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Wahlbeteiligung zur Landtagswahl mit Minusrekord

Montag, 31. August 2009

Torsten Preuß, Politikwissenschaftler an der Uni Leipzig, und Dr. Josef Fischer, Kreiswahlleiter der sieben Leipziger Wahlkreise, analysieren im Interview mit mephisto 97.6 Ursachen und Folgen der geringen Wahlbeteiligung zur Landtagswahl 2009.

Torsten Preuß zu Gast bei mephisto 97.6 (Foto: C. Tornow)

Gerade mal 52,2 Prozent der Sachsen gingen am Sonntag an die Wahlurne um ihre Vertreter im Landtag zu wählen und erzielten damit einen neuen Minusrekord für Sachsen. In Leipzig waren es sogar nur 48,9 Prozent Wahlberechtigte, die es ins Wahllokal trieb - sechs Prozent weniger als 2004.

Wahlkampf mobilisierte wenig Leute

Dr. Josef Fischer, Leiter des Amts für Statistik und Wahlen und Kreiswahlleiter für die sieben Leipziger Wahlkreise, ist "sehr verwundert" über die geringe Beteiligung. Er habe mehr erwartet und findet die Entwicklung bedauerlich, gerade wenn man auf die Landtagswahlen im Saarland (~68%) und Thüringen (~56%) schauen würde. Torsten Preuß sieht die Ursachen im Themen- und Sinnbefreiten Wahlkampf der Parteien, in dem Konflikte kaum angesprochen und Themen nicht zugespitzt wurden. Auch die geringe Debattierfreude motivierte wenig Wähler. Davon würden wiederum die kleinen Parteien, wie die Piratenpartei, profitieren, die es schafften, Wähler zu mobilisieren.

Landtagswahl Indikator für Bundestagswahl

Die Landtagswahl könne deshalb auch ein Indikator für die Bundestagswahlen am 27. September sein, wenn der Wahlkampf ähnlich geführt würde. Preuß sieht die Politik in der Pflicht, da der Wahlkampf von Personen und Themen abhängig sei. Da reiche es nicht, wenn allein Medien, wie Radio und Zeitung, zur Wahl aufriefen, beschwert sich Fischer. (ct)

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