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Die Zukunft der Universität Leipzig
Im vergangenen Jahr war an der Uni Leipzig einiges los. Die Diskussion über Studiengebühren, die Einführung der Bachelor und Master und die Abstimmung über das Semesterticket. 2008 wird für die Universität Leipzig ein Jahr mit vielen Baustellen.

Viele Unklarheiten
Deutlich sichtbar ist die große Baustelle am Augustusplatz. Der Campus befindet sich komplett im Umbau. Planmäßig sollen Ende 2008 die ersten Gebäude fertig gestellt werden, unter anderem das Seminargebäude. Ob der Termin eingehalten werden kann, ist allerdings noch nicht sicher. Genauso wenig Klarheit gibt es offenbar bei den Inhalten vieler Bachelor- und Master-Studiengänge.
Aber es git auch noch mehr Probleme. Johanna Völker, Sprecherin des StudentInnenrats, weiß, was nächstes Jahr auf sie zukommt. "Es gibt natürlich einige Baustellen, die immer da sind. Da gehört das Bafög dazu, es wird sicherlich auch Uni-intern um die Einschreibung in die Module gehen, wie wird das weiter umgesetzt mit Bachelor und Master, mit dem Wahlbereich, mit den Schlüsselqualifikationen. Und natürlich das Hochschulgesetz noch."
Lichtblicke
Im Fall des BAföG gibt es aber jetzt schon wichtige Neuerungen. Denn das BAföG wird erhöht und für Studierende mit Kind soll es zu dem einen Kinderzuschuss geben. Außerdem muss man sein Studium jetzt nicht mehr im Ausland beginnen um volle BAföG Förderung zu bekommen.
Konkret heißt das: rund zehn Prozent mehr BAföG für die Studenten. Die Freibeträge sollen um rund neun Prozent steigen. Für Masterstudenten und für Migranten wurde der Zugang zum BAföG erleichtert. Hartmut Koch, Leiter des BAföG Amtes, geht davon aus, das diese neuen Regelungen zum kommenden Wintersemester in Kraft treten können.
Immer wieder Bologna
Eine Dauerbaustelle ist und bleibt jedoch der Bolognaprozess, der das europäische Hochschulwesen vereinheitlichen soll. Bei der Umstellung auf das Bachelor-Master-System kam es in den vergangenen Semestern immer wieder zu Problemen. Chaos bei der Einschreibung und überfüllte Seminare sind nur einige, klassische Beispiele.
Aber auch die Nicht-Bachelor-Studenten sind vom Bolognaprozess betroffen. Das Studienangebot in den alten Magister und Diplomstudiengängen wird teilweise eingeschränkt. Dadurch erhöht sich der Druck auf Studenten, die ihre Zwischenprüfungen noch nicht abgeschlossen haben, kritisiert der StudentInnenrat. Betroffene können sich an ihre Fakultäten, die Fachschaftsräte und den StudentInnenrat wenden. Außerdem ist für 2008 die Verabschiedung des Hochschulgesetzes geplant. Im Sommer soll der Landtag darüber abstimmen.
Uni selbständiger
Die Gremien, über die sich die Universität selbst verwaltet, sollen in Zukunft schneller Entscheidungen fällen. Der StudentInnenrat befürchtet allerdings, dass sich die Universität nur noch an ihrer Rentabilität orientiert.
Noch unklar ist auch die Zukunft des Semestertickets. Ein Angebot des MDV wurde im Dezember 2007 von den Studenten abgelehnt. Nun muss neu verhandelt werden.
Das Thema Studiengebühren wird erst 2009 zur Landtagswahl wieder aktuell. Zur Zeit ist in Sachsen gesetzlich festgeschrieben, dass ein Erststudium gebührenfrei ist. Dies könnte sich dann ändern Alles in allem: Viel zu tun für 2008! Und wie das bei Baustellen so üblich, ist sicherlich wieder einmal mit der ein oder anderen Verzögerung zu rechnen.




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