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Zahl der erfassten Straftaten in Leipzig geht leicht zurück
Carjacking, Trickbetrügereien, auf der Straße geohrfeigte Teenager und überfallene Taxifahrer: Kriminalfälle wie diese gehen in die polizeiliche Kriminalstatistik ein. Die aktuellen Zahlen und ein Fazit der Polizeiarbeit von 2009 wurden heute vom Leipziger Polizeichef Horst Wawrzynski präsentiert.

Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) wird jährlich von den örtlichen Polizeidirektionen und vom Bundeskriminalamt für Deutschland insgesamt veröffentlicht. Sie speist sich aus den Ermittlungszahlen der Polizeibehörden und beinhaltet somit lediglich die polizeilich registrierte Kriminalität, das Hellfeld.
Welcher Anteil der tatsächlich stattfindenden Kriminalität polizeibekannt wird, hängt unter anderem etwa vom Anzeigeverhalten der Bevölkerung, den gesetzlichen Definitionen der Straftatbestände und der Ermittlungsaktivität der Polizei ab. Fallende Zahlen in der PKS sind also nicht automatisch mit einem Rückgang der Kriminalität gleichzusetzen – sie könnten auch eine gestiegene Dunkelziffer bedeuten.
Von Januar bis Dezember 2009 erfasste die Polizeidirektion Leipzig 58.104 Straftaten – das sind rund 3.100 weniger als 2008 und erstmals seit 1999 weniger als 60.000, wie Wawrzynski erfreut mitteilte. Die Häufigkeitszahl, die die Anzahl der registrierten Straftaten pro 100.000 Einwohner angibt, lag 2009 für Leipzig somit bei 11.272 – im Vergleich zu knapp 12.000 im Jahr davor. Damit liegt Leipzig laut Polizeidirektion im Rennen um die sicherste Großstadt in Deutschland auf Platz 7 von 14 Großstädten. 51% aller Leipziger Ermittlungen endeten mit der Aufklärung des Verbrechens - 2008 waren das mit 48% etwas weniger.
Ein Minus bei der Straßenkriminalität, Plus bei Wirtschaftsdelikten
Den deutlichsten Rückgang gab es im Bereich der Straßenkriminalität, hier ermittelte die Polizei in rund 15.800 Fällen, das sind 14% weniger als noch 2008. Dagegen nahmen Fälle von Rauschgift-, Gewalt- und Computerkriminalität leicht zu. Da die absoluten Zahlen der Ermittlungen in diesen Feldern aber jeweils nur zwischen 500 (Computerkriminalität) und 1.700 (Gewaltkriminalität) liegen, kann das dem insgesamten Abnahmetrend nichts anhaben. Deutlich zugenommen haben die Fälle von Wirtschaftskriminalität. Von 982 Ermittlungen im Jahr 2008 hat sich diese Zahl 2009 auf 1.800 fast verdoppelt.
Insgesamt erfolgreiche Polizeiarbeit
Insgesamt zieht die Polizeidirektion Leipzig ein positives Fazit ihrer Arbeit des letzten Jahres. Als spektakulärste Erfolge kann sie die Festnahme des Mörders der im August 2008 entführten achtjährigen Michelle und die Arbeit der Ermittlungsgruppe „Schloss“ verbuchen, die eine Serie von 143 Einbrüchen aufklärte.
Die gesunkene Zahl der erfassten Straftaten führt der Polizeichef auf die stärkere Polizeipräsenz in Problembezirken zurück. Daneben wirkten sich auch niedrigere Arbeitslosenzahlen und die zunehmende Bereitschaft der Bevölkerung, begangene Verbrechen auch anzuzeigen, auf die Statistik aus.
Beschlagnahmte Cannabispflanzen (Fotos: www.polizei.sachsen.de)
Mehr Heroin, weniger Cannabis
Zusammen mit der polizeilichen Kriminalstatistik wurden auch die Mengen sichergestellter illegaler Drogen präsentiert. So beschlagnahmte die Polizei in Leipzig 2009 knapp 25 kg Heroin, deutlich mehr als die 9 kg im Jahr zuvor. Dagegen wurden im Vorjahr 120 Cannabispflanzen sichergestellt, 2009 waren es nur noch 64.
Die Polizeistrategie für 2010
Für 2010 setzt die neue Kriminaloberrätin Sonja Krüßel auf Polizeipräsenz, um insbesondere Raubüberfällen und Wohnungseinbrüchen am Tag vorzubeugen. In letzterem Bereich sollen auch die Präventionsmaßnahmen gestärkt werden. (Maria Jakob)
Hören Sie hier einen Beitrag von Sarah Mannigel:




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