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Bike Polo

Dienstag, 05. Januar 2010

Polo, hauptsächlich bekannt als Sport der High-Society, erfreut sich in Städten immer größerer Beliebtheit. Allerdings wird die urbane Variante nicht zu Pferde, sondern auf Drahteseln gespielt.

Potentielle Bike-Polo-Sportgeräte: Fahrräder in der Fahrradgarage des neuen Hörsaalgebäudes (Foto: M. Schnurrenberger)

 

Polo in der Unterführung

Die Unterführung am Hauptbahnhof wirkt für gewöhnlich trist und kalt. Keiner verweilt gern an diesem zugigen Ort. Aber freitags gegen 21 Uhr belebt sich der Raum. Die Menschen, die sich dann dort versammeln tun das in sportlicher Absicht. Allerdings finden hier keine archaischen Faustkämpfe à la "Fight Club" statt, sondern Bike-Polo-Partien.

Das Prinzip des Bike Polo ähnelt dem des klassichen Polo-Sportes zu Pferde. Es gibt zwei Mannschaften und zwei Tore. Die Spieler sitzen auf Fahrrädern und haben Schläger in der Hand, mit denen sie versuchen, einen tenisballgroßen Ball ins gegnerische Tor zu befördern. Das Material ist im Vergleich zum Pferdepolo ungleich preisgünstiger. Spezielle Fahrräder werden nicht benötigt und die Schläger sind meist selbst gebastelt. Sie bestehen zum Beispiel aus einem Skistock, an dem ein längliches Rohr befestigt ist. Die Tore bestehen aus rechteckigen Holzklötzen.

3...2...1...Polo!

Die Regeln sind einfach. Die Mannschaftsgröße ist variabel, es sollten aber mindestens drei Spieler in jedem Team sein. Das Spiel beginnt, wenn alle Spieler ihre Startpositionen eingenommen haben, mit dem Ruf "3...2...1...Polo". Ziel ist es Tore zu schießen. Dabei muss der Ball von vorne, also wie beim Fußball, ins Tor rollen. Der letzte Schlägerkontakt muss mit der runden Seite des Schlägers  erfolgen, nicht mit der Breitseite. Wenn ein Spieler mit dem Fahrrad durch ein Tor fährt, gilt das als Eigentor. Körperkontakt sollte vermieden werden, aber in der Praxis kommt es öfter zu Tuchfühlung zwischen den Spieler. Solange das nicht vorsätzlich geschieht, ist das kein Problem. Wenn aber der Gegner zu Fall gebracht werden soll, wird ein Foul begangen. Dann gibt es einen "Penalty". Der "Geschädigte" startet dann von seiner Spielfeldhälfte einen Angriff, während der "Täter" in seinem Tor steht. Die Aktion endet entweder mit einem Tor oder mit einem Ballverlust des Angreifers. Erst dann werden die übrigen Mannschaftsmitglieder wieder ins Spiel integriert.

Unterführung ist nur Winterspielort

Der kalte, feuchte Tunnel am Hauptbahnhof ist jedoch nur ein Winterspielort. Dort ist es vor allem problematisch, dass Passanten unter die Räder kommen könnten. Wenn ein Fußgänger die Unterführung betritt, wird das Spiel aber unterbrochen. Im Sommer ist es einfach, einen geeigneten Platz zum Spielen zu finden. Supermarktparkplätze und andere öffentliche Plätze gibt es schließlich genug. Dann heißt es wieder unter freiem Himmel: 3...2...1...Polo!
(Max Schnurrenberger)

Hören Sie hier den Beitrag über Bike Polo in Leipzig von Jochen Dreier:

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