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Bundestagswahl 2009: Frank-Walter Steinmeier
"Schröders graue Effizienz" oder einfach Bürokrat: Frank-Walter Steinmeiers Spitznamen stellen gewiss nicht seine Sachkenntnis in Frage. Vielmehr bemängeln sie die vermeintlich schlechte Außendarstellung des Kanzlerkandidaten. Dennoch befindet sich die SPD nach Umfragen im Aufwind.

Frank-Walter Steinmeier (SPD)
Persönliche Daten
geb.: 5. Januar 1956 (Detmold)
1995: Heirat mit Elke Büdenbender
Schule und Studium
1974: Abitur (Neusprachliches Gymnasium Blomberg)
1982: 1. jurist. Staatsprüfung (Justus-Liebig-Univers. Gießen)
1986: 2. jurist. Staatsprüfung
1991: Promotion an der Uni Gießen (Dr. jur.)
Politischer Werdegang
1991: Referent für Medienrecht und Medienpolitik in der Nieder-sächsischen Staatskanzlei
1993: Leiter des persönlichen Büros des niedersächsischen Ministerpräsidenten (Schröder)
1994: Leiter der Abteilung für Richtlinien der Politik, Ressort-koordinierung und -planung
Nov. 1998: Staatssekretär im Bundeskanzleramt und Be- auftragter für Nachrichtendienste
1999: Chef d. Bundeskanzleramt
Nov. 2005: Bundesminister des Auswärtigen
Nov. 2007: Vizekanzler
"Unser Land kann mehr"
So lautet Steinmeiers Wahlkampfmotto. Mehr - damit meint er seinen Deutschlandplan, der branchenübergreifende Mindestlöhne, Reformen im Gesundheitssystem, einen zeitnahen Atomausstieg und Vollbeschäftigung bis 2020 vorsieht. Schon in den nächsten Jahren sollen etwa vier Millionen Arbeitsplätze in den Bereichen erneuerbare Energien, Kreativwirtschaft und -pflege geschaffen werden.
Die politische Konkurrenz hat aber gerade diese Ziele zuletzt scharf kritisiert. Neben den gängigen Vorwürfen, Steinmeier sei zu bürokratisch, zu steif in seinem Auftreten, warfen ihm die Grünen vor, er hätte aus ihrem Wahlprogramm abgeschrieben. CDU und FDP kritisierten seine Vision der Vollbeschäftigung als utopisch. Zudem verzichtete Steinmeier bei seiner Wahlkampfrede am zehnten September auf dem Nikolaikirchhof in der Leipziger Innenstadt auf eine inhaltliche Darlegung seines Deutschlandplans.
"In unserer Mediengesellschaft muss man einfach auch medial für das stehen, was man meint. Und da hat Herr Steinmeier ganz offensichtlich Defizite. Er wirkt nicht authentisch", so CDU-Direktkandidat Thomas Feist aus dem Leipziger Süden.
Popularitätsschub zu spät?
Trotz aller Kritik scheint Frank-Walter Steinmeier in der Gunst der Wählerschaft zugelegt zu haben. Das zumindest bezeugen Umfrageergebnisse, die der SPD seit dem TV-Duell mit Angela Merkel steigende Werte zusprechen. Allerdings kommt der Aufwind für Steinmeier wohl zu spät, um noch Bundeskanzler zu werden.
Schließlich sind SPD und Grüne derzeit immer noch weit entfernt von einer gemeinsamen Mehrheit, eine Koalition mit den Linken hatte Steinmeier selbst kategorisch ausgeschlossen und die FDP hat sich klar zur CDU bekannt. Aufgrund dieser scheinbar aussichtslosen Lage bei steigender Popularität bezeichnete die Financial Times den 53-jährigen Sozialdemokraten als "Spätzünder".
Hören Sie hier ein Portrait von Felix Hügel




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