Programmvorschau
Kontakt
Tel.: 0341 / 97 37 -962
und -968
Fax: 0341 / 97 37 999
Redaktion Faustschlag
Pistenfahrplan
Konzert, französische Freiheit und ein tyrannischer Diktator. Der Abend in Leipzig.
Online-Redaktion
Tel.: 0341 / 97 37 976
Fax: 0341 / 97 37 999
online(ät)mephisto976.de
Billigbestattungen auch in Leipzig möglich
Eine Beerdigung kostet im Durchschnitt mehrere Tausend Euro. Doch das soll auch billiger gehen. Dieses Konzept wollen Billigbestattungsunternehmen durchsetzen und sind mit dem Trend auch in Leipzig angekommen.

Billigbestatter bieten billige Komplettpakete
In Zeiten der Finanzkrise kann auch eine Beerdigung für die Hinterbliebenen zur finanziellen Herausforderung werden. Das Leipziger Bestattungsunternehmen Memora Niedrig Preis bietet den Hinterbliebenen verschiedene Bestattungspakte an, von denen das günstigste 1600 Euro kostet. Die Preise der Konkurrenz sind meist doppelt so hoch, denn eine Bestattung in Deutschland kostet im Durchschnitt rund 3500 Euro. Werner Jonas arbeitet seit fünf Jahren für das Unternehmen und betont, dass "wir versuchen die Preise niedrig zu halten, damit auch die Leute mit einem kleinen Geldbeutel zu uns kommen." Jedoch ist er der Meinung, dass man mit wenig Geld eigentlich keine Bestattung finanzieren könne.
Geld sparen durch anonyme Urnenbestattung
Aus der finanziellen Notlage heraus, beobachte Jonas, dass die Hinterbliebenen eher die günstigen Bestattungsangebote wählen. Seitdem 2004 das Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkassen weggefallen ist, werde vor allem aber bei der Trauerfeier und den Todesanzeigen in der Zeitung gespart.
Die günstigen Beisetzungen sind meist anonyme Urnenbestattungen, weil diese weniger Friedhofsgebühren verursachen. Die Angehörigen wissen dabei nicht, wo der Verstorbene bestattet wird, denn die Urne wird in einem Gemeinschaftsgrab ohne Namen bestattet.
Zahlreiche Aufträge für Billigbestatter
Auch der Berliner Patrick Schneider von Aaraubestattungen betreibt ein Unternehmen mit anonymen Urnenbestattungen. Der Geschäftsführer wird auch in Leipzig ab Sommer eine Komplettbestattung für 999 Euro anbieten. Schneider erklärt, dass das Unternehmen "mit einer deutlich geringeren Gewinnspanne arbeitet und durch das hohe Auftragsvolumen ein geringer Preis zustande kommen kann." In zwei Tagen führe Aaraubestattungen so viele Bestattungen durch wie andere Unternehmen in einem ganzen Monat. Seine Preise hält Schneider dabei für unschlagbar, die Bezeichnung "Billigbestatter" dagegen lehne er ab, weil "die Leistung exakt die gleiche Leistung ist, die auch ein örtliches Unternehmen in Leipzig erbringt und diese behaupten von sich schließlich auch nicht, sie seien billig."
Versteckte Kosten trotz Komplettpaket
Der Bundesverband Deutscher Bestatter sieht im Aufkommen der Billiganbieter eine Gefahr. Diese teilt Schneider jedoch nicht, denn "wir holen den Verstorbenen mit einem Sarg ab. Das ist das gleiche Sargmodell, das 90 Prozent der Kollegen auch benutzen. Wir fahren in das gleiche Krematorium. Es gibt in der Qualität, die wir erbringen, also keinen Unterschied."
Doch das angebotene Paket entspricht meist nicht dem endgültigen Preis. Vor solchen Mogelpackungen warnt auch Alexander Helbach von der Aternitas e.V. Verbaucherinitiative für Bestattungskultur. Oftmals lockten Billigbestatter Kunden mit Preisen wie "500 Euro komplett". Verschwiegen werden aber häufig Fremdleistungen wie Abmeldung bei Ämtern oder Friedhofsgebühren. Doch gerade die machen erst einen Großteil der eigentlichen Kosten aus und müssen vom Hinterbliebenen zusätzlich gezahlt werden. Deshalb sei es wichtig, Transparenz zu schaffen, denn angenommen werden die billigen Bestattungen gut, auch wenn an Extras gespart wird. Es wird ein einfacher Sarg verwendet, es findet keine große Trauerfeier statt und Blumen werden nur gegen Aufpreis bestellt.
Familiengrab oder anonymes Urnengrab
Vor allem aber entscheidet der Ort, wo der Tote begraben wird darüber, wie teuer die Bestattung wird. Ein teures Familiengrab auf einem Friedhof in Deutschland kostet einiges mehr als ein billiges und anonymes Urnengrab in Tschechien. Diese Preise unterliegen aber nicht dem Wettbewerb der Bestattungsinstitute. Für sie sind die Kirche oder Stadt verantwortlich. (db)
Hören Sie hier einen Beitrag von Anja Datan




hören
herunterladen
Beitrag empfehlen / kommentieren
Kommentar abgeben