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Viel Aufmerksamkeit für ein einfaches Haus

Freitag, 25. Januar 2008

Der Stadteil Reudnitz im Südwesten von Leipzig ist eigentlich ein eher ruhiger Teil von Leipzig. In den letzten Monaten ist aber ein ganz normales Mietshaus in der Holsteinstraße sehr häufig in den Medien gewesen. Grund dafür sind mehrer Übergriffe, die der rechten Szene zugerechnet werden.

Wiederholt Ziel von Übergriffen: ein normales Leipziger Haus

Holsteinstraße – dort befindet sich das Haus in Reudnitz, welches seit November mit Angriffen wahrscheinlich au der rechten Szene zu kämpfen hat. Das Haus wirkt von außen nicht ungewöhnlich. Bei näherer Betrachtung fällt aber ein beschmiertes Klingelschild auf. Auch die Haustür lässt sich noch ohne Schlüssel öffnen. Was die Hausbewohner dahinter in den letzten Monaten erlebt haben schildert eine Bewohnerin, die anonym bleiben will:

"Ich habe das Gefühl, dass sich die Sache irgendwie hochgeschaukelt hat. Es hat angefangen mit Hakenkreuzschmierereien an der Hauswand außen. Später gab es  dann so eine Art Spontandemonstration von ungefähr 40 Leuten, die so Zeug wie "Juden raus" und "nationaler Sozialismus jetzt" gerufen haben. Noch später gabs die angemeldete Nazidemo direkt vor unserem Haus mit Zwischenkundgebung. Und letzten Samstag haben Leute versucht oder es ist ihnen auch gelungen in das Haus einzudringen durch Eintreten der Haustür. Und haben versucht in eine Wohnung einzudringen und in den anderen Wohnungen Fenster eingeschmissen mit irgendwelchen Steinen."

Sind die Übergriffe gezielt gegen die Bewohner gerichtet? Auch die Mieterin weiß darauf keine Antwort. "Also die Bewohner die ich kenne sind größtenteils an der Uni eingeschrieben. Es gibt hier auch noch ein älteres Ehepaar, Pensionäre. Soweit ich es einschätzen kann sind es Studenten wie Du sie überall findest, ... in Stötteritz ..., ... in Grünau ..., in Connewitz, in der Südvorstadt. Ich kann da nichts Spezielles ausmachen woran man sich jetzt aufhängen könnte, dass man sich jetzt so ein großes Feindbild aufbauen kann um dann solche Aktionen gegen ein Haus zu starten."

Bei einer rechtsgerichteten Demonstration vor 2 Wochen, die an dem Haus vorbeiführte, kam es zu mehren Zwischenfällen. Hintergrund der Übergriffe war die genehmigte Zwischenkundgebung direkt vor dem Haus. Zwei mal stürmte die Polizei das Gebäude an diesem Tag. Zum einen um das Haus auf Wurfgeschosse zu untersuchen und beim zweiten Eindringen wurden die Haussicherungen entfernt und teilweise zerstört. Außerdem sollen die Mieter durch die den Polizeiführer beleidigt worden sein. Dies hat die Mieter des Hauses dazu veranlasst einen öffentlichen Brief an die Stadt Leipzig zu verfassen und eine Aufklärung der Vorkommnisse zu fordern.

Wie die Stadt Leipzig bisher darauf reagiert hat schildert Helmut Loris, Leiter des Ordnungsamtes: "Bezogen auf die Beschwerde der Bewohner des Hauses Holsteinstrasse 15 hat  das Ordnungsamt in Abstimmung mit der Polizeidirektion Leipzig einen Gesprächstermin organisiert der am 17. Januar stattfand und an dem vier Hausbewohner zugegen waren. Im Ergebnis des Gespräches wurde den Hausbewohnern versichert dass ihnen nach Erörterung der Sach- und Rechtslagen schriftliche Stellungnahmen des Ordnungsamtes und der Polizei zugeleitet werden."

Auch in der Polizeidirektion Leipzig gibt es dazu Ermitlungen. Die Polizei überprüft, wie sich die Kräfte vor Ort verhalten haben. Außerdem überprüft der Staatsschutz die rechtsextremen Schmierereien. Solange die rechtsgerichteten „freien Kräfte“ das Haus in der Holsteinstraße 15 auf der Agenda haben, werden die Bewohner darin keine Ruhe finden."

Jens Falkowski, Foto: Gerrit Schneider (www.sxc.hu)

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