sind. Das hat auch einen bestimmten Grund: Tuvalu ist besonders vom Klimawandel und der Erderwärmung betroffen, da die Inseln nur 2-5 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Durch den steigenden Meeresspiegel ist die Inselgruppe Überschwemmungen und hohen Fluten ausgesetzt. Das Meer erobert sich unaufhörlich das Land zurück und die Tuvaluer müssen sich damit auseinandersetzen, dass es ihre Inseln bald nicht mehr geben könnte. Das Tuvalu-Haus in der Leipziger Ozeanien-Ausstellung soll an diese Kultur erinnern, auch wenn es diesen Staat möglicherweise in einigen Jahren nicht mehr gibt.
Tuvalu-Haus
Vom 26. Oktober bis zum 11. November bauten drei Hausbaumeister aus Niutau, eine Riffinsel in Tuvalu, ein originalgetreues Wohnhaus. Die Baukunst wird von Generation zu Generation weitergegeben. Die Häuser werden komplett aus Naturmaterialien hergestellt und sind dennoch so stabil um Stürme standzuhalten. Im Bau der Häuser steckt viel Liebe zum Detail, wie Kustodin Dr. Marion Melk-Koch beschreibt: „Die Flechtungen an den Balken ergeben eine Raute und in der Mitte ist immer ein kleiner Zipfel Kokosfaserschnur. Dieser symbolisiert den Morgenstern. Wenn ich also nachts geschlafen habe und wache morgens auf, dann fällt mein Blick als Erstes auf den Morgenstern. Der verheißt mir in Polynesien einen guten Tag.“
Das Tuvalu-Haus der Ozeanien-Ausstellung hat sogar einen eigenen Namen – „taumata fenua“, was soviel heißt wie: Dieses Haus ist in die Welt gegangen um die Welt zu sehen und von der Welt gesehen zu werden. (Rebekka Plies)
Hören Sie hier einen Hörfunkbeitrag von Rebekka Plies:




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