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Konzert, französische Freiheit und ein tyrannischer Diktator. Der Abend in Leipzig.
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Was ist aus dem roten Leipzig geworden?
Das wohl am häufigsten benutzte Wort gestern Abend war "historisch". Eine historisch niedrige Wahlbeteiligung, historische Erfolge im Bund für FDP, LINKE und GRÜNE. Vor allem war es aber ein historisch schlechtes Ergebnis der SPD. Auch in Leipzig mussten die Sozialdemokraten herbe Verluste hinnehmen, verloren beide Direktmandate an die CDU.

Kleine Entstehungsgeschichte der SPD:
Am 23. Mai 1863 gründete sich in Leipzig der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein, Karl Liebknecht und Karl Marx waren prominente Anhänger. Zusammen mit der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei schlossen sich beide Organisationen 1875 zur Sozialistischen Arbeiterpartei zusammen, aus der später die SPD hervor ging.
Rote Hochburg Leipzig
Leipzig gilt gemeinhin als rote Hochburg. Regelmäßig lag die SPD bei Wahlen über dem Sächsischen Durchschnitt. Seit 1990 wird die Stadt von SPD-Bürgermeistern regiert und seit 1998 saßen zwei Sozialdemokraten für die Leipziger im Bundestag. Rainer Fornahl und Gunter Weißgerber traten dieses Jahr allerdings nicht mehr an. Weißgerber wirkt dennoch enttäuscht. "Da ist nicht viel Sozialdemokratie in Leipzig."
Tiefensee enttäuscht über Wahlpleite
Auch der ehemalige Oberbürgermeister und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee ist mehr als enttäuscht über das Wahlergbnis, schließlich zweifelte kaum einer an einem Wahlsieg des SPD-Kandidaten. Doch er erhielt nur knapp ein Viertel der Stimmen und landete hinter Thomas Feist und Mike Nagler nur auf Platz drei. Es sei ein bitterer Tag und ein katastrophales Ergebnis, so Tiefensee gegenüber mephisto 97.6, er habe sich mehr versprochen. "Die Bürger haben sich klar für schwarz-gelb entschieden", so Tiefensee.
Tiefensee will mehr Präsenz zeigen
Ein Grund zum Nachdenken, wie auch Weißgerber findet. Man müsse sich neu aufstellen und die Fehler suchen. Grünen-Politiker Ingo Sasama hebt besonders einen Fehler Tiefensees vor. Die Leipziger hätten sich für seinen abrupten Weggang nach Berlin 2005 gerächt. "Man kann nie sagen, was die Leipziger umtreibt", kommentiert Tiefensee den Vorwurf. Er wolle aber in Zukunft mehr Präsenz zeigen und sozialdemokratische Aufbauarbeit leisten, gerade in Zeiten, in denen sich die CDU als einzige Volkspartei Deutschlands bezeichnet.
SPD will Vertrauen der Bürger zurück
Nach dem Wahldebakel der SPD und Wolfgang Tiefensees hält Gunter Weißgerber trotzdem am Minister fest. Mit seinem Können und seiner Kraft könne er das Mandat zurückholen. Tiefensee indes will das Vertrauen der Bürger in seine Partei zurückholen. Die SPD werde gebraucht, als Partei der brügerlichen Mitte, die auf viele Lebensentwürfe eingehen will.
Darin kann sie sich ja nun vier Jahre lang in der Opposition üben und vielleicht auch gestärkt hervor gehen. (ct)
Hören Sie hier das Interview von Madelaine Meier mit Wolfgang Tiefensee in zwei Teilen, sowie ein Kommentar von Thomas Otto zu dem Stimmenverlust der SPD:




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