Livestream

Geburtstag

Programmvorschau

Heute ab 19:00 Uhr:

Ressortleiter

Lisa Kettwig & Karolin Dörner
Lisa Kettwig & Karolin Dörner

Kontakt

Tel.: 0341 / 97 37 -962
und -968
Fax: 0341 / 97 37 999
Redaktion Faustschlag

Pistenfahrplan

Ausgehtipps für

Konzert, französische Freiheit und ein tyrannischer Diktator. Der Abend in Leipzig.

Online-Redaktion

Tel.: 0341 / 97 37 976
Fax: 0341 / 97 37 999
online(ät)mephisto976.de

Barrierefreiheit noch keine Selbstverständlichkeit in Leipzig

Dienstag, 04. August 2009

Artikel 3 Grundgesetz: "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." Eine einfache Forderung, die in der Praxis jedoch nicht immer leicht umzusetzen ist. Auch für Leipzig ist das eine Herausforderung.

Rollstuhlfahrer Maik-Ronny Hofmann beim vergeblichen Versuch in eine nicht behindertengerechte Bahn einzusteigen. (Foto: N. Jukschat)
Das Blindenleitsystem in der Leipziger Innenstadt
Leipzig auf gutem Weg

Gut 40.000 Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung leben derzeit in Leipzig. Carola Hiersemann ist die Behindertenbeauftragte der Stadt und setzt sich dafür ein, dass die vielen kleinen Hürden, denen diese Menschen im Alltag täglich begegnen, nach und nach aus dem Stadtbild verschwinden. "Leipzig ist schon auf einem guten Weg in Richtung Barrierefreiheit." So wurden in den vergangenen Jahren beispielsweise zahlreiche Straßenbahnhaltestellen behindertengerecht umgebaut. Mit dem Blindenleitsystem in der Innenstadt nimmt Leipzig innerhalb Sachsens sogar eine Vorreiterrolle ein. Das bestätigt auch Christiane Kohl, Vorsitzende des Blindenverbands Leipzig und selbst seit sieben Jahren blind. Sie kritisiert jedoch, dass das Leitsystem mit seinen grauen Rillen, die sich in der Innenstadt kaum vom übrigen Boden abheben, von den Bürgern nicht wahrgenommen würde. Im Grunde sei in Leipzig weniger die bauliche Situation als vielmehr Gedankenlosigkeit das Problem.

Barrieren in den Köpfen

Unachtsamkeit konstatiert auch Gunter Jähnig, Geschäftsführer des Leipziger Behindertenverbands. "Da werden zum Beispiel Reklameschilder einfach auf den Bürgersteig gestellt, wo dann ein blinder Mensch drüber fallen kann und ein Rollstuhlfahrer einfach nicht vorbei kommt." Barrierefreiheit müsse selbstverständlich werden. Das heißt, dass überall die Vorraussetzungen vorhanden sein müssen, damit auch Menschen mit Behinderungen spontan und ohne Voranmeldung jederzeit und überall am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Dazu gehört auch, so Andreas Schneider, Vorsitzender des Mobilen Behindertendienstes Leipzig, "dass man von dem Verständnis abkommt, Barrierefreiheit wäre nur der Wegfall dieser Treppe oder dieser Bordsteinkante, die man nicht überwinden kann." Barrieren haben viele Gesichter. Für den Rollstuhlfahrer andere als für den Blinden und wieder andere für den Hörgeschädigten. "Da ist viel mehr zu machen, als nur Bordsteinkanten abzusenken", so Schneider.

Das Thema geht jeden an

Letztlich, so Gunter Jähnig, gehe das Thema jeden an. "Spätestens im Alter werden wir alle Schwierigkeiten haben - beim Hören, beim Gehen oder beim Sehen." (sr/nj)

Hören Sie hier den Beitrag von Sandra Rügamer und Nadine Jukschat:

Verwandte Beiträge
Beitrag empfehlen: meinVZ

Kommentare


Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentar abgeben

* = mit Stern gekennzeichnete Felder müssen ausgefüllt werden.

*

*

CAPTCHA Bild zum Spamschutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*

*

Mit Abgabe Ihres Kommentars stimmen Sie den Kommentar-Richtlinien zu.