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Elf Mongolen besuchen ihre ehemalige Uni Leipzig

Dienstag, 23. Juni 2009

Über 6000 Kilometer haben die mongolischen Alumni zurückgelegt, um anlässlich des 600. Geburtstags der Universität Leipzig ihre Alma Mater und auch die Stadt selbst mal wieder zu besuchen. Als Gastgeschenk haben sie eine Jurte dabei.

Das dünnbesiedelte Land Mongolei ist 6000 Kilometer von Deutschland entfernt.
Deutsch-mongolischer Austausch hat Tradition

Einige der elf mongolischen Alumni haben bis vor ein paar Jahren noch in Leipzig gewohnt und studiert, andere sind bereits vor 48 Jahren zurück in die Mongolei gegangen. Derzeit studieren 24 mongolische Studenten an den Leipziger Hochschulen. Doch auch deutsche Studenten gehen für ein oder zwei Semester in das weit entfernte Land. Denn der langjährige studentische Austausch zwischen Leipzig und der Mongolei hat Tradition. Der Dozent Klaus Koppe hat als Student drei Jahre in der mongolischen Hauptstadt Ulaan Bataar studiert. Heute lehrt er im Fachbereich Mongolistik am Institut für Indologie und Zentralasienwissenschaften an der Uni Leipzig.

Mongolen schätzen hoch entwickelte Technik und Ausbildung

Koppe erzählt, dass die ersten Studenten schon 1926 nach Leipzig kamen um von der deutschen Ausbildung zu profitieren. "Zwei junge Mongolen haben in Leipzig den Beruf des Kartographen gelernt und hier wurde dann auch der erste Globus mit mongolischer Beschriftung hergestellt." In Leipzig wurden auch Schreibmaschinen mit mongolischen Schriftzeichen entworfen. Da Bildung und Kreativität in Deutschland gefördert wurde, profitierte das kleine Land Mongolei von den aus Deutschland zurückkehrenden Alumni. Denn "Deutschland stand besonders hoch im Kurs der Mongolen, weil es ein Land mit hoch entwickelter Technik ist, daneben aber auch Wert auf eine ebenso hoch entwickelte Ausbildung legt", beschreibt der Mongoleiexperte Klaus Koppe.  

Kulturelle Unterschiede leicht überwindbar

Deshalb kommen mongolische Studenten auch gern an Leipziger Hochschulen. Kontakte zu den einheimischen Studierenden sind ihnen dabei wichtig, obwohl es einige kulturelle Unterschiede zwischen den beiden Ländern gibt, die jedoch nicht unüberwindbar sind.

So gibt es in der Mongolei beispielsweise keine Vor- und Zunamen, sondern nur einen individuellen Namen für jedes Kind. Der Vorsitzende der deutsch-mongolischen Brücke, einer mongolischen Initiative mit dem Ziel den Austausch der beiden Länder zu fördern, heißt daher nur Batmunkh. Der Höflichkeit wegen wird er in Leipzig aber "Herr Batmunkh" genannt.

Eine Jurte als Seminarraum für Studenten in Leipzig

Dieser Vorsitzende Batmunkh hat die Reise der elf mongolischen Alumni nach Leipzig organisiert und hat auch an ein Gastgeschenk gedacht. Dem Institut für Zentralasienwissenschaften und Indiologie möchte er eine Jurte schenken. Dieses Rundzelt dient den mongolischen Nomaden als traditionelle Behausung. Doch möchte Herr Batmunkh mit der Jurte den Studenten in Leipzig die mongolische Kultur etwas näher bringen. "Wir haben uns gedacht, dass die Jurte als Seminarraum genutzt werden soll. Die Studenten, die die mongolische Sprache, ihre Kultur, Tradition, Literatur studieren, die können das in der Jurte dann live lernen."

Doch wo soll die Jurte stehen?

Mit einer traditionellen Zeremonie wird die Jurte am 23. Juni 2009 der Universität Leipzig übergeben. Ohne 6000 Kilometer weit zu reisen, haben die Studenten mit ihrem neuen Seminarraum, dem mongolischen Rundzelt, nun die Chance ein Stück mongolische Kultur hautnah zu erleben. Die Uni Leipzig ist sich jedoch noch nicht sicher, wo das geräumige Zelt seinen Platz finden wird. (db)

Hören Sie hier den Beitrag von Friedemann Brenneis

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