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Studiogespräch: "Europäische Sicherheit am Hindukusch"
Seit 2001 beteiligen sich Deutschland und andere europäische Länder am Krieg in Afghanistan. Über "Europäische Sicherheit am Hindukusch" diskutierten gestern Abend in Leipzig ein Experte für Sicherheitspolitik und ein Oberstleutnant der Bundeswehr.
Podiumsdiskussion zur "Europäischen Sicherheit am Hindukusch"
Im Festsaal des Leipziger Rathauses veranstaltete der Eurient e.V. gestern die Podiumsdiskussion "Europäische Sicherheit am Hindukusch". Die Gäste Markus Kaim, Leiter der Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik" bei der Stiftung Wissenschaft und Politik, und Jürgen Rose, Oberleutnant der Bundeswehr diskutierten die folgenden Fragen:
Lässt sich die deutsche Wiederaufbauhilfe immer sauber von den Kampfeinsätzen gegen die Taliban trennen? Welche Zukunftsperspektiven existieren für das militärische Engagement? Würden mehr europäische Truppen zu mehr Sicherheit führen? Kann der Krieg auf militärischem Wege gewonnen werden? Wie könnten mögliche Rückzugsszenarien aussehen? Welche Interessen stehen dabei auf dem Spiel?
Hören Sie weiter unten das Studiogespräch mit Toni Kaatz
Hintergründe zum Afghanistan-Krieg
Als Reaktion auf die Anschläge des 11. September wurde erstmals der NATO-Bündnisfall ausgerufen. Die Aufspürung des Drahtziehers Osama Bin Laden war der offizielle Grund gegen die damals in Afghanistan herrschenden Taliban militärisch vorzugehen. Bin Laden wird im Grenzgebiet zu Pakistan vermutet, gefunden haben die Amerikaner ihn bisher nicht.
Seit Ende 2001 kämpft die NATO zudem an der Seite der afghanischen Zentralregierung in Kabul. Die Mission der 27 Staaten, die am Hindukusch präsent sind, ist die Stabilisierung des Landes und der Wiederaufbau.
Seit über dreißig Jahren herrscht Bürgerkrieg im bettelarmen Afghanistan. Eine unübersichtliche Zahl von Kriegsherren, verschiedenen Volksstämmen und Taliban-Gruppen kämpfen um die Macht. Einig sind sie sich nur in ihrer Feindschaft gegenüber Besatzern: vor dreißig Jahren die Sowjets, jetzt die NATO.
Während etwa Kanadier und Franzosen im unruhigen Süden und Osten des Landes immer wieder in Kämpfe mit Aufständischen verwickelt werden und dabei zum Teil erhebliche Verluste hinnehmen müssen, ist die Bundeswehr im ruhigeren Norden stationiert. Die Verbündeten fordern daher vom zweitgrößten Truppensteller Deutschland mehr Kampf-Engagement. Das lehnt Berlin entschieden ab und verweist auf innenpolitische Gründe. (mz)
Hören Sie hier das Studiogespräch mit Toni Kaatz und den Beitrag von Felix Hügel




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