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Konzert, französische Freiheit und ein tyrannischer Diktator. Der Abend in Leipzig.
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Barrierefreiheit noch keine Selbstverständlichkeit in Leipzig
Artikel 3 Grundgesetz: "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." Eine einfache Forderung, die in der Praxis jedoch nicht immer leicht umzusetzen ist. Auch für Leipzig ist das eine Herausforderung.

Leipzig auf gutem Weg
Gut 40.000 Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung leben derzeit in Leipzig. Carola Hiersemann ist die Behindertenbeauftragte der Stadt und setzt sich dafür ein, dass die vielen kleinen Hürden, denen diese Menschen im Alltag täglich begegnen, nach und nach aus dem Stadtbild verschwinden. "Leipzig ist schon auf einem guten Weg in Richtung Barrierefreiheit." So wurden in den vergangenen Jahren beispielsweise zahlreiche Straßenbahnhaltestellen behindertengerecht umgebaut. Mit dem Blindenleitsystem in der Innenstadt nimmt Leipzig innerhalb Sachsens sogar eine Vorreiterrolle ein. Das bestätigt auch Christiane Kohl, Vorsitzende des Blindenverbands Leipzig und selbst seit sieben Jahren blind. Sie kritisiert jedoch, dass das Leitsystem mit seinen grauen Rillen, die sich in der Innenstadt kaum vom übrigen Boden abheben, von den Bürgern nicht wahrgenommen würde. Im Grunde sei in Leipzig weniger die bauliche Situation als vielmehr Gedankenlosigkeit das Problem.
Ansprechpartner für Behinderte in Leipzig
Beauftragte für Menschen mit Behinderungen
Carola Hiersemann
Telefon: 0341-1236741
Email: carola.hiersemann@leipzig.de
Behindertenverband Leipzig e.V.
Telefon: 0341-3065120
Email: Bvl.leipzig@t-online.de
Blinden- und Sehbehindertenverband Leipzig
Telefon: 0341-35542671
Email: leipzig@bsv-sachsen.de
Mobiler Behindertendienst Leipzig e.V.
Telefon: 0341-609100
Email: info(ät)mobiler-behindertendienst.de
Barrieren in den Köpfen
Unachtsamkeit konstatiert auch Gunter Jähnig, Geschäftsführer des Leipziger Behindertenverbands. "Da werden zum Beispiel Reklameschilder einfach auf den Bürgersteig gestellt, wo dann ein blinder Mensch drüber fallen kann und ein Rollstuhlfahrer einfach nicht vorbei kommt." Barrierefreiheit müsse selbstverständlich werden. Das heißt, dass überall die Vorraussetzungen vorhanden sein müssen, damit auch Menschen mit Behinderungen spontan und ohne Voranmeldung jederzeit und überall am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Dazu gehört auch, so Andreas Schneider, Vorsitzender des Mobilen Behindertendienstes Leipzig, "dass man von dem Verständnis abkommt, Barrierefreiheit wäre nur der Wegfall dieser Treppe oder dieser Bordsteinkante, die man nicht überwinden kann." Barrieren haben viele Gesichter. Für den Rollstuhlfahrer andere als für den Blinden und wieder andere für den Hörgeschädigten. "Da ist viel mehr zu machen, als nur Bordsteinkanten abzusenken", so Schneider.
Das Thema geht jeden an
Letztlich, so Gunter Jähnig, gehe das Thema jeden an. "Spätestens im Alter werden wir alle Schwierigkeiten haben - beim Hören, beim Gehen oder beim Sehen." (sr/nj)
Hören Sie hier den Beitrag von Sandra Rügamer und Nadine Jukschat:




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