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Die "Causa Professor Machill"
"Internet" und "Tauschen" verbinden viele mit illegalen Musik-Tauschbörsen. Doch auch wissenschaftliche Texte werden über das Netz verbreitet. Das hat aus Hilfsbereitschaft auch ein Leipziger Student getan, sich so mit einem Professor angelegt und es damit in die Süddeutsche Zeitung geschafft.

Wer ohne Erlaubnis die Werke anderer verbreitet, der macht sich bekanntlich strafbar. Diese Erfahrung hat auch Roger Vogel machen müssen. Er studiert Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig. Mit seinem Vergehen wollte sich der Student nach eigener Aussage aber nicht selbst bereichern, sondern seinen Kommilitonen helfen.
Der Fall: Für eine Klausur erlaubt der Journalistikprofessor Marcel Marchill die Verwendung seines Buchs „Medienfreiheit nach der Wende“. Dieses war nach einigen Wochen jedoch vergriffen, die 20 Exemplare der Unibibliothek sind längst ausgeliehen. Wie also eine Klausur bestehen, in der Fragen gestellt werden, die sich ohne Machills Buch kaum beantworten lassen? Roger Vogel scannte dieses und ein weiteres Buch ein und stellte diese seinen Kommilitonen im Internet zur Verfügung. Professor Machill ließ das angeblich nicht auf sich sitzen und teilte die Urheberrechtsverletzung dem Verlag mit. Nun soll Roger Vogel 1.000 Euro Anwaltskosten zahlen. Warum der Professor den Studenten nicht kontaktierte, um das Problem aus der Welt zu schaffen, ist nicht bekannt.
Roger Vogel vermutet, dass Professor Machill in seinem Umgang ein Problem hat, mit Studenten zu kommunizieren. Auf den aus studentischer Sicht ungeheuerlichen Fall ist auch die Süddeutsche Zeitung aufmerksam geworden. Sie berichtet über die "Causa Machill" und zitiert den Professor mit den Worten: „Ich habe keine Lust, meine Zeit mit irgendwelchen Studenten zu vertändeln."
mephisto 97.6 Moderator Thomas Otto befragte Roger Vogel, wie er weiter vorgeht und ob nicht doch eine gütliche Lösung denkbar sei.




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http://paperc.de/10002-medienfreiheit-nach-der-wende-9783867642675
bezüglich des Anwaltschreibens (2:13 min) sollte heißen: "Du hast Post
bekommen vom Anwalt des Verlags. Was stand denn da drin?"
- Selbstverständlich hätten wir auch gerne Prof. Machill selbst zu
Wort kommen lassen, doch er lehnte eine Stelllungnahme für mephisto
97.6 ab. (Eine Anfrage bei seinem Sekretariat wurde nicht beantwortet,
eine persönliche Interviewbitte wurde abgelehnt.) Auf der
Internetseite von Prof. Machills Lehrstuhl ist inzwischen eine
Stellungnahme ohne Angabe eines Autors zu finden.
(http://www.uni-leipzig.de/journalistik2/lehrstuhl/startseite/stellungnahme/)
- Das Thema wird inzwischen in vielen Blogs und auch in der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung behandelt. Auf der Seite
doppelv.wordpress.com erklärt zum Beispiel ein Nutzer namens "UVK
Verlag", dass das Buch nicht vergriffen sondern wegen Nachdrucks "eine
Woche lang nicht lieferbar" gewesen sei. Außerdem habe der Verlag von
einer Strafanzeige gegen Herrn Vogel abgesehen. Dieser habe eine
Unterlassung unterschrieben und müsse die entstandenen Anwaltskosten
zahlen.
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