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Michael Faber zum neuen Kulturbürgermeister gewählt

Mittwoch, 22. April 2009

Der neue Kulturbürgermeister für Leipzig steht fest. Der Kandidat von Linke und SPD hat sich durchgesetzt: Der Verleger Michael Faber wird ab 1. Juni 2009 die Verantwortung für die Kulturbetriebe der Stadt übernehmen.

Michael Faber nach der Bekanntgabe seines Sieges; Im Hintergrund Volker Külow von der Linken (Foto: F. Hügel)

Wahl fast gescheitert

Fast wäre die Wahl des Kulturbürgermeisters noch gescheitert. Am Vormittag vor der Wahl schlug der Gegenkandidat Michael Koelsch vor, die Wahl auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Grund war die Ablehnung der beiden Kandidaten Michael Faber und Michael Koelsch (unterstützt durch Grüne, CDU und FDP) durch die Kulturschaffenden der Stadt - u.a Centraltheater-Intendant Hartmann und Gewandhaus-Direktor Schulz. Faber lehnte das Angebot Koelschs aber ohne Begründung ab und so konnte die Wahl doch stattfinden.

Knapper Sieg

Mit 37 Stimmen wurde Michael Faber knapp ins Amt gewählt. Auf seinen Konkurrenten Michael Koelsch entfielen 32 Stimmen und es gab eine Enthaltung. Ab 1. Juni löst Faber dann den bisherigen Kulturbürgermeister Georg Girardet ab. Der wollte eigentlich schon vor etwa einem Jahr in den Ruhestand gehen. Damals scheiterte die Wahl jedoch im Stadtrat. Angeblich hatte Oberbürgermeister Burkhard Jung sowohl dem Kandidaten der Grünen als auch der Linke die Unterstützung zugesagt.

Koelsch wollte Verfahren demokratisieren

Allerdings gab es auch diesmal im Vorfeld Unstimmigkeiten zwischen den Fraktionen. Bereits am 4. März, noch vor Ende der Ausschreibung, einigten sich SPD und Linke auf den Verleger Michael Faber als gemeinsamen Kandidaten. Der Grünen-Stadtrat Michael Koelsch nahm dennoch die Herausforderung gegen den gesetzten Kandidaten an, da er das Wahlverfahren demokratisieren wollte, so Koelsch in seiner Vorstellungsrede direkt vor der Wahl.

Faber will Ziele noch nicht konkretisieren

Direkt nach der Wahl zum neuen Kulturbürgermeister bedankte sich Faber für das hohe Engagement und die Leidenschaft, die er erfahren habe. Koelsch bezeichnete er als einen "ernsthaften Gegenkandidaten mit viel Substanz", der die Kulturszene bereichert habe. Seine Ziele wollte er bisher jedoch nicht konkretisieren. "Es ist schwer, auf die vielen Fragen Antworten zu finden". Dennoch gebe es Verbesserungsbedarf im Kulturbereich, wie zum Beispiel die unbesetzte Intendanz der Oper. Auf jeden Fall will er den Ruf Leipzigs stärken, um besonders Leipziger Neubürger in der Stadt zu halten.

Faber nimmt jede Hürde

"Sie bekommen einen ehemaligen Leistungssportler, der in seiner Jugendzeit an der DHfK Beweglichkeit wie Geschmeidigkeit, Kondition wie Spritzigkeit erworben hat und zwar als Hürdenläufer. Ich werde also nicht abzuschrecken sein, wenn eine Hürde zu nehmen ist. Ich bin und war es gewohnt."

Faber froh über Kritik

Sein Credo für die kommende Amtszeit hat Faber schon formuliert. "Man muss sich kritische Wahrheiten sagen können und zu Schlüssen kommen", sagte der Verleger in Hinblick auf die massive Kritik an seiner Person. Er sei froh darüber, dass die Kollegen in der Kultur Position bezogen hätten, die er nun kenne und sich so an der positiven Last abarbeiten und eventuell schon vor seinem Amtsantritt auf die ein oder andere Person zugehen könne, so Faber. Der amtierende Kulturbürgermeister sucht also das Gespräch und äußerte sich trotz früherer kritischer Äußerungen am Wahltag positiv über die Freie Kulturszene. (ct)

Sehen Sie hier das Video zur Wahl des Kulturbürgermeisters

Hören Sie hier das Studiogespräch mit Felix Hügel und Madelaine Meier, die Vorstellungsreden beider Kandidaten vor der Wahl sowie einen Kommentar zur Wahl von Faber von Konstantin Biehl.

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