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Vuvuzela-Lärm überlagert die Freude an der WM
Eine „Flucht“ vor den Fans, dem Public Viewing und der damit verbundenen Lautstärke scheint in diesem Jahr unmöglich. Verantwortlich dafür zeigt sich ein neues altes südafrikanisches Instrument: Die Vuvuzela.

Der 12. Mann der Südafrikaner
Wenn draußen die lauten Trötentöne erklingen weiss man, dass es wieder so weit ist: Ein neues Spiel beginnt. Die Vuvuzela ertönt mit ihrem nahezu ohrenbetäubenden Lärm und macht jegliche Kommunikationsversuche unmöglich. 120 Dezibel, so laut kann die Vuvuzela werden und kommt mit dieser Leistung einen Düsenflugzeug sehr nah. Was die südafrikanischen Spieler als ihren „12. Mann“ bezeichnen und die Einwohner als „Kultur“ überscheitet augenscheinlich die Toleranzgrenze fast jeder anderen Nation, die bei der Fußball WM 2010 teilnimmt oder ihr zumindest audiovisuell folgt.
Petitionen gegen die Vuvuzela finden sich im Internet, zum Beispiel auf Antivuvuzela.org aber auch auf hauptsächlich Englischsprachigen Seiten, wie gopetition.com.
Ein Instrument das im Gedächtnis bleibt
Dass die Vuvuzela kein neues Instrument ist, welches für die Fußball-WM entwickelt wurde, sondern zur südafrikanischen Fußballtradition gehört und im Allgemeinen auch als Musikinstrument genutzt wird, scheint keinen Einfluss auf die Meinungen der Bevölkerung zu nehmen. Im Gegenteil: Im Internet finden sich bereits einige Websites, die Petitionen gegen die Vuvuzela-Belästigung einberufen. Andere Stimmen bezeichnen diese Anti-Haltung als rassistisch und kulturfeindlich. Sie gehöre zur Fußballkultur der Südafrikaner und sei somit völlig legitim. Doch die während der letzten Jahren genutzte Vuvuzela aus Plastik, welche in den unterschiedlichsten Farb- und Längenvariationen hergestellt und verkauft wird, ist kein Stück südafrikanischer Kultur sondern nur ein Werbegag, den bereits der ehemalige Staatspräsident Nelson Mandela in Zürich bei der Vergabe der Fußball Weltmeisterschaft nutzte, um Südafrika im Gedächtnis bleiben zu lassen. Und im Gedächtnis werden sie wohl bei den Zuschauern der WM bleiben, aber nicht nur im Gedächtnis sondern vor allem im Gehör.
Mögliche Gefahren für die Gesundheit
Auch Apotheken in Südafrika und in der nähe von Orten an denen Public-Viewing betrieben wird haben Engpässe zu verzeichnen: Dank der Lärmbelästigung gehen die Verkäufe von Oropax derart in die Höhe, dass sie bereits zu Beginn der WM vielerorts ausverkauft sind. An der London School of Hygiene wurde zudem herausgefunden, dass die Vuvuzelas nicht nur eine Gefahr für das Gehör darstellen sondern auch für die Gesundheit. Sie seien, so Ruth McNerny, ein Verbreiter von Erkältungskrankheiten und Grippen, da sehr viel Atemluft durch das Instrument in die Massen strömt.
Wie es mit der Vuvuzela weitergeht ist bisher noch unbekannt. Ob die Petitionen im Web erfolg haben ist fraglich, schließlich möchte keiner den Südafrikanern ihre Kultur wegnehmen.
Weitere Informationen und Meinungen über die Vuvuzela hat mephisto 97.6 Redakteurin Anne Petzold für Sie aufgearbeitet, hören Sie hier ihren Beitrag:




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