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Die Leipziger Buchmesse: Das waren die Highlights

Montag, 16. März 2009

Vier Tage Buchmesse sind vorüber. Das Messeprogramm war prall gefüllt, die Besucher kamen in Scharen und auch auf dem roten Sofa von mephisto 97.6 nahmen berühmte Gäste platz. Dabei waren Sarah Kuttner, Benjamin Lebert, Jürgen Neffe und Erich Loest.

Insgesamt 147.000 Besucher passierten die Eingangsschranken

Donnerstag

Los gehts! Endlich beginnt das, worauf Leipzig schon seit Wochen gewartet hat - die Buchmesse 2009. Aber nicht nur passionierte Leser sind gespannt, sondern auch die Autoren. Zumindest diejenigen, die für Buchmesse-Preise nominiert sind. Im Kreis der Nominierten: Michael Keller. Für seine Übersetzung von William S. Burroughs "Naked Lunch" wird er prompt für den Leipziger Buchmessepreis nominiert. Schon am ersten Tag kommt er zu uns auf das rote Sofa, um über seinen Erfolg zu sprechen. Zwar hat er am Nachmittag keinen Preis abgeräumt, aber stolz ist er trotzdem. 

Unsere Moderatorin Madeleine Meier darf an diesem Tag aber noch weitere  Gäste begrüßen. So stellt Verena Roßbacher ihr Erstlingswerk "Verlangen nach Drachen" vor und Juli Zeh ihr neuestes Buch "Corpus Delicti". Wir lernen: Ein rundum gesunder Mensch braucht nicht nur einen gesunden Körper, sondern auch einen gesunden Geist.

 Der Preis geht an...

Geistreich aber vor allem objektiv müssen auch die nächsten Gäste sein. Als Jurymitglieder entscheiden Ulrich Greiner und Kristina Maidt-Zinke über die Preisgewinner. 760 Manuskripte sind bei der Jury eingegangen, 16 davon kamen in die engere Auswahl. "Eine Qual", kommentiert Maidt-Zinke das Verwahren.

Um 16 Uhr stehen die Gewinner fest: In der Kategorie Belletristik siegt Sibylle Lewitscharoff  mit "Apostoloff", einem Roman über das Suchen und Finden der eigenen Wurzeln auf einer Bulgarien-Reise. Anschließend überreicht Bürgermeister Burkhard Jung den Messepreis für das beste Sachbuch an Herfried Münkler für sein aufklärerisches Werk "Die Deutschen und ihre Mythen". Ein eindrucksvoller erster Messe-Tag endet mit der Ehrung von Eike Schönfeld für seine Übersetzung von Saul Bellows "Humboldts Vermächtnis".

Freitag

Am Freitag nimmt ein sichtlich angespannter Buchmesse-Chef auf unserem Sofa Platz: Oliver Zille plaudert über die Schattenseiten "des schönsten Jobs der Welt". Autor Thomas Klupp verrät, dass er seine Manuskripte mit der Hand schreibt, nachts, und als Nichtraucher dabei gerne mal zur Zigarette greift.

Die Masse mag es "Crazy"

Die Menschen drängen sich dicht vor der mephisto97.6-Bühne als Benjamin Lebert mephisto 97.6 Frage und Antwort steht. Der Crazy-Buchautor wird mit den Kritiken zu seinem neuen Roman "Flug der Pelikane" konfrontiert. Den Vorwurf der Kritiker, dass sein neues Buch zu blauäugig sei, winkt der Wahlhamburger ab: "Ich möchte blauäugig bleiben. Denken bleibt ein Geheimnis." 

Seine Denkstrukturen sind schwer zu durchschauen. Er versteckt sich gerne hinter den Figuren seiner Romane und bewundert gleichzeitig die Einfachheit mit der einige Kollgen schreiben: "Es ist nicht so, dass die einfachste Geschichte am einfachsten zu schreiben ist. Menschen verstecken sich oft auch hinter der Komplexität."

Um keinen Preis missen, wollen wir den Autor Matthias Frings. Am Vortag war er mit seinem Buch "Der letzte Kommunist" zwar bei der Preisvergabe unterlegen, fühlte sich aber dennoch als Gewinner. Der Grund: Er hatte um eine Flasche Champagner gewettet, dass er die Ehrung sowieso nicht erhalte.

Samstag

Auch am Samstag bietet mephisto 97.6 seinen Zuschauern und Zuhörern wieder viele interessante Gäste. Mit von der Partie: Jürgen Neffe und Erich Loest. Neffe war mit seinem Sachbuch "Darwin. Abenteuer des Lebens" in der Kategorie "Bestes Sachbuch" nominiert, ging aber leer aus.

Von einer "Loosercouch" kann deshalb aber keine Rede sein. Denn Neffe müsste man als Gewinner bezeichnen, bevor er überhaupt zu schreiben begonnen hatte. Der Preis: eine unbeschreibliche persönliche Erfahrung. Für sein Buch war der Autor sieben Monate quer durch die Welt gereist und hatte sich dabei an Charles Darwins Route orientiert, welche dem Forscher zur Herleitung seiner weltberühmten Evolutionstheorie gedient hatte.

Von Veteranen und Neulingen

Auch Erich Loest hat in seinem Leben viel erlebt. Im Gegensatz zu Neffe war sein Leben jedoch weniger von freiheitlichen Erfahrungen geprägt als von solchen in Gefangenschaft. Denn Loest war Augenzeuge der Ereignisse des 17. Junis 1957 in Berlin und saß zu DDR-Zeiten sieben Jahre im Gefängnis. Anklagepunkt: "kontrarevolutionäre Gruppenbildung". Sein literarisches Schaffen steht immer mit Leipzig in Verbindung. 1996 verlieh ihm die Stadt sogar die Ehrenbürgerschaft.

"Mängelexemplar" - das Erstlingswerk von Sarah Kuttner ist der Pubikumsmagnet. Trotz eines durchschnittlichen Buches, drängen sich die Besucher vor der Bühne. Die ehemalige Viva-Moderatorin ist immer noch Kult. Die mephisto97.6-Moderatoren Sven Class und Sven Knobloch quetschen sie über die Hintergründe ihres neuen Buches aus. Darin geht es um eine junge Frau die Depressionen hat, sich in Behandlung befindet, ihr Leben zum Schluss aber wieder in den Griff bekommt.

Sonntag

Auf zum Endspurt: Jung, literarisch und weitgehen unbekannt. Fünf junge Schriftsteller des Deutschen Literaturinstituts Leipzig geben eine einstündige Lesung.

Als erster ist Tobias Hipp an der Reihe. Der Münchner trägt seine Kurzgeschichte "Computer können nie vergessen" vor. Darin beschreibt er einen Kreis junger Autoren von Köln nach Hamburg. "Kapitale Blockstaaten" ist das Thema von Sascha Kokots Gedicht. Mit sonorer Stimme vermittelt er den Geist der Wendezeit.

Mit der Jugend in die Zukunft

Isabell Lehn verwirrt den Zuhörer mit ihrem Vexierspiel "Männer in Rot" im positiven Sinne, indem sie intellektuell ansprechend die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit vermischt. Anschließend verliest die gebürtige Schweizerin Judith Keller ihr Werk "Miniaturen". Fürbittenartig trägt sie kurze Texte zu alltäglichen Situation und Gefühlen vor. (ci/as)

 

 

Wir bedanken uns bei der MCA für die Bereitstellung der Bühne.

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