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Sächsische Unis fordern mehr Geld vom Land

Mittwoch, 11. November 2009

"Sachsen kann es sich nicht leisten, bei Forschung und Entwicklung zurückzufallen", schreiben die Rektoren der vier sächsischen Universitäten in einem offenen Brief an den Landtag. Sie befürchten eine Kürzung der Förderungsgelder für das kommende Jahr.

Der offene Brief wurde von den vier Rektoren der Hochschulen Chemnitz, Dresden, Freiberg und Leipzig unterzeichnet (Foto: mephisto 97.6)

Verdopplung der Förderungsgelder um exzellente Forschung zu ermöglichen

"Angesichts des deutlich zunehmenden harten innerdeutschen Wettbewerbs ist für eine national agierende Universität ein Zuschuss in einer Größenordnung von 12.000 Euro/Student erforderlich".
In Zeiten der nachwirkenden Finanzkrise muss sich diese Forderung der Universitätsrektoren aus Freiberg, Chemnitz, Dresden und Leipzig an den sächsischen Landtag wie Hohn lesen. In einem offenen Brief beklagen sie die wirtschaftliche Lage und die magere Grundaustattung der Universitäten. Derzeit betrage der Zuschuss des Land Sachsen an die Universitäten 6676 Euro pro Student. Damit liege der Freistaat an 13. Stelle unter den 16 Bundesländern was die Förderung anbelangt, denn der Durchschnitt der Bundesländer falle mit 7272 Euro etwas höher aus. Um eine "exzellente Forschung" zu ermöglichen und auch international mithalten zu können, müsse ein Student jedoch mit mindestens 12.000 Euro gefördert werden, also doppelt soviel wie bisher, schreiben die Rektoren in dem Brief.

Standard muss gehalten werden

"Für das was wir haben, ist unserer Output beträchtlich, aber nicht wettbewerbsfähig", sagt der Rektor der Universität Leipzig, Prof. Dr. Franz Häuser, gegenüber mephisto 97.6. Die Uni Leipzig sei zwar bisher gut aufgestellt, aber der Standard müsse gehalten, wenn nicht erhöht werden. "Die Summe ist nach oben offen", so Häuser in Bezug auf die geforderten 12.000 Euro.
Dass Bildung einen Primärposten im Verteilungskampf um Förderungsgelder einnehmen muss, um den Studenten eine angemessene Lern- und Forschplattform zu bieten, ist unbestritten und zeigt allein die Technische Universität München, an der die Studenten mit über 13.000 Euro pro Jahr unterstützt werden. Dennoch erscheint der Brief in einer finanziell schwierigen Zeit. Das Haushaltsloch wird, laut der Leipziger Volkszeitung (LVZ), 2009 rund 500 Millionen Euro betragen. "Der Wille der Landesregierung steht außer Zweifel", so Häuser - mit dem Schreiben wurde zwar auch den neuen Ministern zu ihrem Wahlerfolg nach der Landtagswahl im September gratuliert, im Vordergrund stand jedoch der Appell für eine stärkere finanzielle Förderung der Universitäten.

Laut Häuser, wird im nächsten Jahr in den Haushaltsverhandlungen im Parlament über die Verteilung der Gelder entschieden. Bis dahin heißt es, die Minister von der Bedeutung einer Mehrförderung der Hochschulbildung zu überzeugen. (ct)

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