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Die Vielfalt ist tot, es lebe die Presse

von Claudia Schittelkopp
Montag, 03. Mai 2010

Noch blutjung ist er, der Tag der Pressefreiheit. 16 Jahre feiert er heute, wird aber seit seiner Geburt international begangen. Initiiert wurde der World Press Freedom Day 1994 von der UNESCO, um auf die Bedeutung freier Berichterstattung für die Demokratie eines Landes aufmerksam zu machen. Doch welche Bedeutung kommt Zeitung, Radio und Fernsehen wirklich zu?

Noch ist die Meinungsvielfalt in Deutschland gewährleistet, doch Konzentrationsprozesse bedrohen die Freiheit der Presse.
(Foto: C. Schittelkopp)
Die Säulen der freien Medien

Die Pressefreiheit ruht in Deutschland auf dem Grundgesetz und den Landespressegesetzen. Dort steht geschrieben, dass keine Zensur stattfindet und dass Journalisten freien Zugang zu Informationen und Quellen erhalten sollen. Der Staat und seine Organe dürfen niemanden daran hindern, seine Meinung zu äußern und zu verbreiten. Laut Bundesverfassungsgericht hat der deutsche Staat gar die Pflicht, für eine freie Presse zu sorgen und etwa Meinungsmonopole zu verhindern. 1965 schrieb Paul Sethe, einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Pressefreiheit sei "die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten". Auch die Organisation "Reporter ohne Grenzen" beanstandet die Pressekonzentration in Deutschland. Lokalzeitungen sterben und Redaktionen werden zusammengelegt, dies führt zu einseitiger Berichterstattung.

Journalisten leben gefährlich

Neun Journalisten wurden in diesem Jahr bereits getötet, 167 sind inhaftiert. Besonders in autoritären Regimen leben Journalisten, die Informationen gegen die Regierung veröffentlichen wollen, sehr gefährlich. Doch gerade in diesen Ländern ist eine breite und gut recherchierte Berichterstattung für die öffentliche Meinungsbildung unerlässlich. Menschen, die in Ländern ohne Pressefreiheit leben, haben keinen Zugang zu freien Informationen und können sich so keine unvoreingenommene Meinung bilden. Nur der unabhängige Journalismus kann dieser Aufgabe nachkommen. Pressfreiheit ist eine wichtige Voraussetzung, damit demokratische Prozesse in Gang gesetzt werden und bestehen können.

Hören Sie hier einen Beitrag von Claudia Schittelkopp:

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